Tutu-Stiftung: Völkermorde in Pandemie-Zeiten nicht vergessen

Stiftung des südafrikanischen Friedensnobelpreisträgers erinnert an Konflikt in Tigray, Rohingya und Uiguren

Die Stiftung des südafrikanischen Friedensnobelpreisträgers Desmond Tutu hat dazu gemahnt, Völkermorde in Pandemie-Zeiten nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. "Während der Blick zu Recht auf das Überwinden der Covid-19-Pandemie gerichtet ist, können wir nicht untätig danebenstehen, wenn Menschenrechts- und Genozidverbrechen gegen Völker verübt werden", so die "Desmond und Leah Tutu Legacy Foundation" am Dienstag laut Kathpress in Kapstadt.

Die Stiftung des emeritierten anglikanischen Erzbischofs erinnert an die Bewohner der äthiopischen Tigray-Region, die ethnische Minderheit der Uiguren in China sowie die Rohingya-Volksgruppe in Myanmar. Sie alle seien "Völkermord" ausgesetzt, während die jeweiligen Regierungen die Gewalttaten leugneten. Dabei gelte es auch während der Coronakrise, für die unterdrückten Völker einzustehen, so die Tutu-Stiftung. Sie verwies auf die Worte ihres Namensgebers, der einst sagte: "Wer sich in einer Situation der Ungerechtigkeit neutral verhält, hat die Seite des Unterdrückers gewählt."

Tutu (89) war von 1986 bis 1996 anglikanischer Erzbischof von Kapstadt. Er gilt bis heute als einer der einflussreichsten Bürgerrechtler Südafrikas. Für seinen friedlichen Einsatz gegen das Apartheid-Regime erhielt er 1984 den Friedensnobelpreis.

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