Empörung über 'Standard-Kritik' an härteren Strafen für Sexualverbrecher

Titelseite löst Wirbel aus

Empörung über 'Standard-Kritik' an härteren Strafen für Sexualverbrecher

Wien. Die Regierung wird am Mittwoch ein umfangreiches Vorhabenpaket zum Strafrecht beschließen. Der Fokus liegt dabei auf der Verschärfung der Strafen bei Gewaltverbrechen. So soll die Mindeststrafe für Vergewaltigungen künftig angehoben werden. Gänzlich bedingte Haftstrafen für Vergewaltiger soll es nicht mehr geben. Für Wiederholungstäter werden die Strafen verschärft.

Bisher betrug die Mindeststrafe für Vergewaltigung ein Jahr, diese soll künftig auf zwei Jahre erhöht werden. Zudem wird bei diesem Delikt, geht es nach den Plänen der Regierung, keine gänzlich bedingte Strafnachsicht mehr möglich sein. Damit wird nur mehr eine teilbedingte Strafnachsicht möglich, ein Verurteilter muss jedenfalls einen Teil der Freiheitsstrafe tatsächlich "absitzen".
 

Wirbel um "Standard"-Titelzeile

Für Empörung sorgte in diesem Zusammenhang am Montag der "Standard" mit seiner Titelzeile. In seiner Montagsausgabe titelt das Blatt polemisch: "Scharfe Kritik an härteren Strafen für Sexualverbrecher". 

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Zitiert wird eine Juristin, die es für "kontraproduktiv" hält, wenn zu hart gestraft wird. Damit würden Opfer weiter abgeschreckt, ihren Peiniger anzuzeigen, so die Ausführungen weiter.

Im Internet wird der "Standard"-Blattaufmacher bereits heftig kritisiert. Selbst im "Standard"-Forum zeigt sich eine Mehrheit der User empört: "Na ja, das ist aber dünne Kritik. Nach der Logik wäre es am besten, wenn es gar keine Strafen geben würde. Dann wäre niemand abgeschreckt jemanden anzuzeigen", schreibt ein User.

Ein anderer "Standard"-User ärgert sich: "Bei manchen 'Experten und Expertinnen' eines politisch und ideologisch ziemlich klar zurechenbaren Spektrums ist die Sorge um den Täter meistens wichtiger als die Sorge um die Opfer."

Ein weiterer Kommentar im "Standard"-Forum: "Das Strafmaß gering zu halten, damit sich die Opfer eher trauen die 'armen Täter' anzuzeigen, ist für mich irgendwie der falsche Ansatz."

Weitere Forum User ärgerten sich über den Blattaufmacher:

Standard_3.jpg © Screenshot

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Edtstadler: "Null Toleranz" gegen Sexualstraftäter

Staatssekretärin Karoline Edtstadler äußerte sich zur Kritik an höheren Strafen für Sexualstraftätern: "Die Verschärfungen im Bereich Strafrecht gehen Hand in Hand mit einem Ausbau des Opferschutzes. Opfer müssen rasche und niederschwellige Hilfe bekommen um möglichst frühzeitig die Gewaltspirale durchbrechen zu können. Kommt es dennoch zu so einer schweren Tat wie etwa einer Vergewaltigung sind hohe Strafen neben der Spezialprävention auch ein klares Bekenntnis einer Gesellschaft dafür, dass solche Verbrechen nicht akzeptiert werden und entsprechend hoch zu bestrafen sind. Hier darf es Null Toleranz geben!", sagt Edtstadler.
 
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