Rettung aus 1.000 Metern Tiefe
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Berchtesgarden

Rettung aus 1.000 Metern Tiefe

Am Mittwoch brach die heiße Phase im Höhlen-Thiller an.

Hochspannung in Bayern, Tag Elf und letzte Phase für die Rettung des Forschers Johann Westhauser (52) aus der Riesending-Höhle bei Berchtesgarden: Mittwochvormittag erreichte das Helfer-Team mit dem schwerverletzten Deutschen das Biwak 1, rund 400 Meter unter der Erde, machte dort einige Stunden Pause und setzte die Bergung dann über das letzte Teilstück in Richtung Oberfläche fort.

Rettungsteam passierte Teilstück „Waschsalon“
Die Helfer rechneten damit, das Westhauser im Laufe des Donnerstags – mit Glück sogar noch am Mittwoch – endlich wieder Tageslicht sehen könne.

Seit Tagen ziehen internationale Helferteams die 100 Kilogramm schwere Trage mit Westhauser per komplizierten Seilsystem aus 950 Metern Tiefe durch Schluchten, Wasserfälle, enge Schächte nach oben. Bei 4 Grad 98 Prozent Luftfeuchtigkeit, Dunkelheit.

Westhauser ist ei eingewickelt in einen Schlafsack, trägt einen Helm gegen Erschütterungen und Steinschlag, ist vollgepumpt mit Medikamenten gegen Hirnschwellungen und epileptische Anfälle. Mittwochfrüh passierte das Rettungsteam den schwierigen Teil „Waschsalon“, in dem Wasser mit Planen abgehalten werden musste, damit das Opfer nicht zu nass würde und abkühlte. Zwei Ärzte, der Salzburger Assistenzarzt Jakob Krammer und ein Italiener, weilten ständig beim Opfer. „Sein Zustand ist stabil“, sagte der österreichische Einsatzleiter und Höhlenretter Andreas Langer.

Pause in Biwak als Kraftquelle für letzten Aufstieg.
Am letzten Teilstück waren mehrere senkrechte Steilwände mit Engstellen und unter ständiger Steinschlaggefahr zu bewältigen.

Plan: Mit dem Helikopter in ein nahes Krankenhaus
Der weitere Plan: Der Höhleneingang auf 1.843 Meter wurde weiträumig abgesperrt, Westhauser sollte sofort per Helikopter in ein Spital in der Nähe gebracht und dort intensivmedizinisch untersucht werden. Infrage kamen Salzburg, Innsbruck und München.

Unfallchirurg Reinhard Weinstabl meint gegenüber ÖSTERREICH: „Ob der Patient bleibende Schäden davontragen wird, kann erst gesagt werden, wenn er durch die Diagnosestraße gegangen ist. Komplikationen sind aber im Beriech des Möglichen“

(prj, kue)

Einsatzleiter Langer über die Rettungasaktion

ÖSTERREICH: Am Mittwoch erreichten die Retter Biwak eins. Wie anspruchsvoll ist dieser letzte Teil der Höhle?
Andreas Langer: Von Biwak eins bis an die Oberfläche sind es noch 400 Meter. Es geht über mehrere Schächte mit etlichen Engstellen und einem Canyon nach oben. Es besteht auch die Möglichkeit von Steinschlag. Es ist aber sicher nicht die schwierigste Stelle der Höhle. Technisch ist alles vorbereitet, die Teams sind eingespielt, der Zeitfaktor spielt aber eine große Rolle. Erst wenn der Patient und die Helfer hundertprozentig erholt sind, wird das letzte Teilstück in Angriff genommen?

ÖSTERREICH: Wie ist der Gesundheitszustand des Patienten vor dem letzten Stück?
Langer: Am Mittwochvormittag war er weiter stabil, das gab allen Beteiligten Grund zur Hoffnung. Ich habe auch mit dem österreichischen Arzt Martin Göksu gesprochen, der von viel Auftrieb für die Helfer durch den guten Zustand von Westhauser sprach.

ÖSTERREICH: Wie viele Österreicher waren an der Rettungsaktion bisher beteiligt?
Langer: Seit dem Unglück waren insgesamt 62 österreichische Ärzte, Höhlenretter und Helfer in Berchtesgaden im Einsatz.

(prj)

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