25. Juni 2019 13:26
In Afrika
Rassismus-Eklat auf Strabag-Baustelle
Strabag-Bauleiter soll Arbeiter beschimpft und geschlagen haben – Es gilt die Unschuldsvermutung. 
Rassismus-Eklat auf Strabag-Baustelle
© oe24

Wien/Kenia. Die Vorwürfe gegen einen Strabag-Bauleiter wiegen schwer: Jürgen H. (47) soll während des Multimillionen-Dammprojekts in Mwea in Kenia Mitarbeiter geschlagen und rassistisch beschimpft haben („Idioten“, „Buschmänner“).

Interpol. Die sechs betroffenen Arbeiter nahmen die Hasstiraden auf, um Beweise gegen den 47-Jährigen zu sammeln, der zuvor immer davongekommen sein soll. Nach seiner Einvernahme verließ H. trotz laufender Ermittlungen das Land. Jetzt ziehen dunkle Wolken über den Baukonzern auf. Denn die kenianische Polizei macht die Strabag für das Abtauchen (mit-)verantwortlich.

Harte Maßnahmen gegen Strabag angekündigt

Vergangenen Montag hätte der Austro-Bauleiter erneut befragt werden sollen. „Wir haben dem Management gesagt, dass sie den Leiter zur Polizeistation bringen sollen, damit er weitere Fragen beantwortet. Sie haben dem aber nicht Folge geleistet“, sagt der örtliche Polizeichef, Antony Wanjuu, gegenüber lokalen Medien  und kündigt „harte Maßnahmen“ sowie das Hinzuziehen von Interpol bei der Fahndung an. Ein Manager der Strabag in Kenia sagte dazu, dass das Unternehmen selbst nicht von Jürgen H. über dessen Abreise informiert worden sei. H. soll mittlerweile wieder in Österreich sein.

Fahrer bei Bauprojekt in Malawi "Affen" genannt

Jürgen H. fällt nicht zum ersten Mal negativ im Zusammenhang mit seiner beruflichen Tätigkeit in Afrika auf. Während eines Straßenbau-Projekts in Malawi soll Jürgen H. im März 2017 gegenüber eines Lkw-Fahrers ausfällig geworden sein. Er soll ihn einen „Affen“ genannt haben, weil dieser Autoreifen eines Firmenwagens beschädigte. H. musste daraufhin das Land verlassen.

Strabag. Auf ÖSTERREICH-Anfrage bestätigt der Konzern, dass H. Mitarbeiter der Strabag ist und man um Aufklärung bemüht sei. Man müsse sich aber einen Überblick verschaffen, weshalb es derzeit keine Kommentare gibt.

Es gilt die Unschuldsvermutung. 

Larissa Eckhardt