Bischof Fischer weist neue Vorwürfe zurück

Missbrauch-Skandal

Bischof Fischer weist neue Vorwürfe zurück

Ein Innsbrucker Psychiatrieexperte soll die Anschuldigungen untersuchen.

Der Feldkircher Diözesanbischof Elmar Fischer wies am Montag die Gewaltvorwürfe zurück, über die das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner aktuellen Ausgabe unter Berufung auf Zeugen berichtet. Der Bischof soll in den 1960er-Jahren gewohnheitsmäßig Kinder geschlagen und in seiner Zeit als Rektor des Bregenzer Internats "Marianum" einem Zögling eine Rippe gebrochen haben. Inhaltlich wollte sich der Bischof laut dem Pressebüro der Diözese dazu nicht äußern.

Vorwürfe überprüfen
Die Ombudsstelle der Diözese Feldkirch beauftragte den Direktor der Universitätsklinik für Allgemeine Psychiatrie und Sozialpsychiatrie in Innsbruck, Hartmann Hinterhuber, die Vorwürfe gegen den Bischof im Gespräch mit den Betroffenen zu prüfen. Der Pressebeauftragte der Diözese, Dietmar Steinmair, erklärte dazu: "Er ist unabhängig und jemand von außerhalb der Diözese, damit ist größtmögliche Objektivität in der Untersuchung der Vorwürfe gewährleistet."

Um die Überprüfung durchführen zu können, wurde "profil" per Rechtsanwaltsbrief aufgefordert, die Namen der Betroffenen bekanntzugeben. Dass der Brief von einem Anwalt komme, soll dem Ansuchen lediglich einen offiziellen Charakter verleihen. Es handle sich aber rein um "eine Bitte an 'profil'", präzisierte Steinmair. "Wir wollen die Chance bekommen, mit den Personen zu sprechen", erklärte Steinmair, denn "die Vorwürfe sind vom Inhalt her schwer".

Kein Zeitraster für Auftrag
Der Innsbrucker Psychiatrieprofessor Hartmann Hinterhuber versteht seine Aufgabe als "Anlaufstelle für Menschen, die während der Tätigkeit des Bischofs Übergriffe erlitten" haben sollen. "Ich werde sehr gewissenhaft mit allen sprechen, die sich bei mir melden", so der Klinikleiter. Es gelte außerdem, im konkreten Einzelfall für den Betroffenen und die Ombudsstelle der Diözese Feldkirch Empfehlungen für die weitere Vorgangsweise abzugeben, so Hinterhuber. Am Ende werde er seine Ergebnisse in einem Bericht dokumentieren.

Es gebe für den Auftrag keinen Zeitraster, er wolle vielmehr "in den nächsten Wochen und Monaten offen für jedes Gespräch" sein. Im Zentrum seiner Aufgabe stünden dabei die Vorwürfe gegen Bischof Elmar Fischer, die sich um dessen Erziehungsmethoden drehten. Für die Prüfung der Vorwürfe ausgewählt worden sei er wegen seines Erfahrungshintergrunds und weil er mit den entsprechenden Einrichtungen in Vorarlberg vertraut sei. Hinterhuber war von 1990 bis 2008 Direktor eines Suchtforschungs-Instituts der Universität Innsbruck mit Sitz in Frastanz (Bezirk Feldkirch).

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