Vereinte Nationen kritisieren US-Entscheidung zu Houthi-Rebellen

Nahrungsmittel-Lieferungen zu Millionen hungernden Menschen im Jemen könnten behindert werden

Nach der EU haben auch die Vereinten Nationen die US-Ankündigung, die jemenitischen Houthi-Rebellen als Terrororganisation einzustufen, kritisiert. UN-Sprecher Stéphane Dujarric zeigte sich am Dienstag in New York "extrem besorgt" über die Entscheidung - "insbesondere wegen der Gefahr einer Hungersnot".

Die UN befürchten, dass die Einstufung dazu führen könnte, dass Nahrungsmittel-Lieferungen zu den Millionen hungernden Menschen in dem Bürgerkriegsland behindert werden könnten. Ähnlich hatte sich zuvor bereits ein Sprecher des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell in Brüssel geäußert.

US-Außenminister Mike Pompeo hatte zuletzt mitgeteilt, die Houthi-Rebellen als Terrororganisation einstufen zu wollen. Im Jemen herrscht seit 2014 Bürgerkrieg. Die Huthis kontrollieren große Teile des Landes, darunter die Hauptstadt Sanaa. Sie kämpfen gegen die Truppen der international anerkannten Regierung, die unter anderem vom Nachbarland Saudi-Arabien militärisch unterstützt wird. Verbündet sind die Houthis mit dem Iran, einem Erzfeind Riads.

Das Land auf der Arabischen Halbinsel ist eines der ärmsten der Welt. Der Bürgerkrieg hat das Leid der Menschen deutlich vergrößert. 24 Millionen Menschen - rund 80 Prozent der Bevölkerung - sind nach UN-Angaben auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die Houthi-Rebellen bezeichnen sich offiziell als "Ansar Allah" ("Unterstützer Gottes").

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