Lockdown lässt Wirtschaft in Deutschland im ersten Quartal stagnieren

Nach Einschätzung des ifo-Instituts

Durch die Verlängerung des Lockdowns bis Mitte Februar wird die deutsche Wirtschaft nach Einschätzung des ifo-Instituts im ersten Vierteljahr stagnieren. "Jede Woche, um die der Lockdown verlängert wird, führt unmittelbar zu Einbußen bei Umsatz, Produktion und Wertschöpfung", sagte ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser am Mittwoch.

Wenn die "Maßnahmen bis spätestens März wieder rückgängig gemacht werden, nimmt der Zuwachs der Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal um etwa diesen Betrag wieder zu", so Wollmershäuser. Die Wertschöpfung der vom Lockdown unmittelbar betroffenen Dienstleister werde ähnlich zurückgehen wie im Frühjahr 2020. In der Industrie und bei den industrienahen Dienstleistern dagegen "dürfte die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal weiter zunehmen", sagte der Professor.

Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit hätten mit 19 Prozent einen gewichtigen Anteil an der gesamten Wirtschaftsleistung. "Diese brach im zweiten Quartal 2020 um über 8 Prozent ein, unter anderem weil Kitas fast vollständig geschlossen waren und damit die dort geleisteten Arbeitsstunden wegfielen", sagte Wollmershäuser. Heute dagegen sei die Kinderbetreuung mit knapp 50 Prozent vergleichsweise hoch.

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2020 war die Wirtschaftsleistung Deutschlands nach einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes um 5,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen. Im vierten Quartal ist das BIP zum Vorquartal trotz des zweiten Lockdowns nicht geschrumpft, schätzen die Statistiker. Zum Vergleich: In Österreich dürfte die Wirtschaftsleistung 2020 um rund 7,5 Prozent eingebrochen sein.

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