Video zum Thema Mord in Wien: Frau ersticht Ehemann vor Tochter
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Noch nie gab's so viele Morde

Frau ersticht ihren Mann nach Martyrium

Wien. Bisher waren in diesem Jahr immer die Frauen die Opfer. Von den zehn Bluttaten innerhalb von nur 40 Tagen im Jahr 2019 (siehe unten auf dieser Seite) wurden bisher sieben Frauen von ihren Partnern getötet. Jetzt steht heuer erstmals eine Frau im Zuge einer Beziehungstat unter dringendem Mordverdacht.

Jahrelanges Martyrium. Die Einvernahmen der 38-jährigen Mutter von zwei Kindern liefen am Sonntag zwar noch, aber laut ihren eigenen Angaben hat die Wienerin ihren Ehemann getötet, nachdem dieser wieder einmal zugeschlagen hatte. Sie hätte in ihrer Ehe ein jahrelanges Martyrium durchleiden müssen.

Missbraucht. Der 40-Jährige, ein gebürtiger Bosnier, soll seine Frau und auch die 18 Jahre alte Tochter seit Jahren immer wieder körperlich misshandelt und gedemütigt haben.

Küchenmesser. Wie bereits am Sonntag berichtet, soll die 38-jährige Frau am Samstagnachmittag gegen 14 Uhr in der Karl-Heinz-Straße in Wien-Liesing ihren Ehemann bei einem Streit mit einem Küchenmesser tödlich verletzt haben. Sie traf ihn dabei in die Brust.

 

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Tochter leistete ihrem Vater noch Erste Hilfe

Mann starb im Krankenhaus. Die 18-jährige Tochter war während der Tat anwesend und musste bei der Tragödie zusehen. Sie versuchte noch, ihrem schwer verletzten Vater Erste Hilfe zu leisten, und verständigte dann die Rettung. Doch diese konnte nichts mehr ausrichten. Nur drei Stunden nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus verstarb der Bosnier.

Einvernahme. Ihr kleinerer elf Jahre alter Bruder war zum Zeitpunkt der Tat nicht zu Hause. Nach der Einvernahme, bei der sich die Frau sehr kooperativ verhielt, wurde am Sonntag die U-Haft über die mutmaßliche Messerstecherin verhängt. Für die Verdächtige gilt die Unschuldsvermutung.

 

Noch nie gab's so viele Morde

An der Polizei liegt es nicht, schon eher am Gesetzgeber: Das Sicherheitsgefühl der Österreicher leidet seit Beginn des Jahres extrem. In 40 Tagen wurden zehn Personen ermordet, ­jeden vierten Tag gab es ein tödliches Gewaltverbrechen. Das sind Werte wie aus den 1980er-Jahren, die einen neuen traurigen Rekord befürchten lassen.

Allein am vergangenen Wochenende starben zwei Menschen. In Wien-Liesing nahe dem Wohnpark Alt-­Erlaa erstach eine 38-Jährige ihren bosnischen Ehemann vor den Augen der Tochter (18). Die hatte noch die Rettung verständigt, doch der Vater erlag drei Stunden später in einem Krankenhaus seinen schweren Brustverletzungen (siehe Seite 10).

In Regau (OÖ) wurde der Mazedonier Faruk F. (29) in einer Shisha-Bar erstochen. Täter soll sein eigener Cousin gewesen sein. Es gab Streit in der Familie, letztendlich ging es ums Geld.

Die blutige Serie begann am 8. Jänner in Amstetten, wo der Islamist Şenol D. (37) seine um drei Jahre ältere Ehefrau mit 38 Messerstichen ermordet haben soll. Vor dem vergangenen Wochenende schockte der brutale Mord am Dornbirner Sozialamtsleiter Alexander A. (49) das ganze Land. Der Asylwerber Soner Ö. (34) wollte seine Mindestsicherung ausbezahlt bekommen. Als der Beamte dies ablehnte, sprach er sein Todesurteil.

Fast alle sind Beziehungstaten: 10 Tote in nur 40 Tagen - Blutrausch im neuen Jahr

  • 8. JÄNNER. Senol D. (37), ein islamistischer Fundamentalist, tötet in Amstetten (NÖ) seine Frau vor ihren 3 Kindern.
  • 9. JÄNNER. Am Tag eines Gerichtstermins ermordet Roland H. (41) seine Ex-Partnerin Silvia K. (50) in Krumbach (NÖ) – sie waren seit einem Jahr getrennt.
  • 13. JÄNNER. Manuela K. (16) wird erwürgt in einem Park in Wiener Neustadt gefunden. Täter war ­Ex-Freund Yazan A. aus Syrien.
  • 15. JÄNNER. Spanier Eyob B. (21) ersticht seine Schwester Eyerus (25) am Wiener Hauptbahnhof.
  • 21. JÄNNER. Der Mazedonier Xhemajl M. (36) trifft seine Frau zu einer Aussprache auf einem Parkplatz in Tulln und ersticht sie mit einem 20 cm langen Dolch.
  • 25. JÄNNER. In Ebergassing (NÖ) wird eine Pensionistin (64) tot aufgefunden. Verdächtig ist Tamara B. (43), die bereits einmal eine Frau lebensgefährlich verletzte.
  • 6. FEBRUAR. Bettina W. (39) stirbt in ihrer Hietzinger Wohnung. Tatverdächtig ist der Partner (31).
  • 6. FEBRUAR. Wütend, weil er keine Sozialleistungen bekommt, ersticht Asylwerber Soner Ö. den Chef der Sozialabteilung in Dornbirn.
  • 9. FEBRUAR. Bei einer Massenschlägerei vor einer Bar in Regau (OÖ) stirbt Faruk F. (29).
  • 9. FEBRUAR. In Liesing ­ersticht eine Wienerin (38) ihren Mann (40).

 

70 Prozent der Täter sind Ausländer

Von den zehn mutmaßlichen Mördern (es gilt für alle die Unschuldsvermutung), die fast immer in einer Beziehung zum Opfer standen, haben sieben Migrationshintergrund. Ein besonders hoher Wert in Hinblick auf die Zusammensetzung der Bevölkerung. Denn landesweit sind nur 15 Prozent Ausländer oder haben einen Migrationshintergrund.

In den 28 österreichischen Gefängnissen mit insgesamt rund 9.000 Häftlingen sind inzwischen 51 Prozent Ausländer oder haben einen Mi­grationshintergrund. Tendenz steigend – wie bei den Morden.

 

Regierung verschärft nun 50 Strafen

Am Mittwoch soll die massive Erhöhung der Strafen bei Gewalt gegen Frauen erfolgen. Eine Task-Force unter ÖVP-Staatssekretärin Karo­line Edtstadler hat den Maßnahmenkatalog finalisiert. Der Ministerrat soll am Mittwoch die Novelle verabschieden.

Die wichtigsten Punkte:

Vergewaltigung. Anhebung der Mindeststrafe von einem Jahr auf zwei Jahre. ­Keine bedingten Strafen mehr. Höchststrafe fünf bis 15 bzw. zehn bis 20 Jahre.

Gewalt gegen Kinder. Derzeit eineinhalb bis fünf Jahre. Zukunft: ein Jahr bis zehn Jahre. Sexualstraftäter erhalten ein lebenslanges Verbot der Arbeit mit Kindern.

Stalking. Höchststrafe steigt von einem Jahr auf drei Jahre.

Wiederholungstäter. Nach zwei Verurteilungen steigt der Strafrahmen künftig um bis auf das Doppelte.

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