Putin beklagt "beispiellosen Druck von außen" auf Belarus

Russischer Staatschef bekräftigt Unterstützung für Lukaschenko

Russlands Staatschef Wladimir Putin hat einen "beispiellosen Druck von außen" auf Belarus beklagt. Moskau stehe weiterhin an der Seite der Führung in Minsk, betonte Putin am Dienstag in einer Videobotschaft anlässlich eines russisch-belarussischen Forums. Die Beziehungen zwischen den beiden Nachbarstaaten seien "zeitlos und wetterfest".

Belarus (Weißrussland) befinde sich seit der Präsidentschaftswahl am 9. August in einer "schwierigen Situation", sagte Putin. Grund dafür sei eine ausländische Einflussnahme auf die politische Krise in dem Land.

In Belarus gibt es seit der von massiven Betrugsvorwürfen begleiteten Präsidentschaftswahl am 9. August Massenproteste gegen den autoritär regierenden Staatschef Alexander Lukaschenko. Trotz der Betrugsvorwürfe ließ sich Lukaschenko kürzlich für eine sechste Amtszeit als Präsident vereidigen. Die Demonstrationen stellt er als von westlichen Staaten und der NATO gesteuert dar.

Die EU erkennt das offizielle Wahlergebnis, wonach Lukaschenko auf 80 Prozent der Stimmen gekommen sein soll, nicht an. Wegen des gewaltsamen Vorgehens der belarussischen Sicherheitskräfte gegen friedliche Demonstranten plant die EU zudem neue Sanktionen.

Moskau dagegen sagte Lukaschenko für den Fall einer Verschärfung der Krise auch militärische Unterstützung zu. Erst kürzlich gewährte Putin Lukaschenko zudem einen Kredit in Höhe von umgerechnet 1,3 Milliarden Euro.

Nach Einschätzung von Experten könnte Putin im Gegenzug schmerzhafte Zugeständnisse von Lukaschenko verlangen. Der Kreml-Chef strebt seit langem einen "Einheitsstaat" mit Belarus an. Gegen dieses Vorhaben hatte Lukaschenko sich bisher stets gewehrt.

Putins jüngste Kritik an angeblicher ausländischer Einmischung in Belarus erfolgte wenige Stunden nach einem Treffen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron mit der belarussischen Oppositionspolitikerin Swetlana Tichanowskaja in deren litauischem Exil. Bei dem Gespräch bot Macron seine Vermittlung in der politischen Krise in Belarus an.

OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten