Klimas Plan für die Lipizzaner

Neue Hofreitschul-Chefin im Interview

Klimas Plan für die Lipizzaner

Wien. Es sollte eine Glanzstunde im Leben von Sonja Klima werden, als am Freitag offiziell bekannt gegeben wurde, dass die bekannte Charity- Lady und Ex-Frau des ehemaligen SPÖ-Bundeskanzlers Viktor Klima die neue Präsidentin der Spanischen Hofreitschule wird. Aus der Glanzstunde entwickelte sich allerdings eine böse Intrige in und im Umfeld dieser traditionsreichen, weltberühmten österreichischen Institution.

Rücktritte. „Ein Postenschacher der übelsten Sorte“, hieß es von Seiten des vierköpfigen Beirats der Hofreitschule wenig diplomatisch, der infolge der Neubestellung geschlossen zurücktrat.  Hintergrund: Die Mitglieder des Beirats, darunter der Präsident der Wiener Anwaltskammer Michael Enzinger und Ex-Dressur-Olympiasiegerin Elisabeth Max-Theurer, präferierten den langjährigen Leiter der Reitbahn, Herwig Radnetter. Diese „alte Garde“ will verhindern, dass jemand frischen Wind in die schwer defizitäre Hofreitschule bringt.

Parteizwist. Kurz danach ein weiterer Knalleffekt: Der frühere ÖVP-Wirtschaftsminister Martin Bartenstein trat von seiner Funktion als Aufsichtsrat der Hofreitschule ­zurück. Bartenstein: „Im Hinblick auf die jüngsten Vorgänge lege ich mein Aufsichtsratsmandat mit sofortiger Wirkung zurück.“

 

SPÖ-Vergangenheit Sonja Klimas als Zankapfel

Kritik an Bartenstein, wenn auch nur hinter vorgehaltener Hand, folgte prompt. Barten­stein soll aus Protest über den SPÖ-Hintergrund der Ex-Frau des ehemaligen SP-Bundeskanzlers Viktor Klima zurückgetreten sein. „Einige Alt-ÖVP­ler können sich nicht damit anfreunden, dass Sonja Klima früher mit einem SPÖ-Kanzler verheiratet war“, so ein Parteiinsider.

Fest steht, Klima ist die dezidierte Wunschkandidatin von Kanzler Sebastian Kurz und der zuständigen Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger. Die Power-Frau soll jetzt in der Hofreitschule aufräumen.

 

"Ich habe mir jetzt meinen Traum erfüllt: Pferde sind meine Welt"

oe24.TV: Sie sind neue Leiterin der Hofreitschule. Wie sehr freut Sie das?

Sonja Klima: Es waren ­natürlich aufregende Tage und ich bin sehr glücklich, dass das jetzt vorbei ist. Ich freue mich auf diese neue Aufgabe. Ich bin wirklich stolz.

oe24.TV: Wann treten Sie ­Ihren neuen Job an?

Klima: Das wird demnächst der Fall sein. Die vertraglichen Formalitäten werden jetzt geregelt, wann genau, steht nicht fest.

oe24.TV: Woher Ihre Liebe zu Pferden?

Klima: Ich bin mit Pferden aufgewachsen und habe mir jetzt meinen Traum erfüllt.  Mein Großvater war Hufschmied, meine Großmutter war eine Pferdenärrin und ich auch. Für mich sind Pferde meine Welt. Sie sind mein Traum, ich liebe sie über alles. Vor drei Jahren habe ich mir auch ein kleines Gestüt gekauft im Marchfeld. Mittlerweile stehen dort 50 Pferde, zum Teil Rennpferde. Ich lebe dort, manage das Gestüt.

oe24.TV: Als man Ihnen die Position angeboten hat, haben Sie sofort gesagt, das ist mein Traumjob?

Klima: Nein, am Anfang habe ich gesagt: „Oh Gott nein, das mache ich nicht.“ Weil ich natürlich weiß, was da auf mich zukommt und noch zukommen wird. Man sieht das jetzt ja auch in den ganzen Medienberichten.

oe24.TV: Was kommt auf Sie zu?

Klima: Eine schwere Arbeit. Ich werde sicherlich Tag und Nacht arbeiten, ich werde sehr viel vorbereiten müssen. Das Kulturerbe, diese Institution steht im Vordergrund, ich stelle mich da jetzt nicht in den Mittelpunkt. Ich stelle die Institution, die Spanische Hofreitschule in den Mittelpunkt. Genau so sehe ich das. Österreich kann stolz sein, so etwas zu haben, denn es ist einzigartig auf der Welt. Ich bin glücklich, dass ich dort arbeiten darf.

oe24.TV: Sie sind Nachfolgerin von Elisabeth Gürtler. Wie verstehen Sie sich mit ihr?

Klima: Elisabeth Gürtler begleitet mich schon sehr lange, sie ist für mich ein großes Vorbild, sie ist eine Lady, eine ganz tolle Managerin.  Ich schätze sie und ihre großartige Arbeit.

oe24.TV: Was ist Ihr Ziel?

Klima: Die Hofreitschule gemeinsam in die Zukunft ­führen: Bereiter, mein Co-Geschäftsführer, die Tiere. Ich habe in den vergangenen neun Jahren als Geschäftsführerin von Ronald McDonald gezeigt, dass ich erfolgreich Sponsoren und Unterstützer finden kann.

oe24.TV: Denken Sie eigentlich noch an Ihre Zeit als Kanzlergattin?

Klima: Natürlich, das kann man ja nicht vergessen. Das war eine ganz wichtige und schöne Zeit und es war eine Zeit, wo man so vieles erleben konnte, was ich ohne Viktor nicht erleben hätte können. Die  Erfahrungen, die ich aus dieser Zeit mitnehme, sind, glaube ich, auch sehr wichtig für meine Zukunft an der Spitze der Spanischen Hofreitschule.

oe24.TV: Es ist eine super Lebensgeschichte, von der Volksschullehrerin über die Kanzlergattin zur Präsidentin der Spanischen Hofreitschule.

Klima: Ich bin sehr stolz, dass ich Pädagogin bin. Weil genau aus dieser Zeit kann man sehr viel mitnehmen.

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