Neusiedler-See-Drama: Wenig Wasser und null Touristen

See trocknet langsam aus

Neusiedler-See-Drama: Wenig Wasser und null Touristen

Die Situation am sonst so beliebten Erholungs- und Freizeitort ist prekär. Nicht nur wirtschaftlich ist es schwierig. Die Trockenheit setzt der Region enorm zu.

Die Trockenheit in Österreich setzt den einzelnen Regionen derzeit enorm zu. Besonders der Neusiedler See scheint davon betroffen zu sein. Jetzt schlagen Anrainer Alarm. Denn mittlerweile ist immer weniger Wasser im See. „Er sinkt und sinkt und sinkt. Es gibt verdammt wenig Wasser“, sagt Paul Laister, Obmann der Seglergemeinschaft Breitenbrunn gegenüber dem "Kurier". Der Wasserpegel sei besorgniserregend. Mittlerweile habe man im Mai bereits Werte erlangt, die in manchen Jahren vielleicht im August möglich gewesen wären.

Dies ist auch vor allem für die Segler ein Problem. Der sonst so beliebte Segel-Hotspot wird dadurch besonders beim Auslaufen aus dem Hafen zum Problemfall. Nun fürchten Experten auch um den Tourismus, der nicht nur aufgrund der Corona-Krise ins Straucheln geriet. Wird nun auch noch das Wasser knapp, kann die Region einpacken. Es seien quasi keine Touristen hier.

Der Ursprung dieser akuten Trockenheit liegt im Klimawandel. Der Monat April hat sich als sehr warm, trocken und sonnig präsentiert. Laut der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) war es im Tiefland einer der 15 wärmsten April-Monate der Messgeschichte, und auf den Bergen der viert-wärmste April seit 1851. Gesamtgesehen war der April der zweitsonnigsten der Messgeschichte und einer der 15 trockensten seit 1767.

Markant sei die Trockenheit gewesen. Über die gesamte Fläche Österreichs gesehen habe es weniger als die Hälfte der Niederschlagsmenge eines durchschnittlichen April (minus 60 Prozent Niederschlag) gegeben. Geregnet hat es laut ZAMG so gut wie gar nicht. Die Wetterstation in Bad Deutsch-Altenburg etwa habe im gesamten Monat nur zwei Millimeter Regen verzeichnet. Durchschnittlich regnet es dort im April 35 bis 40 mm.

Damit hat sich der Trend vom März fortgesetzt, was in einem der trockensten meteorologischen Frühlinge (ab 1. März) der Messgeschichte münde. "Über die gesamte Fläche Österreichs gesehen gab es im März und April 2020 um 45 Prozent weniger Niederschlag als im vieljährigen Mittel", erklärte Klimatologe Orlik. In der 163-jährigen Messreihe seien diesen beiden Monate nur zehnmal so trocken gewesen, zuletzt 2011. In Wien gab es da seit 1872 nur 1974 und 1946 mit 20 bzw. 26 mm weniger Niederschlag als diesmal mit 28 mm.

 

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