Polen: Touristikbranche und Opposition wollen Lockerung des Lockdowns

Forderung nach Aufsperren besonders laut in Wintersportorten wie Zakopane - Athen erwägt Öffnung der rund zwei Dutzend griechischen Skigebiete

In Polen wächst der Widerstand gegen eine Fortsetzung des harten Lockdowns. Die Betreiber von mehr als hundert Hotels, Restaurants und Bars sowie einige Freizeiteinrichtungen gaben am Montag auf Twitter unter dem Hashtag "#otwieramy" (Wir öffnen) ihre Absicht bekannt, das Geschäft in den kommenden Tagen wieder aufzunehmen.

Die Firmen zitieren dort das Urteil eines Verwaltungsgerichts in Opole (Oppeln), wonach der derzeit verhängte Teil-Lockdown ohne die dafür in der Verfassung vorgesehenen Mechanismen verhängt wurde.

Besonders laut sind die Forderungen nach Lockerungen in den beliebten polnischen Wintersportorten wie Zakopane, wo die Branche um den Ausfall der gesamten Saison fürchtet. Aber auch etwa im westpolnischen Gniezno (Gnesen) will laut Agentur PAP eine Gruppe von 40 Hotel- und Restaurantbetreibern zum 1. Februar wieder öffnen - unabhängig davon, ob die Regierung dies bis dahin erlaubt. "Wir haben genug vom Warten", sagte Restaurantbesitzer Arkadiusz Gwizdala.

In Polen gilt derzeit für Hotels ein landesweites Beherbergungsverbot. Restaurants und Cafés dürfen ihr Angebot nur zum Mitnehmen verkaufen.

Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki appellierte an die Unternehmer, die Restriktionen einzuhalten. "Sie retten damit Leben." Man werde die Einschränkungen durchsetzen und verschärft kontrollieren. Vertreter des größten Oppositionsbündnisses Bürgerkoalition (KO) forderten unterdessen die Regierung auf, die Auflagen für Unternehmer zu lockern. Die Corona-Hilfen des Staats seien nicht ausreichend, um die Verluste auszugleichen.

Der Corona-Stab der griechischen Regierung will bei seinem nächsten Treffen am Freitag erörtern, ob es möglich ist, die Skigebiete des Landes zu öffnen. Bisher sind Reisen innerhalb Griechenlands den Bürgern wegen Corona bis auf wenige Ausnahmen wie etwa den Weg zur Arbeit verboten. Diese Maßnahme stehe derzeit zur Diskussion, sagte der Minister für wirtschaftliche Entwicklung, Adonis Georgiadis, am Montag dem Fernsehsender Skai. "Wenn die Epidemie es zulässt, haben wir dann unter anderem vor, die Skigebiete zu öffnen, da es sich dabei um saisonale Betriebe handelt, die ohne Reisefreiheit nicht arbeiten können."

Griechenland hat rund 25 Skigebiete, das bekannteste davon im Parnass-Gebirge rund zwei Autostunden nordwestlich von Athen. Bisher liegen die Aktivitäten dort weitgehend flach, weil die Menschen nicht anreisen dürfen. Allerdings ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Griechenland derzeit aufgrund eines monatelangen strengen Lockdowns relativ niedrig, so dass jetzt erste Lockerungen vorgenommen werden.

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