Schicksalstag
für den kleinen Evangelos

Prozess auf Naxos

Schicksalstag für den kleinen Evangelos

Auf der Insel Naxos wird morgen entschieden, ob Evangelos einstweilen in Österreich bleiben darf. Eine Grün-Politikerin setzt sich dafür ein.

Freitag, um 9 Uhr früh, beginnt auf der griechischen Ferieninsel Naxos eine Verhandlung, deren Ausgang die Zukunft eines dreijährigen Buben im fernen Leonding (OÖ) bestimmt. Ein griechischer Richter muss entscheiden, ob der kleine Evangelos einstweilen in Österreich bei seiner Mutter bleiben darf. Oder ob das Kind, um das ein harter Sorgerechtsstreit tobt, in das Heimatland seines Vaters gebracht werden muss. Wo es zur Klärung der Obsorge wohl in einem Heim landen würde.

Evangelos’ Vater wird an der Verhandlung teilnehmen
Bei der Verhandlung anwesend: Der Vater des Buben, Taxler Nikolaos M. (44) – der gewalttätig sein und Evangelos’ Mutter Sandra M. mit dem Umbringen bedroht haben soll. Und aus Österreich reist der Rechtsberater der 35-Jährigen, Günther Tews, an.

Schützenhilfe bekommt der Jurist von der Politikerin Maria Vassilakou: Wie berichtet, setzt sich die griechisch-stämmige Club-Chefin der Wiener Grünen für den Verbleib des Jungen in Österreich ein. „Wegen meiner Sprachkenntnisse kann ich als Zeugin gut schildern, dass es sich bei Frau M. um eine liebende Mutter handelt, bei der das Kind gut aufgehoben ist“, sagte die Politikerin im ÖSTERREICH-Interview.

Vassilakou will „rechtlichen Rahmen nicht verbiegen“
Vassilakou will der griechischen Justiz nun, ohne „den rechtlichen Rahmen zu verbiegen“, klarmachen, dass in Österreich – trotz eines gegenteiligen Entscheids des Obersten Gerichtshofes – niemand Verständnis dafür habe, wenn Evangelos in ein griechisches Heim „zwangsüberstellt“ werde.

„Wir hoffen, dass es am Nachmittag eine Entscheidung gibt“, sagt Rechtsexperte Tews. Er will auch klären, ob Mutter Sandra M. im Notfall ihren Sohn nach Naxos begleiten könnte: Aus griechischer Sicht entführte sie ihren Sohn, indem sie ihn mit nach Österreich nahm – sie fürchtet daher, bei der Ankunft verhaftet zu werden.

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