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LIVE-Ticker

Corona-Quarantäne nicht eingehalten: Neuer Fall am Landesgericht Wien

Bevor sie als Praktikantin dem Landesgericht zugeteilt wurde, soll die Betroffene als studentische Mitarbeiterin in der Kanzlei jenes Anwalts gearbeitet haben, der als der am schwersten erkrankte heimische Covid-19-Patient gilt.

Wien. In Österreich lagen bis Dienstagnachmittag 21 offiziell bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus vor. Dazu wurden drei weitere Fälle bekannt, die im Unternehmen eines schwer erkrankten Wiener Juristen aufgetreten sind. Am Wiener Landesgericht wurde deswegen eine Hauptverhandlung abberaumt.
 

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"Diese drei Mitarbeiter zeigen keine Symptome einer Erkrankung und wurden sofort in häusliche Quarantäne gestellt", teilte die betroffene Großkanzlei Wolf Theiss mit. Nachdem feststand, dass sich der Anwalt mit dem Sars-CoV-2-Erreger infiziert hat, wurden alle Mitarbeiter privat von einem deutschen virologischen Institut getestet, ohne Anordnung der Behörden, sagte Barbara Fürchtegott, Sprecherin der Kanzlei. Die drei Erkrankten - eine ehemalige Mitarbeiterin, die am Montag am Landesgericht für Strafsachen als Praktikantin begann, und zwei Anwälte - wurden nach Bekanntwerden der Testergebnisse auch von den heimischen Behörden untersucht und vom Gesundheitsdienst der Stadt Wien (MA 15) in häusliche Absonderung geschickt. Alle drei waren am Dienstag zu Hause geblieben.
 
Von den bisher untersuchten Mitarbeitern der Kanzlei waren über 200 Tests negativ, Mitarbeiter, die noch kein Ergebnis in Händen haben, arbeiten vorerst im Homeoffice. Der Gesundheitsdienst der Stadt Wien will nun die Ergebnisse der heute abgenommenen Proben der drei Mitarbeiter abwarten. Dann soll entschieden werden, ob auch die restlichen Kanzleikräfte offiziell getestet werden, sagte Andreas Huber, Sprecher des medizinischen Krisenstabs der Stadt Wien.
 
Von den drei - von insgesamt bisher 21 - am Dienstag bekannt gewordenen bestätigten SARS-CoV-2-Fällen traten zwei in Wien und einer in Niederösterreich auf. Es handelt sich zum einen um ein Paar aus Wien, das sich nach einem Italien-Aufenthalt bei den Behörden meldete. Die Betroffenen sind "mit leichterer Symptomatik in häusliche Absonderung an ihrer Wohnadresse" genommen worden seien, so Huber. Zum anderen bestätigte sich bei einer Frau im Bezirk Korneuburg der Verdacht. Auch bei ihr nehme die Erkrankung einen leichten Verlauf, sagte Detlef Polay, Sprecher des Einsatzstabs im Innenministerium. Die Patientin befinde sich daher mit zwei weiteren Familienmitgliedern ebenfalls in Heimquarantäne. Der "Patient 0" sei in diesem Fall bekannt: Die Betroffene habe Kontakt mit einer schon vor einigen Tagen als infiziert ermittelten Person gehabt.
 
Laut Gesundheitsministerium gab es damit 21 offiziell bestätigte Erkrankungsfälle in ganz Österreich: elf in Wien, drei in Niederösterreich, zwei in Tirol, weitere zwei in Salzburg und drei in der Steiermark. 2.683 Tests wurden bisher durchgeführt. Weiterhin befinden sich rund 350 Menschen in Quarantäne. Meist handelt es sich dabei um Personen, die engen Kontakt mit am neuartigen Coronavirus Erkrankten hatten und als Vorsichtsmaßnahme auf behördliche Anweisung abgesondert wurden. "Ich appelliere daran, die Geduld zu haben. Wir haben eine Inkubationszeit von bis zu zwei Wochen. Unser Grundkonzept ist die Ausbreitung auf Basis des jeweiligen Erkrankungsfalles und des Umfelds zu unterbinden", sagte Anschober. Er habe den Eindruck, dass die meisten Betroffenen geduldig seien.
 
Unterdessen wurde bekannt, dass sich auf dem Kreuzfahrtschiff "Aida Aura", das wegen eines Verdachtsfalls von SARS-CoV-2 mit rund 1.200 Passagieren am Dienstag im Hafen der norwegischen Küstenstadt Haugesund lag, elf Österreicher befinden. Peter Guschelbauer, Sprecher des Außenministeriums in Wien, rechnete mit einer Abklärung im Lauf des Tages. Somit sei bis zum Nachmittag auch mit einer Entscheidung zu rechnen, ob das Schiff auslaufen darf. Die Botschaft in Oslo sei mit den norwegischen Behörden wegen der elf Österreicher auf dem Schiff in Kontakt. Die "Aida Aura" war am 29. Februar von Hamburg zu einer Reise entlang der norwegischen Küste aufgebrochen. Am Montag erreichte das Schiff seine erste Station Haugesund an der Südwestküste Norwegens.
 

++++ Alle Zahlen rund um das Coronavirus finden Sie HIER ++++

 15:27

++++ Laudamotion reduziert Italien-Flüge um ein Viertel ++++

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 15:12

Ifo-Chef sieht erhöhte Rezessionsgefahr für Deutschland

Ifo-Präsident Clemens Fuest sieht massive Folgen für die deutsche Wirtschaft bei einer Ausbreitung des neuartigen Coronavirus. "Wir haben eine deutlich erhöhte Rezessionsgefahr", sagte Fuest am Dienstag vor Journalisten in Berlin. Derzeit kämen ein "Angebots- und ein Nachfrageschock" zusammen, dies könne eine gefährliche Mischung sein.

Die Politik müsse dringend ein Signal setzen und klar machen, alles zu tun, was notwendig sei, sagte Fuest. Möglich seien zum Beispiel eine Ausweitung des Kurzarbeitergeldes sowie Notkredite für Unternehmen, die von der Unterbrechung von Lieferketten betroffen seien - damit könnten Insolvenzen verhindert werden. Dies betreffe Branchen wie den Maschinenbau oder die Autoindustrie, aber auch Dienstleistungsfirmen. Fuest sagte, der Wachstumsrückgang in China könne erhebliche Folgen für die Weltwirtschaft haben. Es gebe eine große Unsicherheit unter Unternehmen.

 15:12

Erkrankte Niederösterreicherin war in Absonderung

Der dritte bestätigte Coronavirusfall in Niederösterreich, eine Frau aus dem Bezirk Korneuburg, hat sich bereits seit Samstag in Absonderung befunden. Der Grund dafür war, dass die 56-Jährige beruflichen Kontakt mit dem infizierten Ehepaar aus demselben Bezirk hatte, teilte Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) am Dienstag in St. Pölten vor Journalisten mit.

Die Erkrankte habe am Sonntag Symptome entwickelt und sei daraufhin positiv getestet worden. Die Patientin befand sich am Dienstag in häuslicher Quarantäne.

Insgesamt wurden im Bundesland bisher 309 Test durchgeführt. Neben drei positiven wurden 281 negative Ergebnisse verzeichnet, sagte Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP). 25 Untersuchungen waren am Dienstagnachmittag offen.

 15:05

Prima la musica findet doch statt

Der wegen der Coronavirus-Situation abgesagte, von Tirol und Südtirol gemeinsam abwechselnd veranstaltete Musikwettbewerb Prima la musica findet nun doch statt - in abgewandelter Form. Die für 3. bis 12. März in Schwaz avisierte Veranstaltung wird auf Ende März verschoben und auf mehrere Standorte in Tirol und Südtirol aufgeteilt, teilte das Land Tirol am Dienstag mit.

Der Musikwettbewerb wird nun vom 22. bis 29. März über die Bühne gehen. Die Tiroler Schüler treten in Schwaz und Innsbruck auf, die Südtiroler Schüler in Bozen. Damit werde man deren Sicherheit bestmöglich gerecht, hieß es.

Viele Schüler hätten sich in den vergangenen Wochen und Monaten akribisch auf den Musikwettbewerb vorbereitet und mit viel Herzblut und Leidenschaft geübt und geprobt, erklärten Tirols Landeshauptmann Günther Platter und Kulturlandesrätin Beate Palfrader (beide ÖVP). "Allein schon deshalb haben wir uns größtmögliche Mühe gegeben, dass wir 'Prima la musica' doch durchführen können. In Abstimmung mit dem Land Südtirol haben wir nun eine Lösung gefunden", so die beiden Politiker unisono. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass für Ende Mai oder Anfang Juni eine gemeinsame Euregio-Veranstaltung zu "Prima la musica" in Schwaz angesetzt ist, bei der die Teilnehmer aus Tirol und Südtirol aufeinandertreffen und sich musikalisch messen können.

 15:05

Bisher 309 Personen in Niederösterreich getestet, davon drei positiv

„Bisher wurden in Niederösterreich insgesamt 309 Personen getestet. Davon waren 281 negativ, drei positiv und 25 sind derzeit noch offen“, sagte LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf heute, Dienstag, im Zusammenhang mit der Lage rund um das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2. Die Situation werde „mit großer Sicherheit und Verlässlichkeit“ abgewickelt, stellte der Leiter der Lagebesprechung fest.

„Der Sanitätsstab tagt täglich“, betonte der LH-Stellvertreter und bedankte sich bei den eingebundenen Expertinnen und Experten. Man halte sich strikt an die Vorgaben des Bundes, etwa auch, was die Abhaltung von Veranstaltungen betreffe: „Hier gibt es eine ganz klare Checkliste für Veranstalter.“

Was den dritten bestätigten Fall betreffe, so befinde sich die Erkrankte in häuslicher Quarantäne, hielt der LH-Stellvertreter fest. Nachdem auch die erkrankte Frau, die sich zunächst im SMZ Süd befand, aus der stationären Behandlung entlassen wurde, befänden sich nun alle drei bestätigten Fälle in Niederösterreich in häuslicher Quarantäne.

Auch Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig bedankte sich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Sanitätsstabes, der seit vergangenen Mittwoch täglich tagt. Sie wies darauf hin, dass auch ein Informationsblatt für alle öffentlichen Einrichtungen ausgearbeitet worden sei. Mit der Gesundheitshotline „1450“ habe man „einen sehr guten Partner“, der nach einem exakten Stufenplan die Kontakte abwickle. Ab dem heutigen Tag werden durch Teams des Roten Kreuzes und des Samariterbundes mobile Tests durchgeführt, informierte sie: „Damit müssen Verdachtsfälle das Haus nicht mehr verlassen.“

Der stellvertretende Landesrettungskommandant des Roten Kreuzes, Johann Kaufmann, erläuterte den Ablauf der mobilen Tests. Nach einem Telefonat mit der Gesundheitshotline „1450“ und der dabei erfolgten Befragung sowie nach Einschaltung eines Amtsarztes, der eine weitere Befragung durchführe, erfolge der Auftrag an das Testteam: „Drei Teams des Roten Kreuzes und ein Team des Samariterbundes sind im Einsatz.“ Die Teams führen einen Abstrich durch und arbeiten in enger Abstimmung mit der Landesgesundheitsagentur und der Behörde, berichtete Kaufmann.

Die niederösterreichische Landessanitätsdirektorin Irmgard Lechner ging u. a. auf die Maßnahmen am Flughafen Wien-Schwechat näher ein. So würden ab heute bei Direkt-Flügen aus dem Iran und aus Südkorea wieder Temperaturmessungen durchgeführt, informierte sie.

Im Zuge des Pressegespräches, an dem auch Landesamtsdirektor Werner Trock, der Vorstand der Landesgesundheitsagentur Konrad Kogler, der Direktor für Medizin und Pflege Markus Klamminger sowie der Vizepräsident des Samariterbundes Hannes Sauer teilnahmen, gab der international bekannte Hygieniker und Infektiologe, Univ.-Prof. Ojan Assadian, Auskunft über seine Einschätzung der Lage. So könne man „ganz klar feststellen“, dass das neuartige Coronavirus „eine deutlich mildere Erkrankung“ als das SARS-Virus im Jahr 2002 sei. Viele Personen blieben asymptomatisch, die Erkrankten zeigten grippale Krankheitssymptome. Insgesamt sei das Virus „irgendwo zwischen Schnupfen und Influenza“ einzuordnen, so Assadian. Das Land Niederösterreich verfüge über „ausgezeichnete Einrichtungen“ und sei insgesamt „sehr gut vorbereitet“, zeigte er sich überzeugt.

 14:57

Favorit aus China vor Schachturnier in Quarantäne

Einer der chinesischen Schachfavoriten des WM-Kandidatenturniers in Jekaterinburg muss wegen des Coronavirus vorsorglich einige Tage in Quarantäne verbringen. Der 27-jährige Ding Liren sei seit dem 2. März bis zum Turnierbeginn in einem Sanatorium in Moskau untergebracht, bestätigte das Organisationsteam der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag.

Man gehe davon aus, dass Ding Liren das Sanatorium rechtzeitig verlassen und ohne Probleme am Turnier teilnehmen werde. Ding hat bereits in seinem Heimatland eine zweiwöchige Quarantänezeit verbracht. Ein weiterer Turnierteilnehmer aus China, Wang Hao, habe kurz nach dem Ausbruch des Coronavirus rechtzeitig nach Japan ausreisen können, hieß es. Das sei bei Ding Liren aus zeitlichen Gründen nicht möglich gewesen.

 14:38

Tourneeveranstalter spüren Einschränkungen

Mit der Leipziger Buchmesse entschied am Dienstag die nächste kulturelle Großveranstaltung, wegen des Coronavirus die Ausgabe 2020 abzusagen. Auch für die Veranstalter von Orchester- und Ensembletourneen, von denen viele nach Japan, Korea, Taiwan und China führen, bedeuten die Virus-Einschränkungen "Einbußen und stark erhöhten Aufwand", so Christian Buchmann vom gleichnamigen Künstlersekretariat.

"Zugleich stoßen wir aber auch auf großes Verständnis und erleben selbst nach Absagen durchwegs positive, oftmals auch beruhigte Reaktionen", unterstrich er im APA-Gespräch. China-Absagen seien schon länger Standard, zuletzt mussten auch etwa Auftritte des Janoska Ensembles in Taiwan und Korea gecancelt werden.

 14:37

Österreich holte sich 1 Milliarde zu Niedrigstzinsen

Die Republik Österreich profitiert von der Verunsicherung an den Finanzmärkten aufgrund des Coronavirus und hat rund 1 Mrd. Euro zu Niedrigstzinsen am Kapitalmarkt aufgenommen. Die weltweite Verbreitung des COVID-19-Virus und der starke Einbruch der Aktienkurse in der vergangenen Woche hat die Flucht in sichere Investmentanlagen verstärkt.

"Der Markt hat natürlich reagiert auf die Nachrichten", sagte der Geschäftsführer der Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA), Markus Stix, am Dienstag zur APA. "Die Investoren wollen in sichere Häfen investieren." Die negativen Auswirkungen des Coronavirus auf die Wertschöpfungsketten und die Sorge um die Wirtschaft würde die Stimmung an den Märkten drücken. Zu den "sicheren Häfen" zählen neben Deutschland und Österreich auch Finnland und Niederlande.

Die OeBFA stockte am Dienstag die zehnjährige Bundesanleihe 2020-2030/1 um 517,5 Mio. Euro mit einer Emissionsrendite von minus 0,316 Prozent auf. Anleger bezahlen mit Negativzinsen eine "Prämie", dass sie dem Staat Geld leihen dürfen, weil sie einen "sicheren Hafen" für ihr Geld suchen. Bei der Erstbegebung der zehnjährigen Staatsanleihe Ende Jänner belief sich der Negativzins noch auf -0,11 Prozent. Bei der heutigen Aufstockung der dreißigjährigen Bundesanleihe 2016-2047/2 ebenfalls in Höhe von 517,5 Mio. Euro lag die Rendite bei plus 0,186 Prozent. Bei der letzten Aufstockung im März 2019 lag die Emissionsrendite noch über einen Prozentpunkt höher bei 1,26 Prozent.

 14:24

900 Anfragen seit 25. Februar bei Hotline 1450 in OÖ

900 Menschen, die befürchteten Corona-infiziert zu sein, haben seit 25. Februar die Hotline 1450 in Oberösterreich kontaktiert, 100 davon wurden getestet - kein einziger positiv. Die Gesundheitsberatung habe sich aber auch schon vor Ausbruch des Virus bewährt und ihr Ziel, Ambulanzen und Ordinationen zu entlasten, erreicht, so die Zwischenbilanz der Betreiber nach einem Jahr in Oberösterreich.

Mehr als 20.000 Menschen haben im Bundesland die 24/7 besetzte Hotline 1450 seit ihrem Start am 18. März des Vorjahres konsultiert, berichteten Rotes Kreuz, Land Oberösterreich und Gesundheitskasse in einer Pressekonferenz am Dienstag in Linz. In den vergangenen Wochen waren es bereits rund 200 pro Tag, zuletzt sind die Zahlen sogar auf etwa 300 täglich gestiegen, was man beim Roten Kreuz aber nicht nur auf Corona zurückführt, sondern auch auf die damit einhergehend stark gestiegene Bekanntheit der Nummer.

Seit 25. Februar haben 900 Leute allein wegen des Coronavirus Rat gesucht - damit wurden viele vermeintlich Infizierte davon abgehalten, in Ambulanzen oder Ordinationen zu gehen. Bisher gibt es in Oberösterreich aber keinen bestätigten Corona-Fall, auch keinen einer Quarantäne - von der mehrstündigen Isolation bis zum Vorliegen eines Testergebnisses abgesehen, wie Gesundheitsreferentin LHStv. Christine Haberlander (ÖVP) vorrechnete. Ihr Appell lautet, auch weiter die Nummer 1450 zu nutzen, wenn man den Verdacht hat, infiziert zu sein, anstatt in volle Wartezimmer zu gehen.

