Umsatz im deutschen Einzelhandel stieg im August deutlich

Stärkerer Anstieg als erwartet - Preisbereinigt lag der Zuwachs bei 3,1 Prozent.

Die deutschen Einzelhändler haben ihren Umsatz im August überraschend deutlich gesteigert. Sie nahmen 3,4 Prozent mehr ein als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Preisbereinigt (real) lag der Zuwachs bei 3,1 Prozent. Befragte Ökonomen hatten hier nur mit einem Plus von 0,5 Prozent gerechnet, nachdem es in den beiden Vormonaten jeweils einen Rückgang gegeben hatte.

Am 1. Juli wurde die Mehrwertsteuer befristet bis Jahresende von 19 auf 16 Prozent gesenkt, wovon sich die Regierung eine Belebung des Konsums erhofft. Viele Händler haben versprochen, die Senkung an die Kunden weiterzugeben.

Von Jänner bis August steigerten die Einzelhändler ihren Umsatz trotz der Coronakrise um 4,2 Prozent. Allerdings bleibt das Gefälle innerhalb der einzelnen Branchen enorm. So brach das Geschäft mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren um 25,2 Prozent ein, während der Internet- und Versandhandel auf ein Wachstum von 21,2 Prozent kam.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) warnte zuletzt vor einer Pleitewelle. Diese könnte vor allem dann kommen, wenn es eine zweite Welle von Coronainfektionen mit einem erneuten Lockdown mit Geschäftsschließungen gebe. Das hatte bereits im März und im April zu heftigen Umsatzeinbrüchen geführt.

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