Notenbankchef: Euro kann nur überleben, wenn Eurozone ein Staat wird

Italiens EZB-Ratsmitglied Visco: "Eine staatenlose Währung kann für eine bestimmte Zeit bestehen bleiben"

Der Euro kann aus Sicht von Italiens Notenbankchef Ignazio Visco langfristig nur überleben, wenn die Mitglieder der Währungsgemeinschaft die Schaffung eines Staates mit einer gemeinsamen Haushaltspolitik vereinbaren. "Eine staatenlose Währung kann für eine bestimmte Zeit bestehen bleiben, aber dann gibt es die Notwendigkeit eines Staates und einer Haushaltsunion", sagte das Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB) am Montag auf einem Online-Seminar.

Die EZB sei die einzige Zentralbank einer Gruppe von Ländern, die keine gemeinsame staatliche Struktur besitzen.

Mit seinen Bemerkungen zielte der Notenbanker in dieselbe Richtung wie in der vergangenen Woche Ex-EZB-Präsident Mario Draghi in seiner ersten Rede als neuer italienischer Ministerpräsident im italienischen Parlament. Draghi hatte dort im Senat unter anderem gesagt, seine Regierung zu unterstützen bedeute, die Erwartung einer sich immer stärker integrierenden Europäischen Union zu teilen, die ein gemeinsames öffentliches Budget erreichen wird.

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