 14:23

Italien protestiert gegen französisches Satire-Video

Italien protestiert gegen ein vom französischen TV-Sender Canal+ gesendetes Satire-Video, in dem ein italienischer Pizzabäcker als Verbreiter der Coronavirus-Epidemie dargestellt wird. Auf dem Video mit dem Titel "Coronapizza" wird ein italienischer Pizzabäcker gezeigt, der auf eine Margherita-Pizza niest und somit das Virus verbreitet.

Das Video wurde im Rahmen des Programms "Groland" und auf der Facebook-Seite der Show gezeigt. Der italienische Außenminister Luigi Di Maio bezeichnete die Satire als "geschmacklos und unannehmbar". "In einer Phase, in der wir mit dem Coronavirus konfrontiert sind, ist es respektlos, die Italiener auf diese Weise zu verlachen", kommentierte er auf Facebook.

Italien habe über seine Botschaft in Paris wegen des Videos protestiert. "Wir fordern Respekt für unsere Bürger, Arbeitnehmer und Unternehmer, vor allem in der jetzigen schwierigen Phase", schrieb Di Maio.

Die italienische Landwirtschaftsministerin Teresa Bellanova rief Frankreich auf, das Video sofort zurückzunehmen. "Das ist nicht Satire, sondern eine Beleidigung gegenüber einer gesamten Nation", sagte die Ministerin. Sie beklagte eine "unloyale Attacke" gegen italienische Produkte, die sicher und von Spitzenniveau seien.

 14:23

G7-Staaten handlungsbereit, noch keine konkreten Hilfen

Die führenden westlichen Industrieländer (G7) haben ihren Willen bekundet, gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise vorzugehen. Die Verbreitung des neuartigen Coronavirus und die Auswirkungen auf Finanzmärkte und Wirtschaft würden genau beobachtet, heißt es in einer Erklärung der Finanzminister und Notenbankchefs der G7 im Anschluss an eine Telefonkonferenz vom Dienstag.

"Angesichts der möglichen Auswirkungen von Covid-19 auf das globale Wachstum bekräftigen wir unsere Verpflichtung, alle geeigneten politischen Instrumente einzusetzen, um ein starkes und nachhaltiges Wachstum zu erreichen und gegen Abwärtsrisiken zu sichern." Die Finanzminister seien bereit, auch fiskalische Maßnahmen - also beispielsweise höhere Staatsausgaben - zu ergreifen, soweit dies notwendig sei.

Zu den Notenbanken heißt es nur, diese erfüllten weiter ihr Mandat, sorgten für stabile Preise und unterstützten das Wirtschaftswachstum. Außerdem sollen sie die Widerstandskraft des Finanzsystems sichern. Zur Gruppe der G7-Staaten gehören die USA, Japan, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kanada und Italien.

 14:13

++++ Fiebertests am Flughafen Wien wieder aufgenommen ++++

Auf dem Flughafen Wien in Schwechat sind am Dienstag wieder Fiebertests aufgenommen worden. Gescannt werden Passagiere von Direktverbindungen aus dem Iran und Südkorea, teilte die niederösterreichische Landessanitätsdirektorin Irmgard Lechner vor Journalisten in St. Pölten mit. Jeder Fluggast werde auch eine Aussteigekarte (Passenger Locator Card) mit entsprechenden Angaben ausfüllen müssen.

Bereits im Februar waren Fiebertests bei Passagieren auf Direktflügen aus China respektive Peking durchgeführt worden. Nachdem die Flüge von Air China eingestellt wurden, gab es zuletzt keine Kontrollen der niederösterreichischen Sanitätsdirektion.

 14:12

Produktion in Foxconn-Fabriken in China halbiert

Der Foxconn-Konzern mit Sitz in Taiwan, größter Zulieferer für elektronische Geräte wie Smartphones, Flachbildfernseher oder Laptops, hat die Produktion in seinen Werken in China wegen des Coronavirus um die Hälfte zurückfahren müssen. Konzernchef Young Liu sagte am Dienstag in einer Telefonkonferenz, die Rückkehr zur Vollauslastung erwarte er nicht vor Ende März.

 13:50

++++ Drei positive Fälle in Kanzlei von erkranktem Juristen ++++

Näheres folgt...

 13:38

Praktikantin hatte sich privat testen lassen

Die Praktikantin am Wiener Landesgericht für Strafsachen hatte sich privat auf eine mögliche Infektion mit dem neuartigen Coronavirus testen lassen. Nach Informationen der APA hatte die Anwaltskanzlei, an der die Frau als studentische Mitarbeiterin tätig war, vorsorglich alle Mitarbeiter testen lassen, nachdem der schwerst an Covid 19 erkrankte Anwalt ins Kaiser-Franz-Josefspital überstellt wurde.

Am Dienstagmorgen gab die junge Juristin dem Landesgericht ihre Erkrankung bekannt. Daraufhin wurde sie aufgefordert, zu Hause zu bleiben. Eine Kollegin, die am Montag längeren Kontakt mit der jungen Frau hatte, wurde heimgeschickt. Vorsorglich wurde eine Hauptverhandlung abberaumt - die Betroffene hatte am Montag Kontakt zu einem Verfahrensbeteiligten gehabt. Die Betroffene befindet sich derzeit in Heimquarantäne, der Gesundheitsdienst der Stadt Wien (MA 15) entscheidet über das weitere Vorgehen.

 13:38

Vorbereitungen auf Skiflug-WM in Planica planmäßig

Die Vorbereitungen auf die Skiflug-WM vom 19. bis 22. März in Planica laufen planmäßig weiter. Man sei aber wegen des Coronavirus-Ausbruchs ständig in Kontakt mit den staatlichen Behörden und dem Ski-Weltverband (FIS), hieß es in einer Mitteilung des slowenischen Skiverbandes am Dienstag mit dem Hinweis auf unbestätigte Meldungen und Spekulationen wie einen möglichen Zuschauerausschluss.

Für die Dauer der Veranstaltung im Grenzgebiet von Slowenien mit Italien und Österreich mit Zehntausenden Zuschauern werde man jedenfalls alle nötigen und möglichen Vorsichtsmaßnahmen treffen.

 13:36

PK Anschober zu Coronavirus

Gesundheitsminister Anschober lädt heute um 16.00 Uhr gemeinsam mit dem Präsidenten des Obersten Sanitätsrats, Markus Müller, im Vorfeld der heutigen 2. Sitzung des Medizinischen Fachbeirats zum Coronavirus zu einem Pressestatement. Es findet im Gesundheitsministerium, Stubenring 1, 1. Stock, Alfred-Dallinger-Saal, statt.

 13:02

China stützt Wirtschaft mit hohen Milliardenbeträgen

China hat bis gestern über alle Verwaltungseinheiten hinweg Sondermittel in der Höhe von knapp 109 Mrd. Yuan (gut 14 Mrd. Euro) bereitgestellt, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Firmen bekommen heuer Erleichterungen in der Höhe von 1.000 Milliarden Yuan (knapp 130 Mrd. Euro) etwa für Sozialversicherungskosten. So soll die Wiederaufnahme der Produktion gestützt werden.

China versucht zudem, die gesamte Steuerbelastung für Unternehmen heuer um 510 Mrd. Yuan zu senken, zitierte Reuters am Dienstag einen hohen Finanzministeriumsbeamten in Peking.

 12:58

++++ Rechtspraktikantin am Wiener Landesgericht infiziert ++++

Eine Praktikantin am Wiener Landesgericht soll sich mit dem Coronavirus infiziert haben. Entsprechende Informationen bestätigte Gerichtssprecherin Christina Salzborn der APA. Die Frau hat demnach am Montag den Dienst im Grauen Haus angetreten und am Montagabend von einem positiven Test auf den Sars-CoV-2-Erreger erfahren.

Laut Salzborn zeigt die junge Juristin keine Symptome: "Weder hustet sie noch weist sie sonstige Anzeichen auf eine Erkrankung auf."

Bevor sie als Praktikantin dem Landesgericht zugeteilt wurde, soll die Betroffene als studentische Mitarbeiterin in der Kanzlei jenes Anwalts gearbeitet haben, der als der am schwersten erkrankte heimische Covid-19-Patient gilt. Der Jurist befindet sich seit längerem im Kaiser-Franz-Josef-Spital, er ist nicht ansprechbar.

 12:54

Chef und Finanzchef von ProSiebenSat.1 in Quarantäne

ProSiebenSat.1-Chef Max Conze und sein Finanzvorstand Rainer Beaujean müssen nach einem Coronavirus-Fall im Konzern von zu Hause aus arbeiten und haben die geplante Bilanz-Pressekonferenz in Unterföhring abgesagt. Sie werden die Zahlen am Donnerstag per Webcast im Internet präsentieren, wie eine Sprecherin am Dienstag sagte.

Ein Mitarbeiter in Düsseldorf habe sich mit dem Virus infiziert. Seine Kontaktpersonen und deren Kontakte in Unterföhring - insgesamt rund 200 Menschen - arbeiteten deshalb seit einer Woche vorsorglich im Home-Office, darunter auch Conze und Beaujean. Die Quarantäne laufe Ende dieser Woche aus.

 12:54

Finanzminister beschließen wohl keine konkreten Hilfen

Die Finanzminister der Europäischen Union werden am Mittwoch Insidern zufolge wahrscheinlich keine konkreten Reaktionen auf die Coronavirus-Epidemie beschließen.

Bei einer Telefonkonferenz der 27 Finanzminister mit der Europäischen Zentralbank (EZB) werde es vor allem darum gehen, Informationen untereinander zu teilen und die besten Notfallmaßnahmen zu beraten, sagten drei mit der Situation vertraute Personen am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. "Ich erwarte keine Entscheidungen", so einer der Personen.

Die Telefonkonferenz ist für Mittwoch um 14.00 Uhr (MEZ) angesetzt. Es sei ein erster Schritt für eine abgestimmte Reaktion auf die Viruskrise, sagte einer der Insider. "Die Antworten werden dann aber von den Mitgliedsstaaten selbst kommen." EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni hatte am Montag gesagt, die Zusammenkunft könne den Weg ebnen für eine "koordinierte fiskalische Antwort" später im März.

Das Virus breitet sich immer weiter in Europa aus und dürfte die Wirtschaft spürbar bremsen. Am Dienstag beraten bereits die sieben führenden Industriestaaten der Welt (G7). Insidern zufolge werden auch sie nicht zu konkreten finanz- oder geldpolitischen Maßnahmen aufrufen.

 12:54

App soll Firmen mehr Klarheit bringen

Eine App mit Tipps der Wirtschaftskammer Tirol soll Unternehmern Fragen rund um das Coronavirus beantworten. Programmiert wurde die kostenlose App vom (Institute of Microtraining IOM). Sie ist für Android und iPhone erhältlich, heißt es in einer Aussendung von IOM-Geschäftsführer Dieter Duftner heute Dienstag.

Darin werde auf verschiedenste Fragen eingegangen, etwa ob für Mitarbeiter mit laufendem Kundenkontakt Schutzausrüstung zur Verfügung gestellt werden muss, wie man mit Mitarbeitern umgeht, die Kunden nicht bedienen wollen oder was zu tun ist, wenn Mitarbeiter die Zusammenarbeit mit Personen aus betroffenen Gebieten verweigern.

 12:53

++++ Leipziger Buchmesse abgesagt ++++

Wegen des neuartigen Coronavirus findet die Leipziger Buchmesse in diesem Jahr nicht statt. "Die Stadt Leipzig und die Leipziger Messe haben gemeinsam entschieden, die Buchmesse abzusagen", sagte ein Stadtsprecher am Dienstag. Es handle sich um eine "Präventionsmaßnahme", damit sich das Virus in Deutschland nicht weiter ausbreiten könne.

Noch am Vormittag hatte es geheißen, man habe für die Messe, die von 12. bis 15. März stattfinden sollte, bisher eine einzige Aussteller-Absage erhalten und halte unverändert an der Ausrichtung fest.

 12:38

120 französische Schulen geschlossen

Wegen des neuartigen Coronavirus bleiben in Frankreich rund 120 Schulen geschlossen. Rund 44.000 Schüler müssten zuhause bleiben, sagte Bildungsminister Jean-Michel Blanquer am Dienstag im Sender LCI. Besonders betroffen ist das Departement Oise nördlich von Paris. Dort waren die meisten der bestätigten 191 Infektionsfälle aufgetreten. Bisher gab es in Frankreich drei Tote durch das Virus.

Zuletzt war eine 89-Jährige mit Vorerkrankungen nach ihrem Tod positiv auf das Coronavirus getestet worden, wie das Gesundheitsministerium in Paris mitteilte. Die Seniorin stammte aus dem gleichen Ort im Departement Oise wie ein infizierter 60-jähriger Lehrer, der zuvor gestorben war. Bei dem dritten Toten handelte es sich um einen 80-jährigen Touristen aus China.

Präsident Emmanuel Macron sagte wegen des Coronavirus eine Reihe von Terminen ab, unter anderem seine Teilnahme am Jahresessen des jüdischen Dachverbandes Crif. Am Dienstag wurde Macron beim Krisenstab des Gesundheitsministeriums erwartet.

Als Reaktion auf das Virus hat Frankreich Großveranstaltungen mit mehr als 5.000 Teilnehmern auf engem Raum untersagt. Zuletzt wurden die Pariser Tourismusmesse sowie die Buchmesse abgesagt.

 12:27

Kontrolle von Krankenhausmaterialien-Mitnahme in NÖ

Die Mitnahme von Krankenhausmaterialien wie Schutzmasken oder Desinfektionsmittel durch das Personal wird im Landesklinikum Wiener Neustadt künftig stichprobenartig kontrolliert. Bernhard Jany von der Landeskliniken-Holding bestätigte am Dienstag auf Anfrage einen "Heute"-Onlinebericht. Der Sprecher verwies darauf, dass Taschen oder Rucksäcke jedoch nicht durchsucht würden.

Eine Kontrolle privater Behältnisse sei "auch gar nicht die Intention". Die Stichproben würden lediglich dazu dienen, den Mitarbeitern "bewusst zu machen, dass es sich beim Mitnehmen von Krankenhausmaterialien um einen strafrechtlichen Tatbestand handelt", teilte Jany in einer schriftlichen Stellungnahme mit.

 12:26

Italiener in immer mehr Ländern unerwünscht

Eine zunehmende Zahl von Ländern weltweit verhängt wegen der Coronavirus-Epidemie Einreiseverbote für Italiener. Die indische Regierung kündigte am Dienstag an, dass Reisende aus Italien sowie aus China, dem Iran, Südkorea und Japan nicht ins Land dürfen. Bürgern dieser Länder sollen kein Visum für die Einreise nach Indien erteilt werden, hieß es.

China kündigte an, dass Italiener, die das Land erreichen, sich einer zweiwöchigen Quarantäne unterziehen müssen. Dasselbe wurde von Neuseeland beschlossen. Am Montag hatten Angola und Bahrain sowie sechs Pazifik-Inseln Einreiseverbote für Italiener verhängt.

Seit der vergangenen Woche dürfen Reisende aus Italien Israel nicht mehr betreten. Für einen Eklat sorgte der Fall eines Italieners, der auf dem israelischen Flughafen "Ben Gurion" von der Grenzpolizei gestoppt wurde, obwohl er in Brüssel lebt und in den vergangenen Wochen nicht in Italien gewesen war.

Der italienische Außenminister Luigi Di Maio zeigte sich wegen der zunehmenden Zahl von Ländern, die wegen der Coronavirus-Epidemie Einreiseverbote für italienische Bürger verhängen, befremdet. "Es irritiert uns, zu erfahren, dass einige Länder unsere Mitbürger im Ausland ohne Kriterien zurückweisen", protestierte Di Maio.

"Wir werden auf sinnlose Einreiseverbote reagieren. Italien ist ein Land, das Respekt verdient und verlangt. Das Außenministerium hat sich zur Aufhebung von Einreiseverboten eingeschaltet, die wir als ungerechtfertigt betrachten. Wir fordern, dass das Thema der Einreiseverbote für Italiener auch beim nächsten EU-Außenministergipfel diskutiert wird", sagte Di Maio im Interview mit der italienischen Tageszeitung "La Stampa" (Dienstagsausgabe).

 12:09

"Wie Pestopfer": Radteam sitzt in Abu Dhabi fest

Mitglieder des französischen Radsport-Teams Cofidis werden nach dem Coronavirus-Verdacht bei der abgebrochenen UAE-Tour nach eigener Aussage willkürlich in Abu Dhabi festgehalten. "Wir werden gegen unseren Willen an einem Ort festgehalten, den wir nicht ausgewählt haben - und das für eine unbekannte Zeitspanne", erklärte Cofidis-Teamchef Thierry Vittu.

"Wenn wir jemanden aus dem Hotel auf dem Flur treffen, rennt er weg. Wir werden wie Pestopfer behandelt", ergänzte Vittu in einer Mitteilung des Rennstalls. Die siebentägige Rundfahrt war nach fünf Etappen in der Nacht zum Freitag abgebrochen worden, weil zwei italienische Mitglieder eines Teams laut Veranstalterangaben positiv auf das neuartige Virus getestet wurden. Dieser Verdacht bestätigte sich nach den Untersuchungen des Gesundheitsministeriums von Abu Dhabi jedoch nicht. Mehr als 600 Menschen, darunter auch österreichische Radprofis und Betreuer befanden sich in Quarantäne und mussten sich Tests unterziehen, durften aber die Heimreise antreten.

 12:07

Italiens Nobeltourismus stöhnt

Der italienische Tourismus, speziell auch der Nobeltourismus, leidet unter der Coronavirus-Krise. Nachdem in den vergangenen Wochen chinesische Besucher ausgefallen sind, hagelt es jetzt Stornierungen aus den USA. Unzählige Nordamerikaner sagten ihre Italien-Reisen ab - auch im Lichte dessen, dass auch in den USA erste Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus gemeldet wurden.

