Myanmar - Diplomatische Bemühungen Indiens lösen weitere Proteste aus

Möglicher Besuch der indonesischen Außenministerin Retno Marsudi

Der mögliche Besuch der indonesischen Außenministerin Retno Marsudi stößt bei pro-demokratischen Aktivisten in Myanmar auf Widerstand. Ein Treffen Retnos mit der Militärführung sei "gleichbedeutend mit der Anerkennung der Junta", erklärte die Future Nation Alliance (FNA), eine in Myanmar ansässige Aktivistengruppe am Dienstag.

Der für Donnerstag geplante Besuch war über ein Regierungsdokument durchgesickert. Die FNA hatte zuvor ausländische Botschafter aufgefordert, sich mit Htin Lin Aung zu treffen, der die Interessen der entmachteten Regierung der De-Facte-Staatschefin Aung San Suu Kyi vertrete. Er sei der "einzig verantwortliche Ansprechpartner für auswärtige Beziehungen".

Zudem befürchten die Aktivisten, dass ein Abkommen mit der Junta ihre Forderungen nach Anerkennung des Ergebnisses der Novemberwahlen untergraben könnte. Retno hatte in Südostasien um Unterstützung für ein Sondertreffen mit Myanmar geworben. Mit der Angelegenheit vertraute Personen berichteten, dass die Regierung in Jakarta vorgeschlagen hatte, Beobachter zu entsenden, um sicherzustellen, dass die Militärjunta "faire und inklusive Wahlen" abhalte. Hunderte Demonstranten versammelten sich daher vor der indonesischen Botschaft in Rangun, der größten Stadt Myanmars, um gegen die Neuwahlen zu protestieren.

Ein Sprecher des indonesischen Außenministeriums sagte, dass Retno derzeit in Thailand sei und danach möglicherweise in andere Länder der Region reisen werde. Er konnte aber nicht bestätigen, in welche. Neuwahlen in Myanmar stünden nicht auf Indonesiens Agenda, ergänzte er.

Das Militär in dem südostasiatischen Land hatte am 1. Februar geputscht. An dem Tag hätte das im November neu gewählte Parlament zu seiner ersten Sitzung zusammenkommen sollen. Suu Kyis Partei Nationale Liga für Demokratie (NDL) hatte die Wahl mit großem Vorsprung gewonnen, das Militär erkennt das Ergebnis aber nicht an und spricht von Betrug. Seit dem Putsch kommt es zu Massenprotesten.

OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten