Libyen - Konfliktparteien sprachen über Austausch von Gefangenen

Gespräche zwischen Vertretern der international anerkannten Regierung von Sarraj und General Haftar in Ägypten - UNO hoffnungsvoll

Militär- und Polizeivertreter der Konfliktparteien in Libyen haben über einen möglichen Austausch von Gefangenen gesprochen. Bei einem zweitägigen Treffen in der ägyptischen Küstenstadt Hurghada hätten die Vertreter diskutiert, entsprechende Komitees zu bilden, teilte die UNO-Mission für Libyen (UNSMIL) am Mittwoch mit.

Ziel sei, bis Ende Oktober alle Gefangenen im Zusammenhang mit den Gefechten in dem Bürgerkriegsland auszutauschen. Im Gespräch war auch, den Flug- und Landverkehr wieder aufzunehmen.

In Hurghada kamen am Montag und Dienstag je fünf Vertreter aus dem Lager von Ministerpräsident Fayez al-Sarraj und vom abtrünnigen General Khalifa Haftar zusammen. Sie ringen um die Macht in Libyen, in beiden Lagern spielen sich aber weitere Konflikte ab. Ausländische Staaten - vor allem die Türkei, Russland, Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate - befeuern den Konflikt zusätzlich. Auch militante islamistische Gruppen sind in dem nordafrikanischen Land aktiv.

"Die Gespräche waren von einem Geist der Verantwortung, Transparenz und gegenseitigem Vertrauen geprägt", teilten die Vereinten Nationen mit. Es gebe Hoffnung, dass das positive Ergebnis den Weg zu einem endgültigen und langfristigen Waffenstillstand ebnen könne.

Beide Seiten einigten sich nach UNO-Angaben darauf, Öl- und Gasanlagen in dem Wüstenstaat zu schützen. Haftars Anhänger kontrollieren einen Großteil der Anlagen in dem ölreichen Land, dessen Wirtschaft stark von Einnahmen aus dem Ölgeschäft abhängt. Haftar hatte ein Ende der monatelangen Blockade angekündigt, woraufhin die staatliche Ölgesellschaft NOC die Produktion vorsichtig wieder anlaufen ließ.

Die Ergebnisse der Gespräche sollen auch in die Beratungen bei einem virtuellen Treffen kommenden Montag einfließen, das die UNO gemeinsam mit Deutschland ausrichtet. Daran sollen neben UNO-Generalsekretär António Guterres eine Reihe von Außenministern sowie Vertreter der Konfliktparteien teilnehmen. Andere libysche Delegationen führten zuletzt auch politische Gespräche in Marokko und der Schweiz.

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