Ski alpin: Verhaltene Stimmung in Sölden vor Weltcup-Auftakt

Bevölkerung distanziert - Hoteliers und Gastronomen trotz fehlender Zuschauer und Touristen pragmatisch und vorsichtig optimistisch (Von Markus Stegmayr/APA)

Keine zugelassenen Zuschauer, der Weltcup-Tross coronabedingt mehr oder weniger abgeschnitten von der "Außenwelt". Wenige Tage vor dem Ski-Weltcup-Opening in dem Tiroler Tourismus-Hotspot Sölden ist die Stimmung in der Bevölkerung hinsichtlich des traditionellen Sport-Events eher verhalten. Gastronomen und Hoteliers geben sich hingegen pragmatisch und vorsichtig optimistisch.

Das Bild vor Ort in Sölden ist anders als das gewohnte im Vorfeld der Weltcuprennen. Bars und Clubs, die ansonsten spätestens zum Skiweltcup ihre Pforten aufmachen, bleiben laut Aufschriften geschlossen. Auf unbestimmte Zeit oder zumindest bis Ende Oktober. Auf der Straße trifft man nur wenige Menschen. Zumeist sind es Mitarbeiter von Hotels oder Restaurants. Einige Schüler warten ganz in der Nähe eines Hotels auf ihren Bus.

Unweit davon genießen zwei Touristen aus Berlin vor einer Bäckerei die spärlichen Sonnenstrahlen und zwei Tassen Kaffee. "Wir sind nicht wegen des Auftakts hier", geben sie zu Protokoll. "Wir bleiben nur noch eine Woche", fügt das Ehepaar hinzu. Wegen dem Skiweltcup-Opening länger zu bleiben, ist für die beiden kein Thema.

Ein junger Mann um die 20, der vor einem geöffneten Lokal steht, formuliert spitz, wie sich für ihn der durch die Corona-Schutzmaßnahmen stärk veränderte Weltcupauftakt anfühlt: "Für mich wirkt es so, als ob der Auftakt ausgefallen wäre". Das Ski-Weltcup-Wochenende sei ansonsten "immer das beste Wochenende für Gastronomie und Unternehmer". Jetzt würden viele angesichts von nicht zu den Rennen zugelassenen Zuschauern und fehlenden Touristen und Fans erst gar nicht aufsperren, meint er. Zumindest "schwierig" sei es derzeit, ergänzt eine in seiner Nähe stehende Frau um die 50 lakonisch.

Gastronomen und Hoteliers üben sich indes in Zweckoptimismus. "Es ist natürlich schon merklich, dass weniger Gäste da sind", führt ein Restaurantbetreiber aus. Man werde jetzt aber einfach "abwarten, wie viele Gäste im Rahmen des Auftakts kommen", gab der Gastronom die Hoffnung nicht auf.

In ähnlichem Zweckoptimismus üben sich die beiden Chefleute eines mittelgroßen Hotels. "Deutsche Gäste bleiben natürlich weitestgehend aus", meint die Chefin des Hauses in Anspielung auf die Reisewarnung für Tirol. Aber es sei dennoch "gut, dass es den Weltcup überhaupt gibt", betont der Hausherr. Wie früher werde es aber nicht, sind sich beide einig: "Früher hat zum Weltcup hin alles aufgesperrt, das ist heuer nicht so". Man hoffe aber zumindest auf Gäste aus Ländern, in denen keine Reisewarnung für Tirol besteht, so die beiden Hoteliers.

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