Zürcher Börse schließt mit Verlusten

Leitindex SMI rutscht nach leicht positivem Start ab - Sorgen vor anziehender Inflation belasten

Die Sorgen der Anleger vor einer anziehenden Inflation und steigenden Renditen für Staatsanleihen haben den Schweizer Aktienmarkt am Dienstag klar ins Minus gedrückt. Nach einem leicht positiven Start sackte der Schweizer Leitindex SMI bis am Nachmittag gar auf ein neues Jahrestief ab. Im späten Handel konnte er immerhin die Marke von 10.600 Punkten zurückerobern.

Den Anlegern schmecke derzeit der "Inflations-Cocktail aus gestiegener Geldmenge und anziehenden Rohstoffpreisen" nicht, kommentierte ein Marktanalyst. Zudem seien die Bewertungen am Aktienmarkt bereits sehr hoch. Die Preiseinbrüche an den Kryptomärkten belasteten die Stimmung am Aktienmarkt zusätzlich, hieß es. Aussagen von Fed-Präsident Jerome Powell vor dem US-Kongress wirkten am Abend unterdessen etwas beruhigend auf die Märkte.

Der SMI schloss um 0,83 Prozent tiefer auf 10.609,03 Punkten, nachdem er am Nachmittag ein neues Jahrestief bei 10.529 Punkten erreicht hatte. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, sank um 0,84 Prozent auf 1.714,50 und der umfassende SPI verlor 1,06 Prozent auf 13.250,56 Zähler. Von den 30 SLI-Werten schlossen 20 im Minus, neun im Plus und einer (Temenos) unverändert.

Die stärksten Abgaben im SLI entfielen auf die Titel des PC-Zubehör-Herstellers Logitech (minus 4,6 Prozent), die im Handelsverlauf zeitweise um bis zu 9 Prozent einbüßten. Am Markt wurde auf die Schwäche der US-Technologie-Aktien verwiesen, die zuletzt noch auf sehr hohe Bewertungen geklettert waren. Abgaben erlitten auch die Titel des Chipherstellers ams (minus 3,2 Prozent).

Mit Straumann (minus 3,8 Prozent) erlitt ein weiterer Titel klare Abgaben, der im laufenden Jahr eine gute Performance gezeigt hatte. Starke Verluste gab es auch für typische Zykliker wie Sika (minus 2,7 Prozent), ABB (minus 2,2 Prozent) oder Schindler (minus 1,2 Prozent). Auch Kühne+Nagel (minus 1,9 Prozent) gaben Gewinne vom Vortag nach den Nachrichten zur Expansion des Logistikkonzerns wieder ab.

Deutliche Abgaben erlitt auch die Aktien der SMI-Schwergewichte Nestlé (minus 1,6 Prozent) sowie Novartis (minus 1,0 Prozent) und Roche (minus 1,0 Prozent). Weniger deutlich im Minus schlossen die defensiven Titel des Telekomkonzerns Swisscom (minus 0,3 Prozent).

Etwas besser hielten sich vor allem Finanztitel, für welche höhere Renditen schließlich auch bessere Margen und mehr Erträge bedeuteten, wie es im Markt hieß. Zurich (minus 0,5 Prozent) und Swiss Life (minus 0,3 Prozent) schlossen verhältnismäßig moderat im Minus und Swiss Re (plus 1,2 Prozent) gehörten gar zu den wenigen Gewinnern.

Auch die Aktien des Vermögensverwalters Julius Bär (plus 0,2 Prozent) legten zu. Gewinne gab es auch für die Großbankenwerte UBS (plus 0,3 Prozent) und vor allem Credit Suisse (plus 1,5 Prozent). Unterstützung erhielten die Titel der zweitgrößten Schweizer Bank von positiven Kommentaren. Laut den Analysten von Barclays ist die Credit Suisse etwa gut positioniert, sich im Geschäft mit sogenannten Special Purpose Acquisition Companies (SPAC) ein "lukratives Stück des Kuchens" abzuschneiden.

Ebenfalls im Plus schlossen die Titel des Augenheilspezialisten Alcon (plus 0,7 Prozent), der die Publikation seiner Zahlen zum Geschäftsjahr 2020 in der Nacht auf Mittwoch in Aussicht gestellt hatte.

Am breiten Markt legten die PSP-Aktien (minus 1,7 Prozent) nach Ergebnisvorlage zu. Die Immobiliengesellschaft ist laut den Zahlen relativ gut durch das Corona-Jahr gekommen. Das Immobilienunternehmen Novavest (plus 2,7 Prozent) vermeldete gar einen deutlichen Gewinnanstieg.

Etwas schwächer schlossen die Aktien der CPH Chemie + Papier Holding (minus 0,6 Prozent). Dem Unternehmen setzten 2020 vor allem die sinkenden Auflagen am Zeitungsmarkt im Papiergeschäft zu.

Stark unter Druck gerieten dagegen die Aktien von SIG Combibloc (minus 10,1 Prozent). Der Verpackungs-Spezialist konnte mit seinen Jahreszahlen zwar die Erwartungen der Analysten erfüllen, bemängelt wurde aber der konservative Ausblick. Meyer Burger (minus 9,8 Prozent) wurden unterdessen gemäß Marktbeobachtern für die hohen Verluste bei den in den USA gehandelten Solaraktien in Sippenhaft genommen.

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