Unterstützer fordern vor Londoner Gericht Assanges Freilassung

Londoner Gericht entscheidet über Auslieferung an USA

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AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Unterstützer fordern Freilassung
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In London haben mehrere Anhänger vor dem Gebäude des Strafgerichtshofs die Freilassung des Wikileaks-Gründers Julian Assange gefordert. Einige Dutzend Menschen riefen vor der Entscheidung über die Auslieferung des 49-Jährigen an die USA am Montag "Free Julian Assange" (Freiheit für Julian Assange). Unterdessen warnte der ehemalige Chefredakteur des "Guardian", Alan Rusbridger, vor einer Auslieferung Assanges an die USA.

Assange zu überstellen würde einen gefährlichen Präzedenzfall darstellen, warnte Rusbridger in einem BBC-Interview am Montag. Als problematisch bezeichnete Rusbridger, der einst mit Assange bei der Veröffentlichung von Material zu den Kriegen im Irak und Afghanistan zusammenarbeitete, vor allem den Vorwurf der Spionage und die damit verbundene Rechtsprechung hinter verschlossenen Türen. Ein weiteres Problem sei das Strafmaß: "Die Idee, jemanden auf Jahrzehnte, womöglich für den Rest seines Lebens einzusperren für die Veröffentlichung von Material, das meiner Meinung nach zum größten Teil im öffentlichen Interesse war, ist heftig unangemessen."

Er habe sich mit Assange "spektakulär" überworfen, sagte Rusbridger, aber man müsse die schwierige Persönlichkeit des Wikileaks-Gründers von der Sache trennen. Der Wikileaks-Gründer habe eine "multiple Identität", so der Ex-Chefredakteur, der Assange als Journalisten und Publizisten, aber auch als Aktivisten und "eine Art Informations-Anarchisten" bezeichnete. Doch einige der Dinge, für die er angeklagt sei, würden die meisten Journalisten auch tun.

Die US-Justiz wirft Assange vor, der Whistleblowerin Chelsea Manning geholfen zu haben, geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan zu veröffentlichen. Bei einer Auslieferung an die USA und einer Verurteilung dort in allen 18 Anklagepunkten drohen ihm bis zu 175 Jahre Haft. Die Anhörung findet im Gebäude des Strafgerichts Old Bailey in London statt und beginnt um 11.00 Uhr (MEZ). Erwartet wird, dass beide Seiten im Falle einer Niederlage in Berufung gehen werden.

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