Kärntnerin starb an Malaria-verseuchter Blutspende: Klage vertagt

Hinterbliebene fordern 33.800 Euro von Spenderin, Rotem Kreuz und einem Mitarbeiter - Fortsetzung im März

Am Landesgericht Klagenfurt ist am Donnerstag ein Zivilprozess von Hinterbliebenen einer 2019 an Malaria verstorbenen Kärntnerin fortgesetzt worden. Die 84-Jährige hatte bei einer Hüftoperation eine verseuchte Blutkonserve erhalten. Nun fordern die Angehörigen 33.800 Euro von der Spenderin, dem Roten Kreuz und einem Mitarbeiter. Der Prozess wurde nach einigen Zeugenaussagen auf März vertagt.

Die mittlerweile rechtskräftig wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe verurteilte Spenderin bekräftigte frühere Aussagen, wonach sie den Fragebogen in Eile ausgefüllt und nur überflogen habe. Darin hatte sie angegeben, im vergangenen halben Jahr nicht im Ausland gewesen zu sein und auch keine Medikamente eingenommen zu haben. Tatsächlich war sie aber kurz zuvor von einem Uganda-Aufenthalt zurückgekehrt, anlässlich dessen sie auch Medikamente zur Malaria-Prophylaxe genommen hatte. Ja, Tabletten seien sicher Medikamente, gestand sie vor Gericht zu. "Aber ich bin davon ausgegangen, dass mit der Malaria-Prophylaxe sowieso kein Malaria auftritt."

Danach meinte sie wieder, sie habe die Fragen nur überflogen und nicht so wahrgenommen, bevor sie emotional wurde und meinte, sie würde inzwischen niemandem mehr empfehlen, Blut zu spenden. "Das ist so ein Albtraum!" Die Spenderin bestritt auch, dass der Zivildiener, dem sie den Fragebogen übergab, sie nochmals nach Auslandsaufenthalten oder Medikamenten gefragt habe. Der junge Student selbst konnte sich zwar an die konkrete Situation nicht erinnern, meinte aber, er hätte in seinen Diensten diese Fragen immer überprüft und nochmals mündlich gestellt, während er Blutdruck und Temperatur maß. "Das war wie Zähneputzen in der Früh."

Die damalige Rotkreuz-Ärztin ging mit Richter Gunther Schmoliner den Fragebogen der Spenderin durch. "Nach diesem Fragebogen spricht nichts gegen eine Spende", sagte sie. Hätte sie etwas von Uganda oder Malaria-Prophylaxe gelesen, hätten bei ihr "alle Alarmglocken geschrillt". Ein Blutspende-Verantwortlicher des Roten Kreuzes erklärte nochmals das Prozedere. Zur Spenderin sagte er, dass diese seit 40 Jahren immer wieder Blut spende und auch schon abgelehnt wurde - einmal wegen Aufenthalts in einem Malaria-Gebiet.

Beim nächsten Termin im Zivilprozess soll der spätere Verlauf des Falls beleuchtet werden. Nach der Blutspende erkrankte die Spenderin selbst an Malaria und wurde auch ins Spital eingeliefert. Während der Fahrt soll sie auf ihre Blutspende hingewiesen haben, allerdings wurde die Information nicht weitergeleitet. Abgesehen von dem Zivilprozess laufen in der Causa auch noch Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen das Rote Kreuz und einen Rettungsfahrer.

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