Libysche Konfliktparteien treffen sich zu Gesprächen in Ägypten

UNO-Mission: "Positive und proaktive Haltung"

Militär- und Polizeivertreter der Konfliktparteien in Libyen haben sich Montag zu Gesprächen in Ägypten getroffen. Je fünf Vertreter aus dem Lager von Ministerpräsident Fayez al-Sarraj, und von dem abtrünnigen General Khalifa Haftar kamen in der ägyptischen Küstenstadt Hurghada zusammen, teilte die UNO-Mission für Libyen (UNSMIL) mit. Bei den Gesprächen in guter Atmosphäre hätten beide Delegationen "eine positive und proaktive Haltung" gezeigt, teilte die UNO-Mission mit.

Der als "5+5" bekannte Militärausschuss mit jeweils fünf Vertretern beider Seiten hatte nach der Berliner Libyen-Konferenz im Jänner seine Arbeit aufgenommen. Die ersten Gespräche in diesem Format fanden im Februar in Genf statt. Die Hoffnung ist, dass die Gruppe unter UNO-Vermittlung Bedingungen für einen langfristigen Waffenstillstand aushandeln kann. Andere libysche Delegationen führten zuletzt auch politische Gespräche in Marokko und der Schweiz.

Für den 5. Oktober planen die Vereinten Nationen und Deutschland ein virtuelles Treffen, an dem neben UNO-Generalsekretär António Guterres eine Reihe von Außenministern sowie Vertreter der Konfliktparteien teilnehmen sollen. Alle diplomatischen Initiativen, die zu einem dauerhaften Ende der Kämpfe führen sollten, waren bisher erfolglos.

In Libyen herrscht seit dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi 2011 Bürgerkriegschaos. In der Hauptstadt Tripolis sitzt die international anerkannte Sarraj-Regierung, die mit einer Gegenregierung im Osten des Landes um die Macht konkurriert. Diese ist mit Haftar und dessen selbst ernannter Libyscher Nationalarmee verbündet.

(Alternative Schreibweise: Fajis al-Sarradsch)

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