"60 Prozent der von US-Touristen gebuchten Rom-Aufenthalte sind abgesagt worden", klagte der Präsident des italienischen Hotelierverbands, Bernabo Bocca, Inhaber des prestigereichen Hotels Bernini Bristol im Herzen der italienischen Hauptstadt. "Zum ersten Mal seit der Nachkriegszeit steht der Tourismus still", kommentierte Bocca.

Sorge herrscht auch im Grand Hotel "Parco dei Principi" vis-a-vis der österreichischen Botschaft. Die Nobelherberge unweit des römischen Parks Villa Borghese ist mit einem starken Buchungsrückgang konfrontiert. "Es treffen keine Reservierungen für die nächsten Wochen mehr ein. Auch die Osterzeit ist gefährdet. Das Bild der Situation in Italien ist verzerrt worden. Was hat Rom mit den Infektionsherden in der lombardischen Provinz Lodi zu tun?", fragt Daniele Saladini, Direktor des Hotels.

Der Schweizer Eigentümer des namhaftesten unter den römischen Fünf-Sterne-Hotels Hassler an der Spanischen Treppe, Roberto Wirth, übte sich in Optimismus. "Der Coronavirus-Alarm ist übertrieben. Panik hat sich schnell ausgebreitet, doch diese wird bald auch wieder verschwinden", meinte der Hotelier.

Noch schwieriger ist die Lage in Mailand. Die beiden renommierten Häuser, Hotel de la Ville und The Grey, meldeten einen Rückgang bei der Gästezahl von 90 Prozent. Prestigeträchtige Veranstaltungen wie die Brillenmesse MIDO und die im April geplante Möbelmesse, die zehntausende Menschen in die lombardische Hauptstadt locken, wurden verschoben. Taxifahrer beklagen stark sinkende Umsätze.

 12:07

Britischer Notenbankchef stellt Hilfen in Aussicht

Der scheidende Chef der britischen Notenbank, Mark Carney, hat inmitten der Viruskrise geldpolitische Hilfen in Aussicht gestellt. Die Zentralbank sei bereit, die notwendigen Schritte zu unternehmen, damit die Wirtschaft die Belastungen der Coronakrise überwinde, sagte der Kanadier am Dienstag im britischen Parlament. Der geldpolitische Rat analysiere derzeit die Auswirkungen der Krise.

Carney erläuterte, dass die Bank of England in Kontakt mit anderen großen Notenbanken stehe. Auch mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) stehe man in Verbindung. In den vergangenen Tagen haben alle großen Notenbanken ihre Handlungsbereitschaft signalisiert, um die Auswirkungen der Corona-Krise abzufedern. Spekuliert wird auf Zinssenkungen, insbesondere in den USA.

Carney wird Mitte März planmäßig aus dem Amt scheiden. Sein Nachfolger ist der Chef der Finanzaufsicht FCA, Andrew Bailey.

 12:06

+++++ Corona-Angst am Straflandesgericht Wien +++++

Verhandlungen werden aufgrund eines Corona-Verdachtsfalls abgesagt. Den Anwälten wird überlassen, ob sie ihre Anhörungen durchführen wollen.

Das Straflandesgericht Wien stellt derzeit seinen Anwälten frei, ob sie ihre Anhörungen durchführen wollen. Das sorgt dafür, dass einige Verhandlungen auf unbestimmte Zeit vertagt werden.

Auslöser ist ein Corona-Verdachtsfall am Straflandesgericht, der jedoch noch nicht bestätigt wurde. Wann die Verhandlungen nachgeholt werden und was mit den im Straflandesgericht untergebrachten Sträflingen passiert, ist noch nicht klar.

 12:05

UEFA gründete Arbeitsgruppe mit Ligen

Angesichts der Krise wegen des neuen Coronavirus hat die Europäische Fußball-Union eine gemeinsame Arbeitsgruppe mit Vertretern europäischer Ligen eingerichtet. Diese solle sich unter anderem mit dem Spielkalender beschäftigen, sagte UEFA-Geschäftsführer Theodore Theodoridis am Dienstag beim Kongress des Kontinentalverbands in Amsterdam.

Zuvor hatte die UEFA erklärt, dass sie derzeit trotz der Ausbreitung des neuen Coronavirus in mehreren Gastgeberländern keine Veranlassung für Konsequenzen für die Fußball-EM in diesem Sommer sehe. Beim Kongress wies der Präsident des Schweizer Fußballverbands SFV, Dominique Blanc, auf die schwierige Lage in seiner Heimat hin. In der Schweiz waren am Montag wegen der Coronavirus-Epidemie alle Fußballspiele der 1. und 2. Liga für den März abgesagt worden.

 11:59

Hinweise auf Rauchen als Risiko für schweren Verlauf

Erste wissenschaftliche Hinweise auf Rauchen als Risikofaktor für einen schwereren Verlauf bei einer Infektion mit dem neuen Coronavirus ortet der Wiener Umwelthygieniker und Leiter der Ärzteinitiative gegen Raucherschäden, Manfred Neuberger. Einer Studie chinesischer Forscher zufolge fand sich unter einer kleinen Gruppe schwer Erkrankter ein größerer Anteil an Menschen, die rauchten.

Die großteils in der am stärksten betroffenen chinesischen Stadt Wuhan arbeitenden Forscher haben in der kürzlich im "Chinese Medical Journal" erschienenen Studie über den Verlauf von 78 Erkrankten berichtet. Bei elf Personen hat sich der Zustand zwei Wochen nach Aufnahme im Krankenhaus nicht verbessert bzw. verschlechtert. Im Vergleich zu jenen Patienten, bei denen sich der Zustand gebessert hat, waren die Personen mit ungünstigem Krankheitsverlauf im Schnitt älter und häufiger Raucher.

Die Vermutung, dass Rauchen bei der neuen Lungenerkrankung ein Risikofaktor sein könnte, liege nahe, sagte Neuberger zur APA. Erste Berichte aus China über überwiegend männliche Covid-19-Patienten hätten schon in die Richtung gewiesen, "dass das auch etwas mit Lebensgewohnheiten zu tun hat". Denn in China würden deutlich mehr Männer als Frauen rauchen, so der Wissenschafter von der Medizinischen Universität Wien. Mittlerweile gebe es "mehrere Hinweise" in diese Richtung. Auch beim verwandten MERS-Virus habe es unter den Verstorbenen eine Häufung an Rauchern gegeben.

Neuberger plädierte dafür, Raucher in die Gruppe jener Menschen miteinzubeziehen, die ein größeres Risiko für einen schweren Verlauf bei Coronavirus-Infektionen haben. "Raucher müssen sich also noch mehr vor Übertragung schützen", indem sie Menschenansammlungen meiden oder sich nach Kontakten die Hände gründlich waschen, so der Wissenschafter.

 11:51

Aida-Schiff mit Österreichern sitzt in Norwegen fest

Zwei deutsche Passagiere des Kreuzfahrtschiffs "Aida Aura" könnten mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert zu sein. Das Schiff mit rund 1.200 Passagieren lag Dienstagfrüh im Hafen der norwegischen Küstenstadt Haugesund. Darunter befanden sich auch elf Österreicher, wie Peter Guschelbauer, Sprecher des Außenministeriums in Wien, auf APA-Anfrage berichtete.

Laut der Kreuzfahrtreederei Aida Cruises in Rostock handelt es sich bei den beiden betroffenen Passagieren um ein Paar. Einer der beiden habe in der vergangenen Woche in einer Einrichtung gearbeitet, in der inzwischen zwei Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden seien. Die "Aida Aura" hätte eigentlich am Montagabend Richtung Bodo aufbrechen sollen. Die Reederei bat den Hafen, noch einen Tag länger bleiben zu können, bis das Untersuchungsergebnis vorliegt. Die Passagiere müssten an Bord bleiben, das betroffene Paar sei von den übrigen Gästen an Bord isoliert, so der Aida-Sprecher. Der zuständige Arzt in Haugesund sagte, beide Passagiere zeigten keine Symptome.

Guschelbauer berichtete von einem Verdachtsfall an Bord. Seinen Informationen zufolge sollte im Lauf des Dienstags abgeklärt werden, ob tatsächlich eine Infektion vorliegt. Bis zum Nachmittag sei daher auch mit einer Entscheidung zu rechnen, ob das Schiff auslaufen darf. "Die Abfahrt verzögert sich seit gestern Abend", so der Sprecher. Die Botschaft in Oslo sei mit den norwegischen Behörden wegen der elf Österreicher auf dem Schiff in Kontakt.

Die "Aida Aura" war am 29. Februar von Hamburg aus zu einer Reise entlang der norwegischen Küste aufgebrochen. Am Montag erreichte das Schiff seine erste Station Haugesund an der Südwestküste Norwegens.

Wegen der SARS-CoV-2-Ausbreitung hat der Seehafen Kiel die für Mittwoch geplante Eröffnung eines neuen Kreuzfahrtterminals abgesagt. Dies bestätigte ein Sprecher am Dienstag. Die Ankunft des ersten Kreuzfahrtschiffes in der neuen Saison sei nach wie vor für den 26. April geplant, sagte der Hafensprecher.

 11:26

Immer mehr Chinesen kehren an ihre Arbeitsplätze zurück

Nahezu 300 Millionen Menschen sind in China seit der dortigen verlängerten Neujahrspause wieder an ihre Arbeitsstellen zurückgekehrt. Immer mehr Unternehmen nehmen ihre Geschäftstätigkeit im Lichte des Coronavirus wieder auf und Reisebeschränkungen werden zurückgenommen. Kleine Firmen hätten aber noch Schwierigkeiten, genügend Arbeitskräfte zu finden, berichtete Reuters am Dienstag.

In 18 Regionen wurden die Notfallmaßnahmen am Montag gesenkt. Die Behörden haben die Reisebeschränkungen gelockert, da die Zahl der Fälle neuer Coronavirus-Infektionen stark zurückgegangen ist. Die grippeähnliche Epidemie hat 2.912 Menschen getötet und mehr als 80.000 im ganzen Land infiziert.

Daten des chinesischen Verkehrsministeriums zeigen, dass in der Vorwoche, der dritte Wochen nach der verlängerten Mond-Neujahrspause, durchschnittlich 15,8 Millionen Passagiere pro Tag aus ihren Heimatstädten in die Orte zurück gekommen sind, in denen sie arbeiten; insgesamt fast 300 Millionen Menschen.

 11:25

EU aktivierte Krisenmodus

Die EU hat wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus einen Krisenmodus aktiviert, um schneller Entscheidungen treffen zu können. Wie der EU-Rat der Mitgliedstaaten am Montagabend mitteilte, wurde die sogenannte integrierte politische Krisenreaktion (IPCR) nun vollständig ausgelöst.

Damit könne die EU sich auf "wichtige Lücken" in ihrem Vorgehen gegen die Virus-Erkrankung konzentrieren und Entscheidungen schnell vorbereiten. Zudem könnten auch Drittstaaten wie Großbritannien oder Akteure wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) leichter eingebunden werden.

Die integrierte politische Krisenreaktion war 2013 beschlossen worden und eine Reaktion auf die Terroranschläge vom September 2011. Die EU wollte damit in Krisensituationen handlungsfähiger werden. Erstmals vollständig aktiviert wurde der Krisenmodus im Jahr 2015 auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise.

Aktiviert wird der Krisenmodus durch die amtierende EU-Ratspräsidentschaft, die derzeit Kroatien innehat. An Krisensitzungen nehmen Vertreter des Rates der Mitgliedstaaten, der Kommission, des Auswärtigen Dienstes sowie betroffene Mitgliedstaaten teil und gegebenenfalls weitere Vertreter von außerhalb der EU teil. Die Treffen können dabei auf Experten- oder Ministerebene stattfinden. Das Gremium bereitet Vorschläge vor, die dann wie üblich vom Ministerrat beschlossen werden.

Der Krisenmodus sei mit Blick auf die Beschlussfindung "zielgerichteter und schneller", sagte ein EU-Vertreter . "Er erlaubt es zudem, mit der Einladung von Drittländern über unsere Grenzen hinauszugehen." Innerhalb der EU erlaube er Treffen mit besonders betroffenen Mitgliedstaaten und damit eine stärkere Fokussierung auf das eigentliche Problem.

In einer Vorstufe sieht der Krisenmodus zunächst einen stärkeren Informationsaustausch vor. Dazu gibt es eine spezielle Internetplattform.

 11:17

Entwicklung des Coronavirus

covi.jpg © apa

 11:13

Auch skandinavische Airline SAS leidet unter Folgen

Die skandinavische Fluggesellschaft SAS reduziert wegen der Corona-Krise ihre Kapazitäten und zieht ihre Prognosen für das laufende Geschäftsjahr zurück. Die Airline werde als Reaktion auf die geringere Nachfrage in den nächsten Monaten ihre Kurzstrecken-Kapazitäten reduzieren, teilte SAS mit.

Der Konzern werde auch die Zahl der Flüge nach Hongkong kürzen und das chinesische Festland weiterhin nicht anfliegen. Es sei zu früh, um die finanziellen Auswirkungen auf SAS komplett abzuschätzen, deshalb sei ein Ausblick derzeit nicht möglich.

Vergangene Woche hatte die Airline ihre Prognose einer operativen Marge vor Sondereffekten von drei bis fünf Prozent für 2020 aufrechterhalten, aber bereits gewarnt, dass sich das wegen Corona ändern könnte. SAS will auf mehreren Wegen Kosten senken, etwa durch einen Einstellungsstopp. Auch ein Abfindungs- und Frühpensionsprogramm sei nicht ausgeschlossen.

Aktien von Fluggesellschaften gehörten vergangene Woche zu den größten Verlierern an den Finanzmärkten. Die Lufthansa-Papiere stiegen am Dienstag an der Frankfurter Börse jedoch um rund zehn Prozent. Laut dem Branchenverband IATA lassen derzeit rund 50 Prozent der Passagiere ihre Tickets verfallen.

 11:07

+++ IWF rechnet heuer mit weniger Wachstum in Österreich +++

Näheres in Kürze...

 10:42

BMW bekräftigt globales Absatzziel trotz Coronavirus-Epidemie

BMW-Chef Oliver Zipse hat trotz der Beeinträchtigungen infolge des Coronavirus in China das Absatzziel des Konzerns für das laufende Jahr bekräftigt. "Bislang haben wir keine Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit unserer Werke, und unser globales Absatzziel aus heutiger Sicht bleibt unverändert, nämlich ein leichtes Wachstum", sagte Zipse am Dienstag in einer Telefonkonferenz mit Journalisten.

BMW hat die Folgen der Epidemie bereits zu spüren bekommen. Beim Februarabsatz habe der Konzern in China eine deutliche Delle verspürt, sagte Zipse. In China erwarte er, dass sich die Absatzdelle vom Februar im März abschwäche. Außerhalb des Landes sehe er keine Auswirkungen auf den Absatz. Wie der Februar weltweit genau gelaufen ist, könne noch nicht gesagt werden, weil unter anderem die detaillierten Angaben zu China noch fehlten.

Die Auswirkungen des Ausbruchs seien insgesamt weiter schwer zu beurteilen, hier fahre BMW auf kurze Sicht. "Wir sind für drei Wochen abgesichert", sagte Zipse. Das gelte auch für die chinesischen Werke. Erst in einigen Wochen könne eine genauere Abschätzung erfolgen, ob die Lieferketten weiter stabil blieben.

Weil der Autosalon in Genf wegen des Coronavirus abgesagt wurde, haben Messe und Aussteller ersatzweise Online-Veranstaltungen und Telefonkonferenzen angesetzt.

 10:42

Biathlon: Fan-Ausschluss für ÖSV-Coach "verständlich"

Die Abhaltung des Biathlon-Weltcups in Nove Mesto ohne Zuschauer aufgrund des weltweiten Coronavirus-Ausbruchs macht für ÖSV-Cheftrainer Ricco Groß Sinn. "Es ist absolut verständlich, dass solche Maßnahmen ergriffen werden. Natürlich ist es schade, weil gerade Nove Mesto ein absoluter Zuschauermagnet ist und dort immer eine tolle Stimmung herrscht", meinte Groß.

In Tschechien sind von Donnerstag bis Sonntag jeweils drei Bewerbe für Damen und Herren geplant. "Aber es ist, wie es ist, und auch in Nove Mesto bekommt der Sieger 60 Weltcuppunkte", so Groß in einer Aussendung des Österreichischen Ski-Verbandes (ÖSV). Üblicherweise finden sich in im Rahmen des Weltcups unweit der österreichischen Grenze große Zuschauermassen ein, zehn Tage nach der WM im italienischen Antholz mit Zehntausenden Fans wird nach einem Beschluss des tschechischen Sicherheitsrates auf den Rängen hingegen gähnende Leere herrschen.

 10:39

Daimler: Produktion in China stabil

Daimlers Pkw-Produktion in China läuft nach den Worten von Mercedes-Vertriebschefin Britta Seeger trotz aller Beschränkungen wegen der Coronavirus-Epidemie stabil. "Die Produktion ist stabil, die Lieferketten sind gesichert", sagte Seeger am Dienstag in einer Telefonkonferenz. Mercedes-Benz hatte mit seinem chinesischen Partner BAIC die Produktion seit 10. Februar wieder angefahren.

Für Aussagen über die Folgen der Epidemie auf den Absatz sei es noch zu früh, ergänzte Seeger. In China hätten mehr als drei Viertel der Händler wieder geöffnet. Mercedes habe die Online-Angebote ausgebaut und suche auch telefonisch den Kontakt mit den Kunden.

Seeger bekräftigte die Prognose, wonach der Absatz von Mercedes-Benz Cars in diesem Jahr leicht unter Vorjahr liegen soll. Die Lage werde derzeit ständig beobachtet. "Ehrlicherweise befinden wir uns in einem Day-to-Day-Business", sagte Seeger. Die nächste Absatzmeldung werde im April veröffentlicht.

