Jemen - MSF: Schwere Mangelernährung bei Kindern stark gestiegen

Ärzte ohne Grenzen fordert mehr humanitäre Hilfe

Sechs Jahre Krieg im Jemen hinterlassen verheerende Spuren. Vor allem Mangelernährung bei Kindern habe in manchen Landesteilen in den letzten Monaten signifikant zugenommen, wie die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) am Dienstag in einer Aussendung mitteilte. Gerade für Babys und Kleinkinder sei dies mit einer Vielzahl von Gesundheitsproblemen verbunden und könne tödlich enden, warnte Ärzte ohne Grenzen.

Im Krankenhaus Abs, das im Gouvernement Hajjah im Nordwesten des Jemen liegt, habe man in den vergangenen sechs Monaten eine Zunahme von Mangel- und Unterernährung um mehr als 40 Prozent beobachtet. Die Zivilgesellschaft leide massiv unter den Folgen des Krieges, viele Menschen fänden keine Arbeit mehr und könnten sich deshalb kein Essen mehr leisten. Viele Angestellte im öffentlichen Dienst - darunter auch Gesundheitspersonal - hätten seit Jahren kein Gehalt bekommen, berichtete Muriel Boursier, Einsatzleiterin von MSF im Jemen. "Währenddessen steigen die Preise kontinuierlich: ohne humanitäre Hilfe würden viele Familien gar nichts mehr zu essen haben."

Der Großteil der jemenitischen Bevölkerung ist auf humanitäre Hilfe angewiesen, um zu überleben. Diese sei aber oft "nicht durchgehend möglich, ist unzureichend und auch unterfinanziert", so Boursier. Es brauche dringend durchgehende und nachhaltige Ernährungsprogramme und einen verbesserten Zugang zu Wasserversorgung in den Camps für intern vertriebene Menschen (IDPs) sowie in den dörflichen Strukturen, forderte MSF.

Ende vergangenen Jahres hatte UNO-Generalsekretär António Guterres hat angesichts der Situation im Bürgerkriegsland vor einer schweren Nahrungsmittelkrise mit Millionen Toten gewarnt. In dem Land im Süden der Arabischen Halbinsel kämpfen die Houthi-Rebellen gegen die international anerkannte Regierung. Ein von Saudi-Arabien angeführtes Militärbündnis unterstützt die Regierung. Die Houthis wiederum sind mit dem Iran verbündet.

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