Tourismus - Berater für Immobilien-Aufwertungsoption auf Verkehrswert

Prodinger Tourismusberatung: Höhere Eigenkapitalbasis für Tourismusbetriebe dringend notwendig - Wegen Bilanzsituation gibt es Probleme bei Überbrückungsfinanzierungen und Fixkostenzuschuss

Die Prodinger Tourismusberatung empfiehlt der Politik eine dringende Stärkung der Eigenkapitalbasis der heimischen Tourismusbetriebe zu ermöglichen, unter anderem mit einer Immobilien-Aufwertungsoption auf den Verkehrswert. Die Coronakrise hat bei vielen Hotels, Pensionen und Co., vor allem in den Städten, zur Existenzbedrohung geführt.

"Die Eigenkapitalquoten der österreichischen Unternehmen werden sich in den nächsten Monaten weiter verschlechtern. Deshalb wäre eine Stärkung gerade jetzt ein Überlebenselixier", so Thomas Reisenzahn, Geschäftsführer der Prodinger Tourismusberatung, am Donnerstag in einer Aussendung. Er präsentierte dem Tourismusausschuss des Nationalrates am Donnerstagnachmittag ein von Prodinger erarbeitetes Thesenpapier

Laut Reisenzahn ist das geringe Eigenkapital der Hotellerie zum Teil durch niedrige Buchwerte der Immobilien bedingt. Wegen der Bilanzsituation der Betriebe habe es in den vergangenen sechs Monaten Schwierigkeiten bei Überbrückungsfinanzierungen oder dem Fixkostenzuschuss gegeben. "Aufgrund der Tatsache, dass in den Bilanzen Buchwerte dargestellt werden, entspricht die Darstellung oft nicht den tatsächlichen Verhältnissen. Ganz besonders nicht, wenn die Betriebe bzw. der Besitz schon lange im Familienbesitz sind", so der Tourismusberater.

Die Prodinger Tourismusberatung schlägt deswegen eine Aufwertungsoption auf den Verkehrswert der Liegenschaften vor. Denkbar sei eine befristete Übergangsregelung bis Ende 2022, wonach das Vermögen mit dem Viertel-Steuersatz begünstigt aufgewertet werden könne und die Bilanzen dann das echte Eigenkapital aufweisen würden. Diese Maßnahme würde die Bonität stärken und langfristig die Abschreibungsbasis erhöhen, so die Berater. Auch für anstehende Betriebsübergaben wäre eine solche Aufwertungsoption eine Erleichterung. Zusätzlich könne man überlegen, die Steuerbelastung aus der Aufwertung wegfallen zu lassen, wenn der Betrieb zumindest sieben Jahre vom Nachfolger fortgeführt werde.

Die Tourismusberater haben noch weitere Vorschläge gesammelt: Eine befristete Regelung zur steuerfreien Betriebsaufgabe bis Ende 2022 würde etwa eine notwendige Strukturbereinigung ermöglichen. Außerdem sollte die Regierung nicht nur die Zinsen auf Fremdkapital, sondern auch eine marktübliche Verzinsung des Eigenkapitals steuerlich abzugsfähig machen. Weiters sollten Privatdarlehen an Betriebe ebenfalls mit 27,5 Prozent besteuert werden und nicht mit dem vollen Einkommensteuersatz.

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