Impfung - Afghanistan beginnt Corona-Immunisierungskampagne

Gewalt im Land nimmt seit Monaten zu

Überschattet von der Zunahme der Gewalt im Land hat Afghanistan am Dienstag seine Impfkampagne gegen das neuartige Coronavirus gestartet. Hunderttausende sollen in einer ersten Phase geimpft werden, unter ihnen Ärzte, Sicherheitskräfte und Journalisten, wie Präsident Ashraf Ghani mitteilte. "Das ist eine große Chance für die Menschen in Afghanistan." Indien hatte der Regierung in Kabul Anfang des Monats 500.000 Dosen des Impfstoffs von Astrazeneca gespendet.

Offiziell hat Afghanistan nur 55.600 Corona-Infektionen und etwa 2.430 Todesfälle verzeichnet. Allerdings wird eine hohe Dunkelziffer vermutet, denn das Land hat begrenzte Testkapazitäten und leidet unter einem maroden Gesundheitssystem. Eine vom Gesundheitsministerium veröffentlichte Studie kam im August zu dem Schluss, dass bis zu zehn Millionen Afghanen bereits infiziert gewesen sein könnten.

Trotz der Friedensverhandlungen zwischen der Regierung und den Taliban hatte die Gewalt in Afghanistan zuletzt wieder zugenommen. Vor allem in Kabul gab es in den vergangenen Wochen wiederholt Anschläge. Dabei gerieten zunehmend auch Politiker, Journalisten und Menschenrechtsaktivisten ins Visier von Extremisten. Frühere Impfkampagnen etwa gegen Polio waren in Afghanistan dadurch erschwert worden, dass weite Teile des Landes unter der Kontrolle der Taliban stehen.

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