Vor Uganda-Wahl: Facebook sperrt Konten mit Verbindung zur Regierung

Uganda wählt am Donnerstag ein neues Parlament

Wenige Tage vor der angespannten Wahl in Uganda hat Facebook ein mit der Regierung verbundenes Netzwerk von Nutzerkonten und Seiten abgedreht. Wie eine Sprecherin von Facebook am Montag mitteilte, habe das Netzwerk gefälschte und doppelte Konten genutzt, um Kommentare zu hinterlassen, Nutzer zu imitieren und Beiträge beliebter erscheinen zu lassen, als sie eigentlich seien. Das Netzwerk habe Verbindungen zum Informationsministerium der ugandischen Regierung, hieß es.

Am Donnerstag sind die Bürger des ostafrikanischen Landes aufgerufen, einen neuen Präsidenten und ein Parlament zu wählen. Die Lage ist sehr angespannt: In den vergangenen Monaten sind Sicherheitskräfte immer wieder bei Wahlveranstaltungen gegen Oppositionsunterstützer vorgegangen, auch Oppositionsführer Bobi Wine wurde schikaniert und festgenommen. Bei Protesten und Unruhen im November wurden laut des UN-Menschenrechtsbüros mindestens 54 Menschen getötet.

Der seit 1986 regierende Präsident Yoweri Museveni, der sich eine weitere Amtszeit sichern will, steht vor der wohl größten Herausforderung seiner politischen Laufbahn. Er galt lange als Hoffnungsträger in dem Land, heute kritisiert die junge Generation aber Korruption und ineffektive Regierungsführung und fordert Veränderungen. Dafür steht für viele der junge Ugander Bobi Wine. Der Musiker und Parlamentsabgeordnete mit bürgerlichem Namen Robert Kyagulanyi ist prominenter Kritiker Musevenis. Ihm werden in einer fairen und freien Wahl gute Chancen eingeräumt.

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