Ist dieser Asfinag-Mann ein Trafikräuber?

"Staatsaffäre" um Burgenländer

Ist dieser Asfinag-Mann ein Trafikräuber?

Der Griff zur Billigzigarette könnte diesen Raucher und Asfinag-Mann teuer zu stehen kommen: Jetzt sitzt er als Trafikräuber in Haft.

Die Story klingt zu krass, doch Gerald G. und seine Familie aus dem Grenzort Rattersdorf schwören Stein und Bein: Der 40-Jährige ist das Opfer einer unglaublichen Verwechslung. Der Familienvater werde völlig zu Unrecht in Ungarn wie ein Schwerverbrecher behandelt – und sitzt zurzeit in Szombathely hinter schwedischen Gardinen.

Jede Woche Fahrt zu der Billig-Trafik
Die (Vor-)Geschichte des möglicherweise bilateralen Justizirrtums: Wie ­ÖSTERREICH berichtete fährt der Mitarbeiter der Straßenmeisterei Inzersdorf seit Jahren mindestens einmal die Woche über die Grenze in eine kleine Bar, Wechselstube und Trafik, um sich dort mit günstigen Zigaretten einzudecken. So auch am 2. Jänner, kurz vor 21 Uhr – bekleidet mit einer türkisen Kapuzenjacke, wobei er die Kapuze nicht aufhatte. Nach eigenen Angaben fuhr Gerald G. mit den Glimmstängeln in der Hand sofort nach Hause.

Ungarn schließen seltenen Zufall aus
Dass er zwei Wochen später bei einem erneuten Besuch in dem Shop nahe Köszet zu seiner Überraschung verhaftet wurde, lag an der Videoaufnahme vom 2. Jänner kurz nach 21 Uhr: Da betrat ein türkiser Kapuzen-Mann, diesmal allerdings mit aufgesetzter Kapuze, die Grenztrafik und raubte das Geschäft aus.

Während die ungarischen Ermittler nicht glauben, dass innerhalb so kurzer Zeit zwei identisch gekleidete Männer mit unterschiedlicher Kapuzentrageweise ein und denselben Ort betreten, und den Burgenländer verhafteten, beteuert der Asfinag-Mann seine Unschuld.

Laut seiner Familie sei der 40-Jährige bisher völlig unbescholten. Er habe seit dem vermeintlichen Raub genau in dieser Trafik mehrmals eingekauft. Außerdem könne er ein Alibi vorweisen. Ein Anwalt wurde eingeschaltet. Die Staatsanwaltschaft in Eisenstadt und das Außenamt in Wien wurden informiert.

Roland Kopt

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