Italien trauert um in Kongo ermordeten Botschafter

Särge in Rom von Premier Draghi empfangen - Staatsbegräbnis am Donnerstag

Italien trauert um den in der Demokratischen Republik Kongo getöteten Botschafter Luca Attanasio und um den Militär Vittorio Jacovacci. Die Särge mit den Leichen der beiden Männer trafen am Dienstagabend auf dem römischen Flughafen Ciampino ein. Empfangen wurden sie vom italienischen Premier Mario Draghi und von Außenminister Luigi Di Maio.

Die Leichen wurden in die Gemelli-Poliklinik in Rom gebracht, wo sie einer Obduktion unterzogen werden. Die Autopsie wurde von den römischen Staatsanwälten, angeordnet, die wegen des Verdachts des Terrorismus in Zusammenhang mit dem Tod der beiden Staatsdiener ermitteln. Am Donnerstag ist das Staatsbegräbnis für Attanasio und Jacovacci vorgesehen.

Das kongolesische Staatsoberhaupt Félix Antoine Tshisekedi entsendete einen Vertreter nach Rom, der Premier Draghi einen persönlichen Beileidsbrief übergab. Der kongolesische Präsident besuchte die Witwe des Botschafters. Der italienische Diplomat und der Militär seien bei einem Kidnappingversuch getötet worden, bei dem auch ein lokaler Fahrer ums Leben kam. Drei Personen wurden gekidnappt.

Attanasio war in einem Konvoi der UNO-Mission im Kongo (MONUSCO) mitgefahren, der nördlich von Goma, der Hauptstadt der Provinz Nord-Kivu, unter Beschuss geraten ist. Die Suche nach den Tätern läuft auf Hochtouren. Präsident Tshisekedi entsandte nach der Einsetzung eines Krisenstabs mehrere Ermittler in die östlich gelegene Grenzstadt Goma. Die Regierung hatte zunächst Hutu-Rebellen der FDLR (Forces démocratiques pour la libération du Rwanda) aus dem benachbarten Ruanda der Tat verdächtigt. Diese bestritten in einer Erklärung jedoch ihre Beteiligung: Ihre Milizen befänden sich weit entfernt vom Tatort, den die Armee kontrolliere. Sie beschuldigten kongolesische und ruandische Streitkräfte.

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