 10:27

21 bestätigte Infektionen in Österreich

In Österreich sind mit Stand Dienstagvormittag 21 bestätigte Infektionen mit SARS-CoV-2 aufgetreten. Das gab Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz in Wien bekannt. Wo die drei neuen Fälle zu verorten sind, wurde noch nicht bekannt.

Weiterhin befinden sich laut dem Ressortchef rund 350 Menschen österreichweit in Quarantäne. Meist handelt es sich dabei um Personen, die engen Kontakt mit am neuartigen Coronavirus Erkrankten hatten und als Vorsichtsmaßnahme auf behördliche Anweisung abgesondert wurden, hatte es am Montag vom Einsatzstab im Innenministerium geheißen. Es sei "wichtig, dass das alle durchhalten", betonte Anschober bezüglich dieser Quarantänefälle.

 09:30

Zahl der Neuinfizierten in Italien flacht ab

Die Zahl der neuen Coronavirus-Infektionen in Italien flacht sich ab. Seit dem Ausbruch der Epidemie am 21. Februar ist am Montag erstmals die Zahl der Neuinfizierten deutlich gesunken. Die Anzahl der genesenen Patienten nimmt hingegen zu.

Am Montag wurden in der Region Lombardei, wo der Infektionsherd lokalisiert worden war, 258 neue Infektionsfälle gemeldet, das ist nur mehr die Hälfte gegenüber der Zahl der Neuinfizierten vom Sonntag. Italienweit haben sich bisher 1.835 Personen angesteckt, 52 Menschen sind gestorben. Die Zahl der bisher genesenen Patienten stieg auf 149. 50 Prozent der Infizierten würden keine Symptome vorweisen.

Trotz der sinkenden Zahl von Infektionen ist das lombardische Gesundheitssystem unter Druck. Die Krankenhäuser sind überlastet, die Behörden riefen daher private Kliniken auf, Betten für Coronavirus-Patienten zur Verfügung zu stellen.

Die Lombardei sucht zusätzliche Plätze für Patienten, die unter Quarantäne gestellt werden müssen. Das ehemalige Militärkrankenhaus Baggio in Mailand wird rund 50 Plätze zur Verfügung stellen. 6.600 Betten sollen in Militärstützpunkten in Norditalien bereitstehen. Infektiologen in der Lombardei warnten, dass Leute ab 65 Jahren zuhause bleiben und Menschenansammlungen meiden sollten.

Italien ist das in Europa am schwersten von der Lungenkrankheit Covid-19 betroffene Land. Elf Gemeinden in der Lombardei und Venetien sind seit zehn Tagen unter Quarantäne.

 09:26

Tourismusforscher: Leute werden weiter reisen

Tourismusforscher rechnen nicht mit einem dauerhaften Dämpfer für die Reiselust der Deutschen wegen der Coronavirus-Epidemie. "Reisen ist mittlerweile ein Grundbedürfnis", sagte der Professor für Tourismuswirtschaft, Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility an der Ludwig-Maximilians-Universität München, Jürgen Schmude, in einem am Dienstag veröffentlichten Reuters-Interview.

"Bis komplett darauf verzichtet wird, muss schon noch viel passieren. Die Leute werden weiter reisen", so Schmude. Das Last-Minute-Buchen werde aber wieder deutlich an Gewicht gewinnen. "Viele warten ab, wie sich das Virus weiter verbreitet und entscheiden sich erst spät", sagte der Experte. Ob der Heimaturlaub in Deutschland von der raschen Ausbreitung des Virus in gefragten Reiseländern wie Italien profitiere, sei keineswegs ausgemacht. "Nach den Terroranschlägen in Ägypten und in der Türkei wurden eben andere Warmwassergebiete wie Spanien, Italien und Griechenland angesteuert", sagte Schmude. "Der Tourist ist da relativ flexibel."

Entscheidend für die Wahl des Urlaubsorts sei nicht zuletzt, wie groß die Distanz zwischen Heimatort und möglichem Reisegebiet sei. "Für deutsche Touristen ist nicht ganz Italien verbrannt, sondern derzeit ist vor allem die Lombardei ein No-Go. Sizilien dagegen schon nicht mehr", nannte der Tourismusforscher ein Beispiel. Aus asiatischer Sicht gelte dagegen gegenwärtig ganz Italien als unsicher, wenn nicht sogar ganz Europa. "Das kennen wir aus anderen Krisen: Viele Europäer sind nach der Reaktor-Katastrophe im japanischen Fukushima nicht mehr nach Korea geflogen, obwohl das sehr weit entfernt vom Unglücksort liegt", sagte der Experte. "Beim Ebola-Ausbruch in Zentralafrika sind viele Deutsche nicht mehr nach Südafrika geflogen."

 09:25

Pressekonferenz: Anschober zu Coronavirus

Gesundheitsminister Anschober lädt vor heutigem Gesundheitsausschuss, Dienstag, 3. März, um 10.00 Uhr, zu einem Pressestatement zur aktuellen Lage des Coronavirus in Österreich und gibt Ausblick auf die nächsten Tage. Es findet im Parlamentsausweichquartier im Eingangsbereich, Lokal 6 (Erdgeschoss Bibliothekshof), statt.

 09:24

NBA reagiert - Eigene Stifte, kein Abklatschen

Maximal einen Fistbump dürfen die NBA-Fans in den kommenden Tagen von den Basketballern in der besten Liga der Welt erwarten - auf Abklatschen sollen die Spieler wegen des Coronavirus verzichten. Das geht aus einer Empfehlung der Liga an die Teams hervor, über die der US-Sportsender ESPN am Montagabend (Ortszeit) berichtete.

Autogramme geben sollen die Profis demnach nur noch mit eigenen Stiften, mitgebrachte Gegenstände sollen sie nicht mehr annehmen - und natürlich auf gutes und regelmäßiges Händewaschen sowie genug Abstand zu angeschlagenen Menschen achten.

Einen Fistbump, also das Aneinanderdrücken zweier Fäuste, halten die Verantwortlichen der Liga dagegen wohl für in Ordnung. Die US-Gesundheitsbehörde CDC erhöhte am Montag die Zahl der bisher positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getesteten Menschen in den USA auf 43. Nach Medienberichten sollen es allerdings bereits deutlich mehr sein. Sechs Menschen sind in den USA an den Folgen ihrer Erkrankung gestorben.

 09:21

Italiener entdecken Epidemie-Literatur wieder

Die mit der Coronavirus-Krise konfrontierten Italiener interessieren sich derzeit verstärkt für Literatur, die sich mit Zeiten von Epidemien befasst. Von Boccaccios "Dekameron" über Alessandro Manzonis "Die Brautleute" bis zu Saramagos "Die Stadt der Blinden": Viele Leser greifen zu Werken, die das Thema epidemischer Ausbrüche behandeln.

In Zeiten der Quarantäne und Heimisolierung schlägt man gern wieder Klassiker auf. Erinnerungen an die Schulzeit tauchen auf, und Italien entdeckt Giovanni Bocccaccios "Dekameron" wieder, eine Sammlung aus 100 Novellen, die zwischen 1349 und 1353 entstanden ist. Die Rahmenhandlung verlegt Boccaccio in ein Landhaus in den Hügeln von Florenz, in das sieben Frauen und drei junge Männer vor der Pest flüchten, die im Frühjahr und Sommer des Jahres 1348 in der Toskana wütete.

Im Landhaus versuchen sich die Flüchtlinge gegenseitig zu unterhalten und die Zeit zu vertreiben. Daher wird jeden Tag eine Königin oder ein König bestimmt, welcher einen Themenkreis vorgibt. Zu diesem Thema hat sich nun jeder der Anwesenden eine Geschichte auszudenken und zum Besten zu geben. Nach zehn Tagen und zehn mal zehn Novellen kehrt die Gruppe wieder nach Florenz zurück. Der Titel "Decamerone" bedeutet - in Anlehnung an das Griechische - "Zehn-Tage-Werk". Der "Dekameron" ist zum Vorbild weiterer abendländischer Novellensammlungen geworden. Die Beschreibung der Pest in Florenz ist beklemmend realistisch und dient auch noch bis heute als historische Quelle über diese Epidemie.

 08:51

Aida-Schiff sitzt in Norwegen fest

Zwei deutsche Passagiere des Kreuzfahrtschiffs "Aida Aura" könnten mit dem neuartigen Coronavirus infiziert sein. Das Schiff mit rund 1.200 Passagieren lag Dienstagfrüh im Hafen der norwegischen Küstenstadt Haugesund. Ein Arzt der Gemeinde sagte dem norwegischen Rundfunk NRK, beide Passagiere seien vor einer Woche in Kontakt mit einer Person gewesen, bei der das Virus festgestellt worden sei.

Diese Person befinde sich aber nicht an Bord. Die beiden Passagiere hielten sich nun in ihrer Kabine auf, bis die Ergebnisse der Tests vorlägen, voraussichtlich bis Dienstagnachmittag. So lange bleibe die "Aida Aura" im Hafen von Haugesund.

 08:48

Rom wegen Einreiseverboten für Italiener "irritiert"

Italien zeigt sich wegen der zunehmenden Zahl von Ländern, die Einreiseverbote für seine Bürger wegen der Coronavirus-Epidemie verhängen, befremdet. "Es irritiert uns, zu erfahren, dass einige Länder unsere Mitbürger im Ausland ohne Kriterien zurückweisen", protestierte der italienische Außenminister Luigi Di Maio.

"Wir werden auf sinnlose Einreiseverbote reagieren. Italien ist ein Land, das Respekt verdient und verlangt. Das Außenministerium hat sich zur Aufhebung von Einreiseverboten eingeschaltet, die wir als ungerechtfertigt betrachten. Wir fordern, dass das Thema der Einreiseverbote für Italiener auch beim nächsten EU-Außenministergipfel diskutiert wird", sagte Di Maio im Interview mit der italienischen Tageszeitung "La Stampa" (Dienstagsausgabe).

 08:44

Anstieg von aus Ausland eingeschleppten Fällen in China

China verzeichnet einen Anstieg von Coronavirus-Fällen, die aus dem Ausland eingeschleppt werden. Die Behörden bestätigten am Dienstag 13 Fälle, in denen chinesische Staatsbürger bei der Einreise mit dem neuartigen Coronavirus infiziert waren.

Darunter seien acht Chinesen gewesen, die in der norditalienischen Region Lombardei im selben Restaurant arbeiteten, wie die Behörden der ostchinesischen Provinz Zhejiang mitteilten. Sie trafen vergangene Woche aus Italien ein. Vier weitere Betroffene kehrten demnach aus dem Iran nach China zurück, ein infizierter chinesischer Staatsbürger reiste aus Großbritannien über Hongkong ins südchinesische Shenzhen.

Unterdessen meldete China am Dienstag mit 125 neuen Fällen die niedrigste Zahl neuer Infektionen seit sechs Wochen. Nach Angaben der Nationalen Gesundheitskommission erhöhte sich die Zahl der Todesfälle um 31. Alle Todesopfer stammten aus der Provinz Hubei, dem Epizentrum der Epidemie. Landesweit starben damit 2943 Menschen an dem Virus.

 08:29

G7-Staaten bereiten Erklärung vor

Die sieben größten Industriestaaten (G7) bereiten eine gemeinsame Erklärung zur Coronavirus-Krise vor, die am Dienstag oder am Mittwoch veröffentlicht werden soll, wie aus G7-Kreisen verlautet. Demzufolge sagen die Länder darin eine Zusammenarbeit zu, um den Schaden der Epidemie auf die Volkswirtschaften einzudämmen.

Konkrete Forderungen nach neuen Staatsausgaben oder koordinierten Zinssenkungen der Zentralbanken seien in der Erklärung nach derzeitigem Stand nicht enthalten, so der Insider.

 06:56

China meldet Rekordtief bei neuen Erkrankungen

Chinas Behörden haben am Dienstag ein Rekordtief bei der Ausbreitung des Coronavirus vermeldet. Am Montag wurden im ganzen Land 125 neue Coronavirus-Fälle bestätigt, was der niedrigste Wert seit der Veröffentlichung landesweiter Statistiken im Jänner ist. Auch die Zahl der Todesopfer sank auf 31. In Südkorea wurden indes 600 neue Fälle verbucht. Die USA kündigten rigorose Einreisekontrollen an.

Am Sonntag hatte es in China landesweit noch 202 neue Coronavirus-Fälle und 42 Tote gegeben. Erneut wurden alle Todesfälle im Epizentrum der Krankheit verbucht, der Provinz Hubei. Dort sank die Zahl der neuen Fälle von 196 auf 114. Insgesamt sind damit 2.934 Menschen in China an der neuartigen Lungenkrankheit gestorben. Die Gesamtzahl der Infektionen erreichte mit Montag 80.151.

 06:55

Twitter-Mitarbeiter sollen von Zuhause arbeiten

Twitter hat seine Mitarbeiter wegen der Coronavirus-Gefahr aufgerufen, weltweit von Zuhause aus zu arbeiten. Interne Besprechungen und wichtige Aufgaben sollen für den Internet-Zugang optimiert werden, kündigte der Kurznachrichtendienst am Montag an. Ziel sei, die Mitarbeiter zu schützen und die Ausbreitung der Krankheit zu bremsen.

In Hongkong, Südkorea und Japan müssen die Twitter-Beschäftigten sogar zwingend zu Hause arbeiten. In anderen Ländern können sie auch ins Büro kommen, "wenn sie es vorziehen oder es erforderlich ist". Twitter hatte Ende vergangenen Jahres 4.900 Mitarbeiter.

 05:56

USA erwägt Einreiseverbote

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus erwägt die US-Regierung eine Ausweitung der geltenden Einreisebeschränkungen. Dies könnte entsprechend der konkreten Fälle (in den betroffenen Ländern) erfolgen, sagte US-Vizepräsident Mike Pence am Montagnachmittag in Washington. Dabei kündigte er an, dass es ab Dienstag lückenlose Kontrollen an Flughäfen in Italien und Südkorea geben werde.

Flugreisende aus diesen Ländern in die USA würden "zu 100 Prozent" kontrolliert, sagte Pence. Ein entsprechendes System werde innerhalb von zwölf Stunden in Betrieb gehen. Die USA hatten am Mittwoch vier weitere Coronavirus-Todesfälle vermeldet. Bei der überwiegenden Mehrheit der Infizierten handelt es sich um Personen, die sich im Ausland angesteckt haben, so auch bei der ersten Patientin in New York, die zuvor im Iran gewesen war.

 00:32

+++ LIVETICKER wird fortgesetzt +++

Auch am Dienstag halten wir Sie ab 6 Uhr Früh über die aktuellen Geschehnisse rund um die Coronavirus Verbreitung auf dem Laufenden!

 22:43

Künftig engere Zusammenarbeit auf EU-Ebene

Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus wird auf EU-Ebene künftig enger zusammengearbeitet. Der Krisenreaktionsmechanismus der Staatengemeinschaft sei durch die kroatische EU-Ratspräsidentschaft nun vollständig ausgelöst worden, hieß es in einer Mitteilung vom Montagabend. Zuvor war am Freitag die zweite der drei Stufen - der Modus zum Austausch von Informationen - aktiviert worden.

Grundsätzlich soll der Mechanismus in schweren und komplexen Krisen schnelle und koordinierte politische Entscheidungen ermöglichen, etwa im Fall von Terroranschlägen. Dabei kommen die EU-Institutionen, die EU-Staaten und andere Betroffene zusammen.

Unter der neuen Stufe gibt es künftig unter anderem Krisensitzungen der EU-Kommission, des Europäischen Rats, des Auswärtigen Dienstes sowie von Vertretern betroffener EU-Staaten und von anderen wichtigen Parteien. Dabei sollen Vorschläge entwickelt werden, über welche die EU-Staaten dann entscheiden können.

 21:32

Zahl der Infizierten in Deutschland steigt

Die Zahl dre Infizierten mit dem Coronavirus in Deutschland ist am Montag gestiegen. In Bayern gibt es sechs neue bestätigte Fälle mit dem neuartigen Coronaviurs Sars-CoV-2. In Berlin sind zwei weitere Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. In Thüringen wurde erstmals eine Infektion nachgewiesen.

Betroffen seien in Bayern fünf Menschen aus dem oberbayerischen Landkreis Freising und ein Mensch aus München, teilte das Gesundheitsministerium am Montagabend unter Berufung auf das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in München mit. Die Fälle im Landkreis Freising stünden im Zusammenhang mit dem Ehemann einer Erzieherin, der ebenfalls positiv auf den Erreger getestet wurde. Mit den sechs neuen Fällen gibt es seit Donnerstag vergangener Woche insgesamt 21 neue bestätigte Coronavirus-Fälle in Bayern.

In Berlin handle sich um zwei neue Fälle, die nach bisherigen Erkenntnissen nicht in Verbindung mit dem ersten nachweislich erkrankten Berliner stehen, teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit am Montagabend mit.

In Thüringen ist erstmals eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen worden, bestätigte der Sprecher des Gesundheitsministeriums am Montagabend in Erfurt. Es handelt sich um einen 57 Jahre alten Mann aus dem Orlatal, wie das Landratsamt des Saale-Orla-Kreises in Schleiz mitteilte.

 20:29

52 Todesopfer in Italien, 1.835 Infizierte

In Italien ist die Zahl der Toten durch das Coronavirus auf 52 gestiegen. Das sind 18 mehr als am Sonntag, teilte Zivilschutzchef Angelo Borrelli am Montag in Rom mit. Die meisten Todesfälle wurden in den norditalienischen Regionen Lombardei und Emilia Romagna meldet.

Inzwischen sind nach Borrellis Angaben 1.835 Menschen mit dem Sars-CoV-2-Erreger infiziert. Das sind 258 mehr als am Sonntag. 50 Prozent der Infizierten würden keine Symptome vorweisen. Italien ist das in Europa am schwersten von der Lungenkrankheit Covid-19 betroffene Land. Elf Gemeinden in der Lombardei und Venetien sind seit zehn Tagen unter Quarantäne.

 19:14

Grazer und Mürztalerin positiv getestet

In der Steiermark sind am Montag zwei weitere Personen auf das Coronavirus positiv getestet worden, wie das Land Steiermark am Abend mitteilte. Damit gibt es in der Steiermark nunmehr drei Fälle. Es handelt sich bei den Neuinfektionen um einen 43 Jahre alten Grazer und eine 59-jährige Frau aus dem Mürztal.

Nachdem am Montagvormittag in Wien eine weitere Neu-Infektion mit dem Coronavirus bekannt wurde, gab es am späten Nachmittag auch in der Steiermark ein positives Testergebnis. Ein 43-jähriger Grazer wurde auf dem Weg ins Krankenhaus bereits im Rettungswagen getestet und aufgrund der Verdachtslage gleich wieder nach Hause gebracht. "Da auch in seinem Fall die Erkrankung einen milden Verlauf aufweist, wurde er nach Vorliegen des positiven Testergebnisses zu Hause unter Quarantäne gestellt", sagte Landessanitätsdirektorin Ilse Groß.

Am Abend wurde ein weiterer Fall bekannt: Eine 59-jährige Mürztalerin wurde bei sich zuhause unter Quarantäne gestellt. Die Frau hatte sich zuvor in Oberitalien auf einer Urlaubsreise befunden, wie der APA mitgeteilt wurde.

Der Grazer dürfte Kontakt zur ersten steirischen Corona-Patientin gehabt haben. Nähere Details werde die Landessanitätsdirektion am Dienstag bekanntgeben. Für Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) sind die schnelle Identifizierung von Coronavirus-Verdachtsfällen, die frühe Diagnose, eine rasch erfolgende Quarantäne und die allfällige Kontaktpersonen-Nachverfolgung die entscheidenden Maßnahmen im Kampf gegen das Virus. "Wir verstärken deshalb auch die personellen und finanziellen Ressourcen in allen dafür relevanten Bereichen", sagte die Landesrätin.

 18:04

EZB-Ratsmitglied: Müssen besonders wachsam sein

Die EZB muss aus Sicht des belgischen Notenbankchefs Pierre Wunsch wegen des Coronavirus besonders wachsam sein. "Das Coronavirus kann das wirtschaftliche Wachstum so dämpfen, dass es geringer als in unseren Projektionen unterstellt ausfällt", sagte das Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank in einem am Montag veröffentlichten Interview der "Börsen-Zeitung".

Das wäre ein Grund zur Sorge. Denn die Inflation liege bereits unterhalb der Zielmarke von knapp zwei Prozent. Das Virus sei ein neues Risiko für die Wirtschaft, ergänzte Wunsch. "Die wirtschaftliche Erholung im Euroraum verzögert sich womöglich um ein oder zwei Quartale, sie ist aber nicht abgesagt."

Wunsch warnte vor übereilten Maßnahmen, etwa in der Haushaltspolitik der Euro-Länder: "Ich plädiere dafür, dass wir unsere verbleibende fiskalische Munition nicht überstürzt abfeuern sollten." Die Euro-Wirtschaft stecke nicht in einer Rezession. Zudem würden immer noch Arbeitsplätze geschaffen.

 18:04

Lauda-Mutter Ryanair streicht Italien-Flüge zusammen

Die Laudamotion-Mutter Ryanair reduziert wegen der Coronavirus-Epidemie ihre Flüge nach Italien. Die Buchungen für Italien - einem der größten Märkte der irischen Fluggesellschaft - seien erheblich zurückgegangen. Jeder vierte Kurzstreckenflug zwischen dem 17. März und dem 8. April falle weg, teilte die Airline am Montag in Dublin mit.

Für die Zahlen des aktuellen Geschäftsjahres bis Ende März rechnet Ryanair nicht mit handfesten Folgen. Für die Periode darauf gibt Ryanair jedoch keine Entwarnung: Es sei "viel zu früh, um zu spekulieren, welche Auswirkungen der Covid-19-Ausbruch auf das Ergebnis des Geschäftsjahres 2021 haben wird", hieß es in einer Erklärung der Fluggesellschaft.

Schon zuvor hatten mehrere andere Fluglinien - so auch die AUA - wegen des Coronavirus ihre Flüge nach Italien ausgedünnt. Norditalien ist mit mehr als tausend bestätigten Infektionen nach China und Südkorea am stärksten von der neuartigen Krankheit betroffen.

Laudamotion hat bisher an ihrem Programm festgehalten. Die österreichische Ryanair-Tochter fliegt 13 Ziele in Italien an, darunter die von der Epidemie besonders betroffenen Städte Mailand und Bergamo. Am Montagnachmittag fand eine Lagebesprechung in Wien-Schwechat statt, für Dienstag ist ein Update angekündigt, hieß es auf APA-Anfrage.

 16:54

Frontex billigte Soforteinsatz in Griechenland

Sobald man sich auf einen Plan mit Griechenland geeinigt hat, werde sich Frontex an die Mitgliedsstaaten wenden und diese bitten, "unmittelbar" ihre nationalen Grenzschützer bereitzustellen. Bis dahin soll auch geklärt werden, welches Material benötigt wird und in welchen Bereichen genau Experten tätig werden sollen.

Insgesamt beträgt der Reservepool für solche Einsätze 1.500 Beamten, sie sollen innerhalb von fünf Tagen entsendet werden. Zu ihnen zählen auch Experten für Urkundenfälschung und Pässe sowie zur Registrierung von Flüchtenden. Einsatzmaterial wie Fahrzeuge oder auch Schiffe sowie Überwachungstechnik soll binnen zehn Tagen vor Ort sein. Grundsätzlich unterstehen die Frontex-Beamten dem Kommando Griechenlands.

"Unsere Kernmission ist es, die Grenzen der EU gemeinsam mit der Unterstützung der Mitgliedsstaaten zu schützen", teilte Frontex-Chef Leggeri mit. In Griechenland werde dieses Ziel verfolgt, in dem man bei der Registrierung von Geflüchteten sowie deren Sicherheitsüberprüfung hilft. Dies sei besonders mit Blick auf mögliche Rückführungen wichtig.

 16:49

Mehrere Mädchen einer Wiener Schule unter Quarantäne

Mehrere Mädchen einer Volksschule in Wien-Leopoldstadt befinden sich in häuslicher Quarantäne und dürfen vorerst nicht am Unterricht teilnehmen. Sie hatten Kontakt zu einem Robotik-Trainer, der sich - wie seit Sonntag feststeht - mit dem Corona-Virus infiziert hat und in der vergangenen Woche einen Workshop veranstaltet hat.

Bei der gesetzten Maßnahme handle es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, hieß es seitens des Wiener Krankenanstaltenverbunds (KAV). Der Schulbetrieb bleibt bis auf Weiteres aufrecht. Die davon ausgeschlossenen Mädchen zeigen vorerst keine Symptome, die auf eine Infektion mit dem Sars-CoV-2-Virus hindeuten, meinte Andreas Huber, der Sprecher des medizinischen Krisenstabs der Stadt Wien.

 15:56

UEFA sieht derzeit keine Konsequenzen für EM

Die UEFA sieht derzeit trotz der Ausbreitung des Coronavirus in mehreren Gastgeberländern keine Veranlassung für Konsequenzen für die Fußball-EM im Sommer. "Wir sind in Kontakt mit den Behörden. Wir sind an die Anweisungen der lokalen Behörden gebunden. Wir reagieren auf das, was die Behörden oder die WHO sagen", betonte UEFA-Sprecher Phil Townsend nach einer Sitzung des UEFA-Exekutivkomitees.

"Wir sind eine Sportorganisation, die Behörden treffen die Entscheidungen", betonte Townsend am Montag in Amsterdam. Zuvor hatten die Mitglieder des UEFA-Exekutivkomitees bei ihrer turnusmäßigen Sitzung über mögliche Auswirkungen des Coronavirus diskutiert. Dabei ging es laut UEFA-Angaben vorerst speziell um einen Informationsaustausch und nicht um Entscheidungen über konkrete Maßnahmen oder sogar Ausfall-Szenarien für das Turnier in zwölf Ländern vom 12. Juni bis 12. Juli.

 15:45

Italien feiert heldenhaften "Diamond Princess"-Kapitän

Als letzter unter den Crewmitglieder der unter Quarantäne gestellten "Diamond Princess" hat der italienische Kapitän Gennaro Arma am Montag das seit Wochen in Yokohama festgehaltenen Kreuzfahrtschiff verlassen. Arma ging von Bord, nachdem die letzte Gruppe von Crewmitgliedern ausgeschifft worden war.

"Kapitän Arma hat als letzter die 'Diamond Princess' verlassen. Für uns ist er ein Held. Wir danken ihm und seiner außerordentlichen Crew für die Leistung an Bord", twitterte die Reederei Princess Cruises, Betreiberin des Schiffes. Ursprünglich hatten sich rund 3.700 Menschen auf dem Schiff befunden, das am 5. Februar von Japan unter Quarantäne gestellt wurde, nachdem sich Passagiere am Coronavirus infiziert hatten. Insgesamt haben sich mehr als 700 Passagiere und Crewmitglieder mit dem Virus angesteckt.

 15:45

200 ProSiebenSat.1-Mitarbeiter im Homeoffice

Weil ein Mitarbeiter von ProSiebenSat.1 in Düsseldorf positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden ist, sind vorsorglich 200 Mitarbeiter am Unternehmenssitz in Unterföhring bei München ins Homeoffice geschickt worden. Die Maßnahme sei rein vorsorglich, es bestehe kein begründeter Verdacht, sagte eine Unternehmenssprecherin am Montag.

Dem infizierten Mitarbeiter gehe es gut. Etwa die Hälfte der betroffenen 200 Mitarbeiter sei negativ auf das Virus getestet worden, alle weiteren Ergebnisse werden bis Mittwoch erwartet.

 15:34

Macron sagt in Frankreich Termine ab

Vor dem Hintergrund der Covid-19-Epidemie hat Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron seine Agenda für diese Woche geändert und Termine abgesagt. Wie der Dachverband der jüdischen Organisationen in Frankreich (CRIF) am Montag via Twitter mitteilte, werde der Präsident wegen der "außergewöhnlichen Gesundheitslage in Frankreich" nicht zum traditionellen Jahresessen des Verbands kommen.

Das ursprünglich am Dienstag geplante Essen sei deshalb verschoben worden, so der Verband. Macron hatte im Vorjahr teilgenommen und eine lange Rede gehalten. Aus einer aktualisierten Agenda des Élyséépalastes für die laufende Woche geht hervor, dass zudem eine Reise Macrons in das Département Gers im Südwesten des Landes gestrichen wurde. Ein expliziter Grund wurde dafür nicht genannt.

In Frankreich haben sich nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Sonntagabend 130 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Es gab bisher zwei Todesfälle im Land.

 15:34

Proben lagerten in Kärnten neben toten Tieren

In Kärnten sind am Wochenende Coronavirus-Proben in der Lebensmittel-Untersuchungsanstalt direkt neben toten Tieren gelagert worden. Darauf hat am Montag das "Team Kärnten" in einer Aussendung hingewiesen. Seitens des Landes wurde der Vorfall bestätigt, es habe einen "kurzfristigen Engpass" bei der Kühlung der Proben gegeben, hieß es.

Man habe in der Lebensmittel-Untersuchungsanstalt für das Wochenende einen Raum geschaffen, in dem die Coronavirus-Proben bis zum Weitertransport nach Wien gekühlt gelagert werden konnten. Der Raum in welchem der Kühlschrank stand, ist seit 2008 zur Abgabe für Proben von Tierärzten zur Abklärung von Todesfällen vorgesehen. Der Kühlschrank war kurzfristig die einzige Möglichkeit als Notlösung Proben über das vergangene Wochenende gekühlt und verschlossen zu verwahren, und gleichzeitig eine durchgehende Probenabgabemöglichkeit zu garantieren, hieß es in einer Aussendung.

 15:19

IATA: Viele Fluggäste lassen Ticket verfallen

Aus Angst vor Reisen in Zeiten der Coronavirus-Epidemie lassen viele Fluggäste ihre Tickets nach Darstellung des Branchenverbands IATA verfallen. Viele Airlines meldeten, dass rund 50 Prozent der Fluggäste gar nicht auftauchten, teilte die IATA am Montag in Genf mit.

Eine große Linien-Fluggesellschaft verzeichne einen Totaleinbruch von Buchungen nach Italien. Generell seien die Aussichten für Buchungen nicht rosig, so die IATA weiter.

Der Branchenverband will nun dafür sorgen, dass angesichts der außergewöhnlichen Umstände bestimmte Regeln angepasst werden. So drohte einer Fluggesellschaft bisher, ihre Slots - das ist das Zeitfenster für Starts und Landungen - zu verlieren, wenn sie sie nicht mindestens zu 80 Prozent nutzte. Die Anwendung dieser Regel sei angesichts der nötigen Kapazitätsanpassungen nun nicht mehr angemessen, hieß es.

Erste Maßnahmen traf bereits der Lufthansa-Konzern. Die AUA-Mutter und ihre Töchter fahren ihr Flugangebot wegen der Coronavirus-Epidemie teils deutlich zurück. Neben Flügen nach Asien fallen vorerst vor allem Verbindungen nach Italien weg. Auch das innerdeutsche Flugprogramm wird ausgedünnt. Die Austrian Airlines reduziert im März und April 40 Prozent ihres Italien-Angebots. Flüge nach China werden bis 24. April 2020 ausgesetzt, der Iran wird bis zum 30. April nicht angeflogen, teilte die AUA am Montag mit.

 15:09

EU-Kommission: Alle Optionen gegen Abschwung nutzen

Die EU-Kommission erwägt wegen der Coronavirus-Krise Konjunkturmaßnahmen. "Heute ist die Zeit klarzustellen, dass die EU bereit ist, alle verfügbaren Politikoptionen zu nutzen - falls und wenn sie nötig sind -, um unser Wachstum vor den Risiken des Abschwungs zu schützen", sagte EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni am Montag in Brüssel.

Die Lage sei schwieriger als noch vor wenigen Wochen gedacht, sagte Gentiloni. Der Einfluss der Epidemie auf die chinesische Wirtschaft sei erheblich, und die Auswirkungen auf andere Regionen hätten zugenommen. Auch könnte es sich als zu optimistisch erweisen, von einer raschen wirtschaftlichen Erholung nach der Krise auszugehen.

Gegenmaßnahmen einzelner EU-Staaten würden wohlwollend geprüft, ergänzte Gentiloni. Er bezog dies auch auf die Ankündigung Italiens, trotz hoher Verschuldung ein milliardenschweres Konjunkturprogramm aufzulegen. In diesen außergewöhnlichen Zeiten werde man den italienischen Plan im Geiste der Solidarität prüfen. "Das ist meine positive Antwort", sagte Gentiloni, selbst ehemaliger italienischer Ministerpräsident.

Er kündigte für Mittwoch eine Videokonferenz der Eurogruppe zur Koordinierung gegen die wirtschaftlichen Folgen der Epidemie an.

 14:58

Fiebertests am Flughafen Wien könnten ausgeweitet werden

Der Flughafen Wien erwartet in Kürze die Entscheidung der Behörden, ob es bei Passagieren wieder Fiebermessungen geben wird. Nachdem die Flüge von Air China eingestellt wurden, gibt es derzeit keine Kontrollen der niederösterreichischen Sanitätsdirektion. Die Scans könnten wegen des Coronavirus-Ausbruchs in Europa aber ausgeweitet werden. Dies sei aber eine Entscheidung der Behörden.

"Wir sind im Krisenstab in enger Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden. Ich gehe davon aus, dass hier bald entschieden wird, ob und für welche Flüge eventuell diese Temperaturkontrollen wieder durchgeführt werden", sagte Flughafen-Vorstand Julian Jäger am Montag in einer Pressekonferenz. Der Flughafen Wien reinigt wegen der Epidemie Handläufe, Türgriffe und die Toiletten öfters und tauscht die Filter der Lüftungsanlage in kürzeren Abständen.

Coronavirus WIen Schwechat © APA/HELMUT FOHRINGER

Für die Mitarbeiter besteht keine Gefahr, erklärte der Vorstand. Das Flughafen-Personal zähle den Aussagen der Gesundheitsbehörden nicht zur Risikogruppe, weil der Passagierkontakt zu kurz sei und ausreichend Abstand bestehe. Das Abtasten der Passagiere an den Sicherheitskontrollen dauere in der Regel weniger als eine Minute, dadurch ergebe sich kein erhöhtes Risiko.

Man halte sich an die Empfehlungen der Experten, die davon ausgehen, dass erst ab einem Kontakt von mehr als 15 Minuten und einem Abstand von weniger als zwei Metern ein Risiko entsteht, so Jäger. Personalabteilung und Arbeitsmedizin würden die Mitarbeiter aufklären.

 14:55

Erster Covid-19-Patient in Millionenmetropole Moskau

In der europäischen Millionenmetropole Moskau ist erstmals das neuartige Coronavirus nachgewiesen worden. Ein junger Russe habe sich im Februar bei einem Italien-Urlaub mit SARS-CoV-2 infiziert und sei wieder in die russische Hauptstadt mit mehr als zwölf Millionen Einwohnern zurückgekehrt, teilten die Behörden am Montag mit.

Der Mann wohne im Umland von Moskau und habe sich erst nach einigen Tagen in einem Krankenhaus gemeldet. Er zeige nur leichte Symptome der Covid-19-Erkrankung und befinde sich nun auf einer Isolierstation eines Krankenhauses, hieß es der Agentur Interfax zufolge.

 14:31

"Milder Verlauf" bei neuntem bestätigten Fall in Wien

Beim neunten offiziell bestätigten Corona-Fall in Wien handelt es sich um eine Angehörige eines aus dem Bezirk Korneuburg stammenden Ehepaars, das sich mit dem Sars-CoV-2-Erreger angesteckt hat und das bereits seit mehreren Tagen in Behandlung steht. Wie der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) am Montag mitteilte, hatte die Frau den Ärztefunkdienst kontaktiert, als sich bei ihr Symptome zeigten.

Die Patienten zeige einen "milden Krankheitsverlauf" und sei daher in häuslicher Quarantäne, hieß es. Damit gibt es in Wien und in österreichweit vorerst nur einen Patienten, der schwer erkrankt ist. Dabei handelt es sich um einen Anwalt, der zunächst mit Symptomen einer schweren Gruppe in der Rudolfstiftung behandelt wurde und - nachdem sich sein Gesundheitszustand verschlechtert und er positiv auf das Coronavirus getestet wurde - ins Kaiser-Fanz-Josef-Spital überstellt wurde. Gerüchte, denen zufolge sich inzwischen auch Mitarbeiter seiner Kanzlei in Quarantäne befänden, trat der KAV entgegen. Die Kanzlei sei "nicht im Gefährdungsradius", alle Mitarbeiter seien negativ getestet worden und würden auch aktuell keine Symptome zeigen, hieß es auf APA-Anfrage. Wie sich der Anwalt infiziert hat, steht nach wie vor nicht fest.

 14:30

EU will Roms Forderung nach Budget-Flexibilität prüfen

Die EU hat Bereitschaft signalisiert, Roms Forderung nach mehr Flexibilität in Sachen Budgetdefizit wegen der wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie nachzugeben. "Die EU-Kommission wird Italiens Forderungen mit größter Offenheit prüfen", sagte EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni am Montag in Brüssel.

"Unsere Regeln in Sachen Stabilitäts- und Wachstumspakt sehen vor, dass es unter außerordentlichen Umständen, die auf externe Faktoren zurückzuführen sind, zu Abweichungen von den Verpflichtungen bei den öffentlichen Finanzen kommen kann", erklärte Gentiloni. "Wir werden Italiens Forderung im Geist der Solidarität und des Verständnisses für die Situation prüfen", fügte der Italiener nach Medienangaben hinzu.

Die italienische Regierung plant ein Hilfspaket für die durch die Coronavirus-Epidemie zusätzlich angeschlagene Wirtschaft in Höhe von 3,6 Mrd. Euro. Die Maßnahmen sollen bis Ende dieser Woche beschlossen werden.

Am Freitagabend hatte Rom in einem ersten Schritt Hilfen für rund 900 Mio. Euro beschlossen. Sie sind schwerpunktmäßig für die elf Sperrgebiete in der Lombardei und in Venetien bestimmt. In Italien sind bisher rund 1.700 Menschen mit dem Coronavirus infiziert worden, 34 Personen starben.

 14:04

Infektionsrisiko in der EU "moderat bis hoch"

Die EU hat das Risiko für eine Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus hochgestuft. Es werde nun als "moderat bis hoch" für Menschen in der EU eingestuft, teilte das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) am Montag mit. Bisher hatte es bei "moderat" gelegen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte in Brüssel, das Virus breite sich weiter aus.

In der EU gebe es nun 2.100 bestätigte Ansteckungsfälle in 18 EU-Ländern, sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides. 38 EU-Bürger starben demnach an den Folgen der Infektion. "Italien sieht sich mit einer anderen Situation konfrontiert, als die anderen Mitgliedstaaten", sagte die zypriotische EU-Kommissarin. Italien zählt mit fast 1.700 Fällen bei weitem die meisten Ansteckungen.

In Deutschland bestätigten die Behörden insgesamt 150 Fälle, die meisten davon in Nordrhein-Westfalen. EU-Innenkommissarin Ylva Johansson sagte, es seien dennoch "bis auf weiteres keine Grenzkontrollen an den Binnengrenzen" geplant.

 13:58

Ganz West-Europa versinkt im Corona-Chaos

Montag wurde der erste bestätigte Coronavirus-Fall in Portugal vermeldet. Ein 60 Jahre alter Arzt sei in Porto im Norden des Landes positiv auf das Virus SARS-CoV-2 getestet worden, teilte Gesundheitsministerin Marta Temido am Montag in Lissabon mit. Der Mann habe sich mutmaßlich bei einem Aufenthalt im Norden Italiens infiziert. Er liege seit Sonntagabend im Krankenhaus, sein Zustand sei stabil.

Somit verzeichnet jedes Land in Westeuropa mindestens einen Covid-19-Patienten.

 13:46

Italiens Wirtschaft zittert, mehrere Sektoren betroffen

Zehn Tage nach dem Inkrafttreten strenger Maßnahmen zur Eingrenzung des Coronavirus bekommt Norditaliens Wirtschaft die negativen Auswirkungen der Epidemie deutlich zu spüren. Kulturstädte und Skipisten sind fast leer, das gleich gilt für Museen und Kinos. Italiens Wirtschaftsmotor-Region droht ins Stocken zu geraten - mit unvorhersehbaren Folgen für das ganze Land.

Die Lombardei und Venetien, die beiden bisher am stärksten vom Coronavirus betroffenen Provinzen, generieren gemeinsam 31 Prozent des italienischen Bruttoinlandprodukts. Sollte der Alarm wegen des Virus weiterhin anhalten, drohen gravierende Konsequenzen vor allem in Bereichen wie Tourismus, Mode, Messen und Kultur. Mehrere Fluggesellschaften, darunter die AUA haben bereits die Flugverbindungen nach Italien eingeschränkt oder gestoppt. Der Fremdenverkehr leidet.

 12:57

Verdachtsfälle bei Swarovski, Homeoffice angeboten

Das Coronavirus macht auch vor Swarovski nicht Halt. Der Kristallkonzern verzeichnete mehrere Verdachtsfälle, wie es am Montag gegenüber der APA hieß. Mehrere Angestellte hielten sich kürzlich beruflich auf einer Messe in Mailand auf und klagten nach ihrer Rückkehr über entsprechende Symptome. Sie wurden zur weiteren ärztlichen Abklärung freigestellt. Bestätigt habe sich kein Verdacht.

Die Fälle führten nun dazu, dass der Konzern zu ersten Vorsichtsmaßnahmen griff. Verunsicherte Mitarbeiter können laut dem Unternehmen ab sofort via Homeoffice arbeiten. "Die Gesundheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat für uns jedoch höchste Priorität. Wir beobachten laufend die aktuelle Lage und haben unser internes Krisenmanagement hochgefahren", betonte Markus Langes-Swarovski, Konzernsprecher und Mitglied des Executive Board.

Auch in wirtschaftlicher Hinsicht kämpft der Kristallkonzern mit Stammsitz im Tiroler Wattens mit den Folgen des Virus: In China, laut Swarovski einer der wichtigsten Wachstumsmärkte, werde mit einem Umsatzrückgang gerechnet. Auch in den Swarovski Kristallwelten in Wattens und den Stores in Innsbruck und Wien spüre man aufgrund des Coronavirus - und des damit verbundenen Gruppenreiseverbots und Flugstopps - einen Rückgang von Gästen aus China. Laut einem Bericht des Wirtschaftsmagazins "Trend" ist auch ein Großteil der 400 Swarovski-Geschäfte in China in den vom Coronavirus am stärksten betroffenen Provinzen geschlossen.

 12:54

Offenbar erster Toter in Thailand

Auch in Thailand gibt es offenbar einen ersten Todesfall durch das neuartige Coronavirus. Wie die thailändischen Gesundheitsbehörden am Montag mitteilten, war am Samstag ein 35-Jähriger in einem Krankenhaus gestorben.

Ob sein Tod auf das Coronavirus zurückzuführen ist, sei aber noch ungeklärt, hoben die Behörden hervor. Bei dem jungen Mann sei das Coronavirus zwar nachgewiesen worden, er habe aber auch an Denguefieber gelitten.

Bei dem 35-Jährigen, der in einem Duty-free-Shop am Flughafen von Bangkok gearbeitet hatte, war das Denguefieber den Angaben zufolge im Jänner diagnostiziert worden. Zwei Wochen später wurde er auch positiv auf das neuartige Coronavirus getestet und in ein Spezialkrankenhaus verlegt, in dem viele thailändische Coronavirus-Patienten behandelt werden. Ein weiterer Virustest Mitte Februar sei zwar negativ ausgefallen, die Lungenerkrankung sei aber schon so weit fortgeschritten gewesen, dass der Mann am Samstag an multiplem Organversagen gestorben sei.

 12:37

Wiener Mediziner: Menschen über 65 sollten eher zuhause bleiben

Derzeit wird vor allem der älteren Bevölkerung in Italien empfohlen, dass sie eher zuhause bleiben sollten, um das Risiko einer Coronavirus-Infektion zu minimieren. Der Wiener Mediziner Marcus Franz postete dazu ein Statement auf Twitter. "Es gibt Empfehlungen von Infektiologen in Italien, dass Leute ab 65 derzeit eher zuhause bleiben und keine Menschenansammlung aufsuchen sollen. Eine ähnliche Warnung gibts noch nicht in Österreich, obwohl sie sinnvoll wäre. Warum gibts das nicht?", schreibt der Nationalratsabgeordnete und Mediziner Marcus Franz.

 12:31

Grazer Polizeiinspektion 2: Keine totale Sperre

Wie die Landespolizeidirektion ergänzte, wurde die Polizeiinspektion Jakomini nicht zur Gänze gesperrt, sondern lediglich der Vordereingang - sprich die Schleuse für Ankommende. Es handle sich um eine vorübergehende und vorsorgliche Sperre. Die Beamtinnen und Beamten der Inspektion seien voll einsatzfähig, hieß es auf dem Twitterkanal der steirischen Exekutive.

 12:17

Aktuelle Lage zum Corona-Virus

2.120 Testungen in Österreich, 16 davon positiv – in Italien 1.694 Erkrankte, 130 in Deutschland.

Weltweit wurden bisher insgesamt 89.073 bestätigte Fälle bekannt gegeben. Die Anzahl der Todesfälle beträgt weltweit derzeit 3.048.

 12:16

Nepal stoppte Tourismuskampagne

Wegen des neuartigen Coronavirus hat Nepal eine Tourismuskampagne gestoppt. Statt des Ziels, dieses Jahr zwei Millionen Touristen ins Land im Himalaya zu bringen, erhalten Ausländer nun keine Visa direkt bei der Einreise mehr, wie die nepalesische Regierung am Montag mitteilte.

Nepal ist ein Nachbarland von China. China ist eines der Länder, aus denen am meisten Touristen nach Nepal kommen. Tourismus ist eine der wichtigsten Einnahmequellen des armen Landes. Doch bis Ende März stellt es jegliche Werbeaktivitäten, um ausländische Touristen ins Land zu locken, ein, wie ein Sprecher des nepalesischen Tourismusministeriums sagte.

Reiseveranstalter gehen zudem in diesem Frühling von deutlich weniger Expeditionen zum Mount Everest aus. Der Frühling ist die Hauptsaison zum Besteigen des höchsten Bergs der Welt. Außerdem berichten etliche Hotels von vielen abgesagten Übernachtungen. Bishergibt es in Nepal einen bestätigten Covid-19-Fall, vier weitere Menschen sind zurzeit in der Quarantäne.

 12:15

Portugal meldete ersten Infizierten

Das neuartige Coronavirus hat nun auch Portugal erreicht. Ein 60 Jahre alter Arzt sei in Porto im Norden des Landes positiv auf das Virus SARS-CoV-2 getestet worden, teilte Gesundheitsministerin Marta Temido am Montag in Lissabon mit. Der Mann habe sich mutmaßlich bei einem Aufenthalt im Norden Italiens infiziert. Er liege seit Sonntagabend im Krankenhaus, sein Zustand sei stabil.

Bei einem zweiten Mann, einem 33-Jährigen aus Porto, werde ebenfalls eine Infektion mit dem Covid-19-Erreger vermutet. Das müsse aber noch durch die Gegenprobe zweifelsfrei bestätigt werden, so die Ministerin. Dieser Mann war den Angaben zufolge jüngst in Spanien gewesen, wo die Zahl der Infizierten am Montag bereits bei 110 lag.

Die Gesundheitsministerin sagte vor Journalisten, es sei möglich, dass es in Portugal zu einer ähnlichen Situation wie in Italien komme. Das Land sei aber gut auf einen größeren Ausbruch des Coronavirus vorbereitet.

 12:14

Deutsche kaufen mehr ein: Mit Konserven durch die Krise

Die deutschen Bundesbürger kaufen angesichts der Ausbreitung des Coronavirus mehr ein. "In einigen Regionen und Filialen verzeichnen wir deutlich erhöhte Abverkäufe", teilte eine Sprecherin des Diskonters Lidl am Montag mit.

Vor allem Artikel aus dem Trockensortiment wie etwa Konserven und Nudeln sowie aus dem Hygienebereich wie Toilettenpapier und Desinfektionsmittel würden "aktuell stark nachgefragt". Auch die Supermarktkette Rewe - in Österreich mit Billa, Merkur, Adeg, Penny und Bipa vertreten - registriert einem Sprecher zufolge "einen erhöhten Abverkauf länger haltbarer Lebensmittel". Hygiene- und Sanitärwaren würden ebenfalls stark nachgefragt. Die Belieferungen der Märkte seien enger getaktet worden. "Es gibt keinen Engpass bei der Warenversorgung", betonte der Sprecher.

In manchen Supermärkten gibt es aber doch leere Regale - etwa bei Nudeln, Haferflocken oder H-Milch. "Die Nachfrage nach Desinfektionsmitteln, haltbaren Lebensmitteln und Getränken hat sich in Teilen merklich erhöht", sagte ein Sprecher des Großhandelskonzerns Metro. "Wir haben daher für bestimmte Produkte, insbesondere Konserven und Hygieneprodukte, unsere Lagerbestände aufgestockt", fügte er hinzu.

 12:13

Auf einen Blick: Alle Covid-19-Fälle in Österreich

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 12:01

Grazer Polizeiinspektion vorübergehend gesperrt

Die Grazer Polizeiinspektion Jakomini in der Conrad-von-Hötzendorf-Straße ist Montagvormittag vorübergehend gesperrt worden: Ein Mann mit Verdacht auf Coronavirus war in die Inspektion gekommen, hieß es seitens der Landespolizeidirektion Steiermark auf Twitter. Die Gesundheitsbehörde wurde verständigt.

Der Parteienverkehr sei bis zum Abschluss der Desinfektionsmaßnahmen nicht möglich. Menschen, die zur Polizeiinspektion Jakomini wollen, werden gebeten, vorerst auf umliegende Inspektionen auszuweichen.

 11:45

Zuschauerbann in Italien ausgeweitet

Italiens Regierung hat am Montag wegen des Coronavirus beschlossen, dass bis 8. März in drei weiteren Regionen bzw. Provinzen keine Fußball-Matches mit Zuschauern ausgetragen werden dürfen. Dafür wurde dieses Verbot für die Region Piemont mit der Hauptstadt Turin aufgehoben. Geisterspiele wird es demnach diese Woche in der Lombardei, Venetien, Emilia Romagna, Savona sowie Pesaro und Ubina geben.

Betroffen davon sind insgesamt fünf der zehn Serie-A-Partien am kommenden Wochenende: Atalanta Bergamo - Lazio Rom, SPAL Ferrara - Cagliari, Inter Mailand - US Sassulo, Hellas Verona - SSC Napoli und Bologna - Juventus Turin. Fans aus den betroffenen Regionen und Provinzen ist es zudem untersagt, zu Auswärtsspielen zu reisen.

Rekordmeister Juventus Turin teilte dagegen am Montag mit, dass bereits das Semifinal-Heimspiel im italienischen Cup am Mittwochabend gegen AC Milan vor Zuschauern gespielt werde.

 11:41

Geldmarkt spekuliert auf EZB-Zinssenkung im April

Investoren am europäischen Geldmarkt rechnen wegen des sich ausbreitenden Coronavirus inzwischen fest mit einer Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) im April. Sie sind sich mittlerweile zu 100 Prozent sicher, dass die EZB auf ihrer Ratssitzung am 30. April ihre Strafzinsen für Banken weiter verschärfen wird, wie aus den Kursen am Montag hervorging.

Demnach erwarten Investoren, dass die Währungshüter dann ihren Einlagensatz um 0,10 Prozentpunkte auf minus 0,6 Prozent senken werden.

Ein Minus vor dem Komma beim Einlagensatz bedeutet für Finanzinstitute Strafzinsen, wenn sie über Nacht überschüssige Gelder bei der Notenbank parken. Die EZB will mit den negativen Sätzen erreichen, dass Banken die Gelder stattdessen in Form von Krediten an die Wirtschaft weiterreichen. Denn dies stützt die Konjunktur. Für einen Zinsschritt bereits auf der EZB-Sitzung am 12. März wird eine Wahrscheinlichkeit von 65 Prozent angenommen. Vor einer Woche waren es noch lediglich zehn Prozent.

 11:30

Deutscher Experte: Kaum Gefahr durch Haustiere

Trotz der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus droht nach Einschätzung eines deutschen Experten kaum eine Gefahr durch Haustiere. Ein Fall in Südkorea, wo der Erreger SARS-CoV-2 bei einem Hund nachgewiesen worden sein soll, sei in der wissenschaftlichen Literatur nicht bestätigt, sagte Albert Osterhaus, Virologe an der Tierärztlichen Hochschule Hannover, am Montag.

Er betrachte den Fall "sehr zurückhaltend". Man könne es nicht ausschließen, aber es sei nicht wahrscheinlich, dass dies für die Übertragung auf den Menschen wichtig sei - wenn überhaupt, dann über die Haut und das Fell. Es gebe Coronaviren von Hunden und Katzen, dies seien aber andere Erreger als SARS-CoV-2.

 11:28

++++ 18 Hotelmitarbeiter in Salzburg in häuslicher Quarantäne +++++

Nachdem am Sonntag bekannt geworden war, dass ein mittlerweile am Coronavirus erkrankter Mann aus Deutschland sich von 26. bis 28. Februar in zwei Hotels in der Stadt aufgehalten hat, sind in der Nacht auf Montag insgesamt 18 Mitarbeiter der beiden Hotels in häusliche Quarantäne geschickt worden. Das teilte Salzburgs Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) am Montag bei einer Pressekonferenz mit.

Der in Frankfurt am Main wohnende Mann hielt sich in der Vorwoche vorübergehend in Salzburg auf. Am 1. März wurde das städtische Gesundheitsamt von den deutschen Behörden informiert, dass eine in Frankfurt am Main wohnende Person am 29. Februar positiv auf Corona getestet worden sei und sich nun in Behandlung in der Virologie des Uniklinikums Frankfurt befinde, erklärte Preuner.

"Die städtischen Behörden haben noch in der Nacht auf Montag reagiert und jeweils neun Angestellte der Hotels in häusliche Quarantäne geschickt", sagte der Bürgermeister. Die Hotel-Betreiber hätten hervorragend mit dem Gesundheitsamt und dem Amt für Öffentliche Ordnung zusammengearbeitet und Verständnis für die nötigen Maßnahmen gezeigt, bedankte sich Preuner.

 11:26

Japanischer Kreuzfahrtanbieter Luminous Cruise pleite

Der japanische Kreuzfahrtanbieter Luminous Cruise hat Konkurs angemeldet. "Seit dem 1. Februar haben wir viele Absagen in Verbindung mit dem Coronavirus. Einfach weitermachen hätte zu hohen Verlusten für unsere Gläubiger geführt", heißt es auf der Webseite, auf der auch die Insolvenz sowie die Aussetzung der Kreuzfahrten angekündigt sind.

Die Insolvenz des Kreuzfahrtanbieters gehört zu den ersten, die auf den Ausbruch zurückzuführen sind. Ökonomen warnen vor weiteren Folgen sinkender Touristenzahlen. Der Ausbruch, insbesondere auf der "Diamond Princess", hat sich weltweit auf die 46 Mrd. Dollar (41,9 Mrd. Euro) schwere Kreuzfahrtbranche niedergeschlagen, die von Carnival, Royal Caribbean Cruises und der Norwegian Cruise Line dominiert wird.

 11:19

Doppelt positiv getestete Patienten: Forscher skeptisch

Nachdem der Fall einer Frau in Japan die Runde gemacht hat, bei der nach überstandener Coronavirus-Erkrankung offenbar eine zweite Ansteckung auftrat, gibt es Diskussionen über einen möglichen zweistufigen Erkrankungsverlauf. Eine Studie chinesischer Forscher im Fachblatt "JAMA" weist in diese Richtung; internationale Experten sehen das laut dem deutschen Science Media Center (SMC) eher skeptisch.

Neben dem Fall in Japan, bei dem eine rund 40 Jahre alte Frau Tage nach ihrer Genesung erneut Symptome bekam, und in der Folge ein zweites Mal positiv getestet wurde, berichten Wissenschafter vom Zhongnan Hospital der Universität von Wuhan - den Epizentrum der Epidemie in China - und Peking im "Journal of the American Medical Association" (JAMA) über vier weitere ähnliche Fälle: Alle Patienten wurden Anfang des Jahres mit dem neuen Coronavirus (Covid-19) angesteckt und erholten sich wieder.

 11:19

Chinese erstach Beamte an Kontrollpunkt: Todesstrafe

In China ist ein Mann zum Tode verurteilt worden, der zwei Beamte an einem Kontrollpunkt zur Eindämmung des Coronavirus erstochen hat. Ein Gericht in der Provinz Yunnan im Südwesten der Volksrepublik verhängte das Todesurteil am Sonntag. Der Vorfall hatte sich demnach am 6. Februar am Eingang zum Dorf Luo Meng in Yunnan nahe der Grenze zu Vietnam ereignet.

Der 23-jährige Ma Jianguo war an dem Kontrollpunkt vor dem Dorf mit seinem Fahrzeug gestoppt worden. Ma weigerte sich nach Angaben des Gerichts im Bezirk Honghe, mit den Beamten zu kooperieren. Sein Beifahrer versuchte demnach, eine Straßensperre beiseite zu räumen. Ein örtlicher Beamter habe die beiden Männer daraufhin mit seinem Handy gefilmt.

Ma habe dann zunächst den Beamten mit einem Messer attackiert und sei anschließend auf einen weiteren Beamten losgegangen, der seinem Kollegen zu Hilfe kommen wollte. Beide Männer erlagen demnach ihren Stichverletzungen.

Ma habe sich zwar gestellt und die Taten gestanden, er habe sich aber den Anweisungen der Beamten widersetzt, gegen geltende Gesetze im Zusammenhang mit der Coronavirus-Epidemie verstoßen und ein "Hassverbrechen" begangen, teilte das Gericht mit.

Auf dem chinesischen Festland haben sich bisher mehr als 80.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, knapp 3.000 Menschen starben. Landesweit gibt es deshalb Reisebeschränkungen, Anwohnerkontrollen und Sperren. Viele Dörfer und Gemeinden haben auch eigene Sperren errichtet, um den Zugang zu den Orten zu kontrollieren.

 11:06

Iran: Kein Hilfsangebot aus den USA

Für die Bekämpfung des neuartigen Coronavirus hat es nach iranischen Angaben bisher kein Hilfsangebot aus den USA gegeben. "Bis jetzt haben wir ein solches Angebot nicht erhalten", sagte Außenamtssprecher Abbas Mussawi am Montag auf einer Videokonferenz. Falls die Amerikaner es ernst meinen, sollten sie handeln und nicht nur reden, so der Sprecher. Ägypten meldete indes den zweiten Infektionsfall.

Ungeachtet der Spannungen zwischen Washington und Teheran hatte US-Außenminister Mike Pompeo dem Iran am Freitag Hilfe bei der Bekämpfung des Virus SARS-CoV-2 angeboten. Laut Pompeo habe die US-Regierung das Angebot zur Unterstützung den iranischen Behörden formell über die Schweizer Regierung zukommen lassen. Die Schweizer Botschaft in Teheran vertritt die Interessen der beiden politischen Erzfeinde, die seit über 40 Jahren keine diplomatischen Beziehungen mehr haben.

 11:05

+++++ OECD: Weltwirtschaftswachstum kann sich 2020 halbieren +++++

Die Coronavirus-Epidemie kann nach Einschätzung der Industriestaaten-Organisation OECD die Weltwirtschaft aus der Spur bringen. Sollte sich die Lage nicht bessern und immer weitere Länder betroffen sein, könnte das Wachstum dieses Jahr auf eineinhalb Prozent fallen, teilte die OECD am Montag mit. Das wäre in etwa die Hälfte des erwarteten Plus vor Ausbruch des Virus.

Sollte sich die Lage dagegen bald stabilisieren, dürfte die Weltwirtschaft 2020 um 2,4 Prozent zulegen, nachdem es 2019 bereits vergleichsweise schwache 2,9 Prozent waren. Am stärksten wäre China betroffen, wo das Virus zuerst auftrat. Folgen der wirtschaftlichen Probleme in der Volksrepublik dürften dann schnell zu spüren sein in den weltweit vernetzten Lieferketten von Unternehmen, ebenso für Reiseanbieter und Rohstoffhändler.

Für das laufende erste Quartal schließt die OECD nicht aus, dass die Weltwirtschaft sogar schrumpfen könnte. Alle 20 führenden Industrie- und Schwellenländer sind wirtschaftlich betroffen. Je stärker die Verbindungen zu China seien, desto stärker seien auch die Auswirkungen - etwa in Japan, Südkorea und Australien.

In China haben sich bisher mehr als 80.000 Menschen mit dem Virus infiziert, die meisten in der Provinz Hubei. Knapp 3.000 Personen sind daran gestorben. Während die Zahl der Neuinfektionen in China zuletzt nicht mehr so stark stieg, schoss sie in anderen Ländern - Iran und Italien zum Beispiel - in die Höhe.

Das Wirtschaftswachstum in China dürfte sich laut OECD wegen des Virus deutlich verlangsamen. Die Ökonomen rechnen hier 2020 nur noch mit 4,9 Prozent, nachdem es 2019 noch 6,1 Prozent waren. Gegenüber den jüngsten OECD-Schätzungen im November sind auch die Perspektiven für Indien deutlich schwächer. Deutschland dürfte nur um 0,3 Prozent zulegen, ein Tick langsamer als zuletzt gedacht. 2019 waren es noch 0,6 Prozent. Italien, das vor allem im wirtschaftlich wichtigen Norden viele Corona-Fälle hat, wird laut OECD 2020 stagnieren, nachdem es 2019 noch ein Mini-Wachstum von 0,2 Prozent gab.

 11:03

Mailand versucht Neustart, Dom wieder geöffnet

Zehn Tage nach dem Ausbruch der Coronavirus-Epidemie in Norditalien bemüht sich Mailand um den Neustart. Anlass zur Hoffnung gab am Montag die Wiedereröffnung der Museen sowie des Doms, das Wahrzeichen der lombardischen Hauptstadt. Seit Montag ist die gotische Kathedrale wieder offen. Vier Japaner waren die ersten Touristen, die den Dom betraten.

Vorbeugungsmaßnahmen wurden ergriffen, um einen zu starken Besucherandrang zu vermeiden. Touristen dürfen nur zu Fuß und nicht mit dem Lift die Spitze des Doms erklimmen. In Mailand und in ganz Norditalien wurden indes alle Museen wieder geöffnet.

Inzwischen wurde ein Infektionsfall unter Mitgliedern des lombardischen Regionalrats gemeldet. Der Wirtschaftsbeauftragte der Region Lombardei, Alessandro Mattinzoli, wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Der gesamte Regionalrat wurde auf Covid-19 kontrolliert. Der Präsident der Region, Attilio Fontana, steht seit vergangener Woche unter Heimquarantäne, nachdem eine seiner Mitarbeiterinnen positiv auf das Virus getestet worden war.

Inzwischen wurde ein Infektionsfall in Rom gemeldet. Dabei handelt es sich um einen Polizisten, der in das römische Krankenhaus "Spallanzani" eingeliefert wurde. Hier befinden sich auch zwei chinesische Touristen, die am 30. Jänner am Coronavirus erkrankt waren und inzwischen genesen sind.

 10:56

Corona-Verdacht in Wittelsbacher Volksschule

In der Wittelsbacher Volksschule gibt es derzeit Corona Alarm. 8- 9 Mädchen befinden sich in häuslicher Quarantäne und dürfen derzeit nicht am Unterricht teilnehmen.

Die Kinder hatten letzte Woche an einem Workshop zum Thema Fortbildung im Internet teilgenommen. Der Vortragende dürfte sich nach ersten Informationen mit dem Virus infiziert haben. Als Präventivmaßnahme um weitere Ansteckungen zu vermeiden hat das Gesundheitsamt der Stadt Wien die Testung der betroffenen Schüler angeordnet.

 10:53

Deutsche Industrie trotzt dem Coronavirus - noch

Der Coronavirus-Ausbruch hat der deutschen Industrie im Februar noch keinen größeren Schaden zugefügt. Der Einkaufsmanagerindex stieg sogar überraschend stark um 2,7 auf 48,0 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit mehr als einem Jahr, wie das Markit-Institut am Montag zu seiner Umfrage unter 400 Unternehmen mitteilte. Allerdings zeigt das Barometer erst ab 50 ein Wachstum an.

"Ungeachtet der negativen Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie in China auf Exporte und Lieferketten konnte sich Deutschlands Industriesektor im Februar weiter stabilisieren", sagte Markit-Experte Phil Smith. "So schwächten sich die Rückgänge bei Produktion und Auftragseingang abermals ab - unterfüttert von ersten Anzeichen einer anziehenden Binnennachfrage."

Unternehmen berichten zwar von Unterbrechungen der Lieferketten, wodurch es hier und da zu Verzögerungen im Einkauf kam. Die Auswirkungen auf die Produktion blieben aber begrenzt. "Denn die Probleme kamen zu einer Zeit, in der viele Hersteller ohnehin dabei waren, ihre Bestände an die niedrigeren Produktionsniveaus anzupassen", sagte Smith. Sollten sich die Beeinträchtigungen in China allerdings fortsetzen und auf andere Volkswirtschaften übergreifen, könnten weitere Störungen auftreten und sich der Produktionsrückgang wieder beschleunigen. "Insofern besteht die Möglichkeit, dass sich die eigentlich positiven Daten vom Februar als falscher Hoffnungsschimmer herausstellen", sagte der Experte.

Auch in der Eurozone kletterte das Barometer, und zwar um 1,3 auf 49,2 Punkte. "Die Sorge besteht, dass die Coronavirus-bedingten Lieferverzögerungen in den nächsten Monaten die Produktion bremsen könnten", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson dazu. Aktuell verlängerten sich die Lieferzeiten so stark wie zuletzt 2018. "Auch wenn zahlreiche chinesische Unternehmen nach dem verlängerten Neujahrsurlaub die Produktion wieder aufnehmen und sich die weltweiten Lieferengpässe damit wieder abschwächen, droht jegliches Ausufern der Epidemie die Risikoaversion zu erhöhen und eine Einschränkung der Investitionen auf Unternehmens- und Verbraucherseite nach sich zu ziehen", warnte der Ökonom.

 10:47

Cyber Security Tech Summit in Bonn abgesagt

Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus ist auch die Veranstaltung Cyber Security Tech Summit Europe am 11. März abgesagt worden. Um die weitere Verbreitung des Virus sowie mögliche Einzel- oder Gruppeninfektionen der bereits registrierten 2.000 Gäste zu verhindern, werde die Veranstaltung in Bonn nicht zum geplanten Zeitpunkt stattfinden, teilten die Veranstalter am Montag mit.

Sie wollen aber versuchen, einen neuen Termin in der zweiten Jahreshälfte zu finden.

Auf der Veranstaltung geht es um Ideen und Lösungen der digitalen Sicherheit. Der Cyber Security Summit fand im vergangenen Jahr erstmals statt. Veranstalter ist der Verein Cyber Security Cluster Bonn.

Im Bemühen um eine Eindämmung der Epidemie fallen mehr und mehr Großveranstaltungen aus. In Deutschland wurden bereits die Tourismusmesse ITB, die Sterneverleihung des Guide Michelin in Hamburg und das Cybersicherheitstreffen Command Control in München abgesagt.

 10:37

+++ 15. Corona-Fall in Österreich bestätigt +++

Mit Montagvormittag ist die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Menschen in Österreich auf 15 Personen angestiegen. Beim jüngsten bestätigten Fall, der in Wien aufgetreten ist, werde die Wiener Landessanitätsdirektion noch nähere Details bekannt geben, sagte Brigitte Zarfl, Spitzenbeamtin im Gesundheitsministerium, bei einem Pressegespräch.

 10:35

Flughafen Wien schnürt "vorsorglich" Sparpaket

Der Flughafen Wien schnürt wegen der Coronavirus-Krise ein Sparpaket. "Vorsorglich", wie der Airport am Montag in den Unterlagen zu einer Pressekonferenz betonte. Der im Jänner gegebene Ausblick für 2020 sei "noch erreichbar", heißt es. Ein Update will das börsenotierte Unternehmen in vier bis sechs Wochen geben. Seit einer Woche brechen die Passagierzahlen in Wien-Schwechat deutlich ein.

Gab es am Montag, den 24. Februar, gegenüber dem Vorjahrestag noch ein Passagierplus von 6,2 Prozent, ging es am Dienstag um 2,1 Prozent nach unten, am Mittwoch um 9,3 Prozent, am Donnerstag um 9,1 Prozent, am Freitag um 10,2 Prozent und am Samstag um 13,7 Prozent.

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Der Flughafen berichtete am Montag über seine Rekordzahlen des Vorjahres. Der Umsatz stieg wegen des Billigflieger-Booms um 7,2 Prozent auf 858 Mio. Euro, das operative Ergebnis (Ebit) um 14,3 Prozent auf 252 Mio. Euro und der Nettogewinn um 15,7 Prozent auf 175,7 Mio. Euro.

 10:26

Bank of England: Arbeiten international zusammen

Die britische Notenbank will das Bankensystem und die Konjunktur vor den Folgen des Conoravirus schützen. Dazu werde eng mit dem Finanzministerium und internationalen Partnern zusammengearbeitet, sagte ein Sprecher der Bank of England (BoE) am Montag in London.

"Die Bank beobachtet weiterhin die Entwicklungen und bewertet ihre möglichen Auswirkungen auf die globale und britische Wirtschaft sowie auf das Finanzsystem." Durch die Zusammenarbeit mit heimischen und internationalen Behörden solle sichergestellt werden, "dass alle notwendigen Schritte zum Schutz der Finanz- und Währungsstabilität unternommen werden".

 10:22

Branche: Zeitweise höhere Preise bei Elektronik möglich

Bei Unterhaltungselektronik wird es durch das neuartige Coronavirus nach Branchen-Einschätzung zeitweise Engpässe und möglicherweise auch Preiserhöhungen geben. Grund seien die verlängerten Werksferien und Produktionsausfälle in China, sagte der Aufsichtsratschef der deutschen Industrievereinigung gfu, Hans-Joachim Kamp. Eines sei deutlich, das Coronavirus werde Auswirkungen haben.

"Das sieht man an der Lieferkette", betonte er. Viele Anbieter seien zumindest bei einzelnen Bauteilen betroffen. Dabei würden sich die Engpässe je nach Produktkategorie unterschiedlich schnell bemerkbar machen - wegen der Lieferwege.

Größere Technik wie Fernseher komme meist per Schiff aus China. Das dauere um die fünf Wochen, und aktuell seien damit noch Geräte unterwegs, die vor Beginn der Coronavirus-Turbulenzen gebaut wurden. Bei Smartphones, die oft mit dem Flugzeug transportiert werden, seien die Engpässe schneller spürbar.

