Wiener "neunerhaus"-Gesundheitszentrum versorgte 2020 5.800 Menschen

Geschäftsführerin Unterholzner: "Seit Monaten bildet sich täglich eine Warteschlange" - Auch heuer wird mit "enormer" Nachfrage gerechnet

Täglich bildet sich die Warteschlange: Das "neunerhaus"-Gesundheitszentrum in Wien-Margareten, in dem obdachlose und nicht versicherte Personen versorgt werden, ist seit dem Vorjahr - wohl infolge des Coronavirus - mit einem starken Anstieg an Patientinnen und Patienten konfrontiert. Es wurden 5.800 Menschen versorgt, 2019 waren es noch 5.300. Die Lage wird sich wohl so schnell nicht ändern: "Die Nachfrage ist auch 2021 nach wie vor enorm", hieß es am Dienstag.

"Seit Monaten bildet sich täglich eine Warteschlange vor unserem Gesundheitszentrum. Viele Menschen haben keine Versicherung aber sehr wohl chronische Erkrankungen, Zahnschmerzen, offene Wunden an den Beinen oder ganz einfach Rede- und Aufklärungsbedarf zu ihrer Situation - bei neunerhaus gilt für sie alle: 'du bist wichtig'", schilderte Daniela Unterholzner von der "neunerhaus"-Geschäftsführung die aktuelle Situation in einer Aussendung.

Das "neunerhaus"-Gesundheitszentrum beherbergt eine Arztpraxis, eine Zahnarztpraxis, die Wundversorgung und die Sozialarbeit interdisziplinär unter einem Dach. Allein die Arztpraxis verzeichnete seit Pandemiebeginn einen starken Patientinnen- und Patientenzuwachs, nämlich von mehr als einem Viertel (erstes Quartal 2020: 676 Patienten, zweites Quartal 2020: 877 Patienten). Auch der Bedarf an sozialarbeiterischer Beratung ist stark gestiegen: Gab es 2019 über 1.500 derartige Gespräche, waren es 2020 schon 2.500 - um zwei Drittel mehr.

"Die Zahl der Patientinnen und Patienten stieg und damit auch das Bedürfnis an Beratung, Austausch, Entlastung und Weitervermittlung. Somit hat das Thema psychische Gesundheit auch uns im letzten Jahr sehr stark begleitet und gefordert", erklärte Elisabeth Hammer, das zweite Mitglied der "neunerhaus"-Geschäftsführung.

OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten