Irakischer Kardinal: Papst-Besuch für Christen und Muslime wichtig

Gemeinsame Erklärung denkbar

Der geplante Besuch von Papst Franziskus im Irak kann nach Ansicht des irakischen Kardinals Louis Raphael Sako dem Dialog zwischen Christen und Muslimen Schwung geben. Die Reise sei für beiden Religionen sehr wichtig, sagte das Oberhaupt der chaldäisch-katholischen Kirche am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Bagdad.

"Er weiß mit allen zu sprechen, nicht nur Christen, sondern auch Muslimen, um den Dialog zwischen ihnen zu vertiefen", so der Kardinal weiter. Denkbar sei eine gemeinsame Erklärung mit dem wichtigsten Geistlichen des Irak, dem schiitischen Großajatollah Ali al-Sistani.

Der Papst will das Krisenland vom 5. bis 8. März besuchen. Es ist die erste Reise eines Oberhauptes der katholischen Kirche in den Irak überhaupt. Franziskus hatte Anfang 2019 die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) besucht und dabei auch den hohen religiösen Vertreter des sunnitischen Islam, Großimam Ahmed al-Tajib, getroffen.

Sako erwartet, dass Franziskus die irakischen Christen aufrufen wird, im Land zu bleiben. Gleichzeitig warnte er vor zu hohen Erwartungen an den Besuch. "Der Papst kann keine Wunder vollbringen", sagte er. "Die Wunder sollten von den Irakern vollbracht werden."

Die Christen sind im Irak eine religiöse Minderheit. Sie waren in den vergangenen Jahrzehnten oft Verfolgung ausgesetzt, nicht zuletzt während der Herrschaft der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) über große Teile des Landes. Von den einst mehr als eine Million Christen haben nach Schätzungen mehr als die Hälfte den Irak verlassen. Das Land leidet noch immer unter den Folgen des jahrelangen IS-Terrors.

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