Kultur-Stillstand - Proteste in Italien gegen Theater-Schließungen

Debatte über Wiedereröffnung der Restaurants am Abend

In mehreren italienischen Städten sind Theaterleute, Tänzer und Tänzerinnen am Dienstag auf die Straße gegangen, um gegen die Schließung ihrer Häuser im Zuge der Anti-Corona-Maßnahmen zu protestieren. In Rom hielten schwarz angezogene Kulturschaffende Plakate hoch mit der Aufschrift: "Tötet nicht die Kultur". In Genua ließen Demonstranten die italienische Hymne ertönen.

Demonstranten in Palermo forderten Stützungsmaßnahmen, die bisher ihrer Ansicht nach nur unzulänglich ausgeschüttet wurden. Die Regierung hatte im Oktober angesichts stark steigender Infektionszahlen angeordnet, dass Kinos, Theater, Spielhallen, Sportstudios und Schwimmbäder schließen müssen. Museen sind erst seit Anfang Februar werktags wieder geöffnet. Gegen die Maßnahmen laufen viele Verbände in Italien Sturm. Am Montag hatten Köche, Restaurantbesitzer und ihre Mitarbeiter vor dem Parlament in Rom protestiert. Auch Taxifahrer gingen schon auf die Straßen.

Kulturminister Dario Franceschini sprach sich für die Wiedereröffnung von Theatern, Opernhäusern und Kinos aus. Mit dem wissenschaftlichen Komitee, das Italiens Regierung in Sachen Coronavirus berät, sollen einige zusätzliche Maßnahmen zur Stärkung der Sicherheit in Theatern und Kinos besprochen werden. So sollen Personen mit FFP2-Masken Kinos besuchen dürfen. "Kinos und Theater können mit angemessenen Vorkehrungen sicherer als andere Lokalitäten sein, die bereits in Italien offen sind", erklärte Franceschini.

Lega-Chef Matteo Salvini sprach sich für die Wiedereröffnung von Sportzentren und Schwimmhallen aus. Restaurants sollten abends wieder öffnen können. Mit diesem Vorschlag erklärte sich auch Landwirtschaftsminister Stefano Patuanelli einverstanden. In Italien wurden am Montag innerhalb von 24 Stunden 274 Menschen gezählt, die mit oder am Coronavirus gestorben sind. Die Zahl der Neuinfektionen lag bei 9.630.

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