Schulatlas "beweist"

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Hobbingen liegt in Kärnten!

Konkret handelt es sich um die Seite 94 der 103. Auflage des Putzger-Atlasses des Cornelsen-Verlages, das Standardwerk an deutschen Schulen. Doch schlägt man diese Seite („Mitteleuropa im Zeitalter der Reformation“) auf und schaut sich die Karte etwas genauer an (wie es ein Redakteur des „Spiegel“ getan hat, der den Spaß entdeckt hat), müsste vor allem J.R.R. Tolkien-Fans etwas elbisch vorkommen. Denn dort steht – schräg unter Klagenfurt und Bleiburg – „Hobbingen“ zu lesen.

karte_hobbingen_putzger_290 © (c) Putzger Weltatlas, Cornelsen Verlag
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Kann das sein? Nein! Denn ein Hobbingen ist der Menschheit nur aus einem Buch bekannt: J.R.R. Tolkiens „Herr der Ringe“, einem Fantasy-Meisterwerk, das von Peter Jackson verfilmt wurde und in drei Teilen zwischen 2001 und 2003 in die Kinos kam. In besagtem Ort im Auenland wohnten Frodo und Bilbo Beutlin sowie Frodos bester Freund (und zunächst Gärtner) Sam. Natürlich noch zahlreiche weitere Hobbits, aber die taten im Mittelerde-Epos nicht viel zur Sache und sollen auch hier unerwähnt bleiben.

Hobbits im Süden Österreichs
Doch wo läge die Heimat der Hobbits heute? Gehörte der Ort auf der Karte zur Zeit von 1547 noch zum Herzogtum Steiermark, so würde er in der heutigen Zeit wahrscheinlich im südlichsten Bundesland Österreichs liegen. Hobbingen in Kärnten also. Im Register ist übrigens auch das wichtigste Ereignis in Hobbingen zu finden: „1521: Die Ermordung Sarumans, des vormaligen Führers des Weißen Rates.“

Auch Bruchtal, der Versammlungsort der Elben, Menschen und Hobbits im ersten Buch des Abenteuers ist zu finden. In Ungarn. Im Register steht dazu: „Bruchtal: Versammlungsort der spätern Ringgemeinschaft“.

Augenzwinkern
Beim Cornelsen-Verlag sieht man den Atlas-Spaß ganz gelassen. Warum auch nicht? „In alter Tradition von Kartografie-Redakteuren, denen ja zu Unrecht meist wenig Humor nachgesagt wird, wurden die beiden Orte Bruchtal und Hobbingen tatsächlich auf Karten und im Register der beiden Ausgaben der 103. Auflage platziert“, so Sprecher Nico Enger.

Der Redakteur, der sich so in der Schulausgabe als auch der Großen Ausgabe verewigt habe, sei Geschichtslehrer an einem Gymnasium und setze das Werk „gern und mit Wonne“ ein. Enger dazu: „Womöglich gilt auch hier die Erkenntnis: Mit einem Augenzwinkern und etwas Spaß lernt sich’s leichter - auch im Erdkunde-/Geschichtsunterricht bei der Kartenarbeit.“

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