Todessturz in Windrad wird zum Krimi

Zweiter Todesfall

Todessturz in Windrad wird zum Krimi

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Nur eine Woche nach einem ähnlichen Fall in Norddeutschland kam es im Burgenland zum Windrad-Drama.

Eisenstadt, Hannover. Zu heftigen Szenen war es am 17. Jänner in der Region Hannover gekommen: Bei Arbeiten im entstehenden Windpark Uetze starb ein 22-jähriger Bauarbeiter. Dort war er im Inneren eines Wind­rades 60 Meter in die Tiefe gestürzt. Kollegen leisteten Erste Hilfe und alarmierten die Rettungskräfte. Die Verletzungen waren jedoch so schwer, dass der junge Monteur noch vor Ort starb. Kripo und das Gewerbeaufsichtsamt ermitteln nun gemeinsam die Hintergründe des Vorfalls. Unter anderem geht es darum, ob Vorschriften zum Absichern der Arbeiten eingehalten wurden.

Haargenau vor derselben kriminalistischen Aufgabe stehen genau eine Woche später auch die Behörden im Burgenland: Und wieder war es ein Montagnachmittag, an dem es diesmal in Potzneusiedl im Burgenland zum Todes-Drama kam.

Rätsel um 90-Meter-Sturz in die Tiefe trotz Gurt

Dabei stieg ein Mitarbeiter der Windanlagenbauer-Firma Enercon mit einem dreiköpfigen Serviceteam einer polnischen Montagefirma in 90 Meter Höhe eines Windrades, das derzeit im Auftrag der Energie Burgenland errichtet wird. Laut Polizei war der 28-Jährige, der daraufhin vor den Augen seiner Kollegen in die Tiefe fiel, angegurtet.

Ob der Pole nicht gesichert war oder ob sich die Sicherungen wegen eines Defektes oder Schlamperei lösten, ist noch ungewiss. Eine Gondel ist an der Anlage noch nicht installiert. Ob Fangnetze in bestimmten Höhen (wenn denn welche montiert gewesen wären) die Katastrophe verhindert hätten, ist ebenso Gegenstand der Ermittlungen – die zunächst vom Arbeitsinspektorat in Angriff genommen werden. Sollten die im Gegensatz zu den Cops hundertprozentig schwindelfreien Experten Fahrlässigkeit eruieren, wird die Causa wieder polizei- und schließlich gerichtsanhängig.  (kor)

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