Mussolinis "Gefängnis" im Gebirge Gran Sasso wird versteigert

Villa mit spitzem Dach wird ab einem Preis von 1,2 Mio. Euro verkauft

Das Hotel in der Bergortschaft Campo Imperatura in der Apennin-Gebirgsregion Gran Sasso in Mittelitalien, in dem der faschistische Diktator nach seinem Sturz vom 28. August 1943 bis zum 6. September 1943 gefangen gehalten wurde, wird verkauft. Die Villa auf einer Höhe von 1.125 Meter unweit der Seilbahn, die zum Plateau Campo Imperatore führt, ist seit Jahren ein Hotel und wird jetzt versteigert.

Der Rufpreis liegt bei 1,2 Mio. Euro, wie die römische Tageszeitung "Il Messaggero" (Dienstagsausgabe) berichtete. Die renovierungsbedürftige Villa im Jugendstil mit spitzem Dach steht derzeit im Besitz einer Unternehmerfamilie aus der Stadt L'Aquila, die mit Liquiditätsproblemen zu kämpfen hat. In der Villa wurde Mussolini gefangen gehalten, nachdem er am 25. Juli 1943 nach dem Sturz seiner Regierung festgenommen worden war.

Am 6. September wurde Mussolini von der Villa zu einem Hotel auf 2.130 Meter Höhe in Campo Imperatore geführt, wo er bis zur Befreiung durch die deutschen Truppen im Rahmen des sogenannten "Unternehmens Eich" am 12. September 1943 blieb. Dieses Hotel bezeichnete Mussolini als "das höchste Gefängnis der Welt".

Der gebürtige Wiener Otto Skorzeny, der als "Mussolini-Befreier" in die Geschichte des Zweiten Weltkriegs eingegangen ist, holte am 12. September 1943 in einer wagemutigen Nacht-und-Nebel-Aktion den gestürzten Diktator aus dem Hotel am Gran Sasso. Mussolini wurde nach seiner Befreiung als Führer des Marionettenregimes der "Italienischen Sozialrepublik" (Republik von Salo) eingesetzt. Aber sein Schicksal war besiegelt: Nach dem Scheitern der Verhandlungen mit den Partisanen musste er aus Italien fliehen.

Mit einer Wehrmachtsuniform getarnt versteckte er sich auf einem deutschen Lastwagen, der ihn über die Schweiz nach Deutschland bringen sollte. Am Comer See wurde er jedoch von Partisanen erkannt, gefangen genommen und einen Tag später, am 28. April 1945, ohne Gerichtsverfahren erschossen.

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