"Der eine oder andere" Händler könne die Verknappung nutzen, um in dem von Preisrückgängen geprägten Geschäft Waren teurer zu verkaufen, sagte Kamp der Deutschen Presse-Agentur.

Durch die Coronavirus-Effekte sei keine seriöse Umsatzprognose für das laufende Jahr im Unterhaltungselektronik-Geschäft möglich, sagte Kamp. Zugleich rechnet er aber mit einer aufgestauten Nachfrage, die sich später entlädt. "Wir haben einen Markt, der von hohen Ersatzkäufen geprägt ist. Das heißt, wenn Coronavirus irgendwann überstanden ist, dann werden diese Ersatzkäufe getätigt." Umfragen zeigten eine nach wie vor hohe Kaufbereitschaft der Verbraucher.

Zugleich glaubt Kamp nicht an nennenswerte positive Effekte der Coronavirus-Krise für seine Branche - etwa wenn mehr Unternehmen zu Videokonferenzen statt Dienstreisen greifen. Denn da sei die nötige Ausrüstung letztlich schon da, argumentierte er.

Im vergangenen Jahr ging der Umsatz mit Verbraucherelektronik in Deutschland um 1,5 Prozent auf 27,7 Milliarden Euro zurück, wie die gfu am Montag mitteilte. Dabei sank der Absatz von Fernsehern um 4,7 Prozent auf rund 6,5 Millionen Geräte. Der Durchschnittspreis fiel von 600 auf 572 Euro. "Wir leben letztlich davon, dass wir ein Wachstum bei immer größeren Geräten haben", sagte Kamp. Vor allem bei großen Fernsehern mit OLED-Displays bleiben die Preise stabil hoch.

Der Verkauf von Blu-ray-Playern fiel 2019 um gut ein Viertel auf 666.000 Geräte, und der Absatz von Heimkino-Anlagen halbierte sich auf 31.000. Dagegen waren Kopfhörer ein wachsendes Geschäft mit einem Plus von 15 Prozent auf 14,5 Millionen Geräte.

 10:18

EZB kann wenn nötig noch mehr unterstützen

Die Europäische Zentralbank (EZB) steht aus Sicht von Frankreichs Notenbankchef Francois Villeroy de Galhau bereit, nötigenfalls wegen des sich ausbreitenden Coronavirus die Konjunktur zu unterstützen. Zusätzliche Schritte seien aber derzeit noch nicht erforderlich, sagte das EZB-Ratsmitglied am Montag im französischen Radiosender BFM Business. Die Geldpolitik sei bereits konjunkturfördernd.

Sie stelle den Banken reichlich Liquidität zur Verfügung zur Finanzierung der Wirtschaft.

"Falls mehr erforderlich ist und wir überzeugt sind, dass das effektiv wäre, dann können wir mehr machen, aber da sind wir noch nicht", sagte Villeroy. Bis jetzt spürten die Unternehmen die Hauptlast der wirtschaftlichen Auswirkungen. Je länger die Krise anhalte, umso mehr würden auch Haushalte getroffen. Es bestehe aber die Gefahr, dass die Furcht vor einer Erkrankung schlimmere Auswirkungen habe als das Virus selbst. Deshalb müsse man einen kühlen Kopf bewahren.

Die EZB hatte erst im Herbst ein großes Konjunkturpaket zur Stützung der Wirtschaft auf den Weg gebracht. Es umfasste unter anderem eine weitere Senkung des Einlagensatzes gekoppelt mit Erleichterungen für Banken sowie den Neustart ihrer billionenschweren Anleihenkäufe. Inzwischen erwerben die EZB und die nationalen Notenbanken der Euro-Länder wieder Staatsanleihen und andere Wertpapiere im monatlichen Umfang von 20 Milliarden Euro.

Am Freitagabend hatte der Chef der US-Notenbank, Jerome Powell, erklärt, die Fed werde angemessen handeln, um die Wirtschaft angesichts des Coronavirus-Ausbruchs zu unterstützen. Das Virus stelle die Wirtschaft vor zunehmende Risiken.

Nach den Kurseinbrüchen in der vergangenen Woche legten die Börsen am Montag wieder zu. Händler machten dafür unter anderem Hoffnungen auf Hilfen der Notenbanken verantwortlich.

 10:13

Nach wie vor keine Infektionsfälle in Vorarlberg

In Vorarlberg sind nach wie vor keine Erkrankungen am Coronavirus aufgetreten. Bisher konnte in 58 von 65 Verdachtsfällen Entwarnung gegeben werden, sieben Fälle sind noch in Abklärung, informierte am Montag Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP). Im Rahmen einer Besprechung tauschte sich am Montagvormittag die Landesregierung auch mit den Sozialpartnern aus.

"Wir wollen jede Zielgruppe im Land möglichst gut informieren", stellte dazu Wallner fest. Man habe Vertretern der Wirtschafts- und der Arbeiterkammer sowie des ÖGB und der Industriellenvereinigung (IV) einen Überblick über die Lage und die Szenarien im Falle einer bestätigten Infektion geben wollen. IV-Geschäftsführer Mathias Burtscher sprach von einem "sehr hilfreichen" Treffen, die Situation in den Vorarlberger Betrieben sei "gut unter Kontrolle". Alle wüssten, wie vorzugehen sei, sollte eine Infektion auftreten. Klar gestellt wurde auch, dass unter Quarantäne gestellte Personen ihren Verdienstentgang ersetzt bekommen.

Sowohl Wallner als auch Burtscher hielten fest, dass die Verwerfungen durch das Coronavirus wirtschaftliche Auswirkungen haben. "Das ist so, wenn gewisse Märkte nicht wie üblich zugänglich sind", sagte Burtscher. Das Ausmaß sei derzeit aber nicht abschätzbar. Vor allem international ausgerichtete Unternehmen seien betroffen, so Wallner. Der Landeshauptmann nannte aber auch Branchen wie die Hotellerie und Gastronomie oder den Transport, die die Auswirkungen deutlicher zu spüren bekämen als andere.

 10:10

Zahl der Infektionsfälle im Friaul auf neun gestiegen

In Kärntens Nachbarregion Friaul Julisch Venetien ist die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Personen auf neun angestiegen. Die meisten Fälle wurden in der Provinz Udine gemeldet, teilten die friaulischen Regionalbehörden mit.

Auch der jüngste Fall wurde in Udine registriert. Da der Gesundheitszustand des Patienten nicht besorgniserregend sei, wurde er unter Heimquarantäne gestellt. Vier der fünf Coronavirus-Infektionsfälle sind auf die Universität Udine zurückzuführen. Hier hatten sich am 20. Februar drei Professoren aus Udine und eine Kollegin aus Triest getroffen, die sich am Coronavirus angesteckt haben, berichtete der Präsident des Friaul, Massimiliano Fedriga.

Fedriga kündigte an, dass er die Schulen und Universitäten seiner Region bis Ende dieser Woche als Vorbeugungsmaßnahme gegen die Verbreitung des Virus schließen wolle. Das Friaul passt sich bei diesen Entscheidungen somit den vom Coronavirus betroffenen norditalienischen Regionen an.

 10:03

Biathlon-Weltcup-Bewerbe in Nove Mesto ohne Zuschauer

Die Biathlon-Weltcuprennen in Nove Mesto vom Donnerstag bis Sonntag werden ohne Zuschauer in Szene gehen. Diese Maßnahme gab der tschechische Regierungschef Andrej Babis am Montag wegen Befürchtungen um die Ausbreitung des Coronavirus bekannt. In Nove Mesto, der drittletzten Weltcup-Station, stehen Sprint, Staffel und Massenstartrennen für Damen und Herren auf dem Programm.

 09:58

AUA streicht 40 Prozent der Italien-Flüge

Weil die Nachfrage nach Italien-Flügen wegen des Coronavirus stark gesunken ist, streichen die Austrian Airlines im März und April 40 Prozent ihres Italien-Angebots. Flüge nach China werden bis 24. April 2020 ausgesetzt, der Iran wird bis zum 30. April nicht angeflogen, teilte die AUA am Montag mit.

In Italien sind die Strecken von Wien nach Mailand, Venedig, Bologna, Florenz, Rom und Neapel betroffen, in China die Destinationen Peking und Shanghai. Zuletzt waren die Flüge nach Peking, Shanghai und Teheran bis zum 28. März ausgesetzt worden.

"Die rasche Ausbreitung des Covid-19 Virus in Europa und die damit im Zusammenhang stehenden wirtschaftlichen Effekte treffen die Reisebranche und uns Airlines besonders hart", sagte AUA-Vorstand Andreas Otto laut Mitteilung. "Weltweit stornieren Unternehmen ihre Reisen, belegen ihre Mitarbeiter mit Reiseverboten oder verordnen Kurzarbeit. Wir müssen auf den Nachfragerückgang mit Streckenausdünnungen reagieren und können zu diesem Zeitpunkt weitere Maßnahmen nicht ausschließen." Passagiere, deren Flug gestrichen wurde, können gratis umbuchen oder erhalten auf Wunsch eine Erstattung.

 09:45

Epidemiestatistik: Das Virus darf nicht "davonlaufen"

Die Covid-Epidemie kann unter Kontrolle gebracht werden. Voraussetzung ist, dass der SARS-CoV-2-Erreger den Gesundheitsbehörden nicht "davonläuft". Entscheidender Faktor dabei ist das schnelle Erkennen einer Infektion ab Symptombeginn, haben jetzt Experten der London School of Hygiene in Computersimulationen berechnet.

"Die Isolierung von Fällen (Patienten; Anm.) und das Nachverfolgen der Personenkontakte wird benutzt, um Ausbrüche infektiöser Erkrankungen unter Kontrolle zu bringen und wurde auch für Covid-19 durchgeführt. Ob diese Strategie aber die Krankheit wirklich unter Kontrolle bringt, hängt von den Charakteristika des Erregers und der Antwort (durch das Gesundheitssystem; Anm.) ab", schrieben Joel Hellellwell und die Ko-Autoren im Fachblatt "Lancet".

Die Experten haben mathematische Modelle für die Ausbreitung von SARS-CoV-2 entwickelt und unter den verschiedenen Parametern rund 1.000 Mal durchgerechnet. Stehen am Anfang nur fünf Erkrankte und beträgt die Basisreproduktionsrate des Virus 1,5 (ein Infizierter steckt statistisch 1,5 Personen an) und erfolgt keine weitere Übertragung vor Auftreten von Krankheitssymptomen, kommt es kaum auf das Auffinden von Kontaktpersonen an, stellten die Fachleute fest.

 09:31

EU-Behörde sieht "moderates" Ansteckungsrisiko in Europa

Als "moderat" stuft das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) das aktuelle Risiko einer Infektion mit dem neuen Coronavirus europaweit ein (Stand: 1. März). Die Wahrscheinlichkeit, dass Fälle auch aus anderen Ländern als China importiert werden, steige offenbar, da das Virus in mehr Staaten nachgewiesen wurde. Die Fallzahlen in Europa haben sich etwas erhöht.

Immer noch seien die meisten Fälle in Europa klar darauf zurückzuführen, dass Menschen auf Reisen in Gebieten mit stärkerer Verbreitung des Covid-19-Virus waren oder mit Personen engen Kontakt hatten, auf die das zutraf. Die EU-Behörde hält jedoch in ihrer Risikobewertung fest, dass auch jene Fälle in Europa im Zunehmen sind, wo die Infektionskette nicht mehr klar nachvollzogen werden kann. Das Risiko einer weiteren Ausbreitung in Europa sei daher "moderat bis hoch". Es handle sich immer noch um eine sich entwickelnde Situation, deren Fortgang nur schwer vorhergesagt werden kann.

 08:58

Erster Fall in der Stadt Salzburg?

Nun dürfte es auch in der Stadt Salzburg erstmals einen Corona-Fall geben. Die Stadt hat für heute, Montag, kurzfristig zu einem Mediengespräch unter dem Titel "Aktuelle Entwicklungen und Informationen zum Corona-Virus" eingeladen

 08:36

Seoul forderte Mordermittlungen gegen Sekte

Südkoreas Hauptstadt Seoul hat vor dem Hintergrund der Ausbreitung des Coronavirus im Land strafrechtliche Ermittlungen gegen die Sekte Shincheonji gefordert. Ein entsprechender Antrag auf Ermittlungen, unter anderem wegen Mordes, sei an die Staatsanwaltschaft übergeben worden, teilte die Stadtverwaltung von Seoul mit.

Gefordert werden Ermittlungen gegen zwölf Anführer der Sekte, darunter Gründer Lee Man Hee. Dieser entschuldigte sich am Montag für die Ausbreitung des Virus. "Wenn sie früh aktiv Maßnahmen ergriffen hätten, hätten wir den explosiven Anstieg von Covid-19-Fällen in Daegu und der Provinz Nord Gyeongbuk sowie den Tod mehrerer Menschen verhindern können", schrieb Seouls Bürgermeister Park Won Soon mit Blick auf die Sekte auf seiner Facebook-Seite.

In Südkorea stieg die Zahl der Coronavirus-Fälle zuletzt stark an: In weniger als zwei Wochen wurden mehr als 4.000 Fälle registriert. Die meisten Infektionsfälle stehen im Zusammenhang mit der christlichen Sekte Shincheonji Church of Jesus: Eine 61-jährige Anhängerin hatte trotz einer fiebrigen Erkrankung mindestens vier Gottesdienste der Glaubensgemeinschaft in der Millionenstadt Daegu besucht, bevor bei ihr das Coronavirus diagnostiziert worden warwh.

 08:29

Frankreich kündigt "konzertierte" Aktion der G7 an

Die Finanzminister der sieben wichtigsten Industriestaaten (G7) wollen in dieser Woche über die Folgen des Coronavirus-Ausbruchs für das Wirtschaftswachstum sprechen. "Es wird eine konzertierte Aktion geben", kündigte der französische Finanzminister Bruno Le Maire am Montag an. Er habe bereits am Sonntag mit US-Finanzminister Steven Mnuchin gesprochen, der den G7-Vorsitz innehat.

Es werde eine Telefonschaltung geben, "um unsere Reaktionen zu koordinieren", sagte Le Maire dem Fernsehsender France 2.

Auch die Finanzminister der Eurozone stehen seinen Worten zufolge in Kontakt. Er wolle auch mit der Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, reden. "Wir müssen so handeln, dass diese Auswirkungen, von denen wir wissen, dass sie wichtig für das Wachstum sind, so gering wie möglich sind", betonte Le Maire.

 07:45

Museen und Kirchen in Norditalien öffnen wieder

Norditalien bemüht sich weiterhin um die Eingrenzung der Coronavirus-Epidemie, einige Maßnahmen werden jedoch gelockert. So sollen Kirchen und Museen diese Woche wieder geöffnet werden, allerdings soll ein starker Besucherandrang vermieden werden.

Gottesdienste werden nach wie vor ausgesetzt, das geht aus einer von der Regierung am Sonntagabend verabschiedete Verordnung hervor. Diese Maßnahmen gelten nicht für die elf Gemeinden der sogenannten "roten Zone" in den Provinzen Lodi und Padua.

In den drei am stärksten von der Epidemie betroffenen Regionen Lombardei, Emilia Romagna und Venedig bleiben Turnhallen und Sportanlagen geschlossen. Kultur- und Sportevents werden weiterhin nicht stattfinden können. Restaurants, Cafés und Bars können öffnen, sie müssen jedoch Dienst am Tisch garantieren. Somit will man einen zu starken Andrang verhindern, der zur Verbreitung des Virus beitragen könnte.

 07:07

Weltweit bereits mehr als 3000 Opfer

Die Zahl der Todesopfer durch die Lungenkrankheit Covid-19 ist weltweit auf über 3000 gestiegen. Zu den bisher von der Weltgesundheitsorganisation WHO bestätigten 2980 Opfern kamen am Montag 42 weitere Todesopfer aus China hinzu. Dort ging die Zahl der Neuerkrankungen aber drastisch zurück.

Am Sonntag wurden landesweit 202 Neuinfektionen bestätigt, nur gut ein Drittel der Neuerkrankungen vom Vortag (573). Die Zahl der neuen Todesopfer stieg jedoch von 34 auf 42. Weiterhin ist die Krankheit auf die Krisenprovinz Hubei konzentriert. 196 der 202 Neuerkrankungen vom Sonntag sowie alle 42 Todesopfer wurden dort verbucht.

Am stärksten betroffen nach China ist Südkorea. Dort stieg die Zahl der nachgewiesenen Covid-19-Infektionen auf mehr als 4.000. Über die Nacht auf Montag kamen 476 neue Fälle hinzu, wie die Gesundheitsbehörden mitteilten. Damit wurden bisher 4212 Menschen positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet. Die Zahl der Todesfälle, die mit dem Virus in Verbindung gebracht werden, kletterte in Südkorea um vier auf 22.

 06:16

Erster bestätigter Fall in US-Metropole New York

Die US-Millionenmetropole New York hat ihren ersten bestätigten Coronavirus-Fall. Es handle sich um eine mehr als 30 Jahre alte Frau, die sich bei einer Auslandsreise im Iran angestreckt habe, teilte Gouverneur Andrew Cuomo am Sonntagabend (Ortszeit) auf Twitter mit. Die Frau befinde sich in Heimquarantäne.

Cuomo rief die Bürger zu Ruhe auf. Es gebe keinen Grund für "übermäßige Sorge", betonte der demokratische Politiker. In den USA war erst am Wochenende der erste Coronavirus-Patient gestorben. Insgesamt gab es nach Angaben der US-Seuchenkontrollbehörde CDC bis Samstag 15 Coronavirus-Fälle im Land, doch nur bei drei Personen sei es zu einer Übertragung in den USA gekommen. Alle anderen hätten sich im Ausland angesteckt.