7,4 Millionen begehen das wichtigste kirchliche Fest

Pfarrer Faber erklärt Ostern

7,4 Millionen begehen das wichtigste kirchliche Fest

„Auch wenn Weihnachten so idyllisch ist und mit vielen Geschenken ein­hergeht, Ostern ist das wichtigere Fest“, sagt Stephansdom-Pfarrer Toni Faber im Interview bei oe24.TV. Bei den mehrtägigen Feierlichkeiten gedenken Christen weltweit der Kreuzigung und Wiederauferstehung Jesu Christi. Mehr als 80 Prozent der Österreicher, rund 7,4 Millionen Menschen, feiern das Fest. Rund 3,4 Millionen Menschen gehen in die Kirche.

Nicht nur für Papst Franziskus – auch für Österreichs Kardinal Christoph Schönborn ist es die wohl arbeitsreichste Woche des Jahres: nicht weniger als 12 Messen, oft mehrere am Tag. An seiner Seite: Toni Faber, der uns das Osterfest und seine Symbole wie Lamm, Kreuz und auch Hase erklärt.

Für drei Viertel ist Gott in ihrem Leben weiter wichtig

Obwohl die Kirche weiterhin jährlich mehr Menschen verliert als dazugewinnt, sind laut aktuellen Zahlen 5,05 Millionen Menschen in Österreich Mitglied der katholischen Kirche. Dazu kommen knapp 300.000 Evangelische.

„Der Glaube an Gott ist weiterhin groß und erstaunlich konstant“, sagt Theologin Regina Polak von der Uni Wien zu ÖSTERREICH. Laut der von ihr erarbeiteten Wertestudie 2018 ist Gott für 72 Prozent der Österreicher noch immer relativ oder sehr wichtig. Der Glaube an ein Leben nach dem Tod oder die Reinkarnation habe seit 1990 sogar zugenommen: Mehr als die Hälfte denkt, dass das Leben mit dem Tod nicht vorbei ist.

30 Prozent mehr

„Christliche Werte werden weiter gelebt, allerdings immer mehr abgekoppelt von der Kirche“, erklärt Polak den scheinbaren Widerspruch zur sinkenden Zahl der Kirchenmitglieder. Anderswo gibt es einen Boom: „Das karitative und soziale Engagement in kirchlichen Einrichtungen ist um 30 Prozent gestiegen“, sagt Polak. So halfen viele Österreicher 2015 während der Flüchtlingskrise und seien dann „picken geblieben“, so Polak. (baa)

 

Toni Faber erklärt die Bedeutung der österlichen Traditionen

Osterkerze: Sie ist Symbol für Hoffnung und Zeichen, dass der Tod dem Leben und die Finsternis dem Licht weichen muss. Sie wird im Dom zu Tausenden verteilt.     

Osterlamm: Das Lamm ist das klassische Opfertier im Alten Testament. Es steht als Symbol für die unschuldige Hingabe, das Sterben von Jesus.

Osterpinze: Die Osterpinze steht für die Dreifaltigkeit. Mit den süßen Pinzen und dem Osterschinken feiert man am Ostersonntag das Ende der Fastenzeit.     

Osterhase: Für die meisten gehört er zum Fest dazu. In der christlichen Tradition ist er aber eher unbedeutend. Seine offenen Augen stehen für die nie schlafende Liebe Gottes.

Ostereier: Das Ei ist ein universelles Symbol von Fruchtbarkeit, Leben und Wiedergeburt. Es symbolisiert, dass neues Leben entstehen kann und das, was wir tun, Früchte trägt.

Osterkreuz: Es ist ein Mahnmal für den Tod und soll uns gleichzeitig erinnern, dass Gott uns auch in schwerer Zeit nicht allein lässt.

 

Dompfarrer Toni Faber bei FELLNER! LIVE: "Wir feiern den Sieg Gottes über Leid und Krankheit"

Faber Fellner Live © TZOe Artner

Oe24.tv: Welche Bedeutung hat das Osterfest für uns?

Toni Faber: Es sind die heiligsten Tage im Jahr. Das nimmt kaum jemand wahr, da Weihnachten so idyllisch und reich an Geschenken ist. Ostern ist aber das wichtigere Fest: Das Leid und die Auferstehung Jesu Christi. Wir feiern den Sieg Gottes über Leid, Schmerzen, Krankheit.

Oe24.tv: Wofür steht die päpstliche Fußwaschung?

Faber: Der Papst sagt damit: Ich erweise euch den niedrigsten Dienst, damit ihr Apostel auch allen anderen so dient. Ihr sollt einer sein, der dient, und nicht einer, der sich bedienen lässt.

Oe24.tv: Karfreitag um 15 Uhr ist die Zeit von Jesus Tod.

Faber: Da werde ich am Stephansdom den Kreuzweg nachgehen, es sind 14 Stationen. Um 15 Uhr bin ich dann an der letzten Station. Jesus stirbt für uns alle am Kreuz. Wir werden auf die Knie fallen, die Osterratschen werden erklingen. Am Abend wird das Kreuz verhüllt hineingetragen und Stück für Stück enthüllt.

Oe24.tv: Wann kommt die Auferstehung?

Faber: Samstag ist Gebetsgottesdienst, sonst Stille. Das Kreuz ist verhüllt, um zu zeigen, dass Gott abwesend ist. Am Abend dann die Auferstehung. Der Kardinal führt mit der Osterkerze in der Hand die Gläubigen in den dunklen Dom. Das Dunkel der Nacht wird zerrissen vom Licht der Auferstehung, es wird an Tausende verteilt. Plötzlich ist alles erleuchtet, die Glocken kommen zurück.

Video zum Thema Fellner! Live: Dompfarrer Toni Faber zu Notre-Dame
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