Coronavirus: Warum landen weiter iranische Jets in Wien?

Nächster Airbus A300 kommt um 19.15 Uhr

Coronavirus: Warum landen weiter iranische Jets in Wien?

Nach China ist der Iran das Land mit den meisten Coronavirus-Toten - trotzdem landet heute um 19.15 Uhr eine weitere Maschine aus Teheran in Wien. Das Vertrauen in das Regime im Iran ist erschüttert.

Wien. Obwohl die Nachbarländer ihre Grenzen zum Iran bereits aus Angst vor dem Coronavirus geschlossen haben, landet heute ein Direktflug aus Teheran in Wien. Der Flugzeugtyp der Linie "Iran Air", der heute in Österreich ankommt, ist ein Airbus 300-600, in dem 250 bis 300 Passagiere Platz haben.

Der Flieger hätte eigentlich um 9.35 Uhr in Schwechat landen sollen, kommt wegen einer Verspätung aber erst voraussichtlich um 19.15 Uhr am Abend an. Die Maschine startet vom Imam Khomeini International Airport in Irans Hauptstadt.

 

Nach offiziellen Angaben bereits 34 Tote im Iran

Im Iran ist die Zahl der Todesopfer durch die Coronavirus-Epidemie nach offiziellen Angaben auf 34 gestiegen. Wie das Gesundheitsministerium in Teheran am Freitag mitteilte, wurden in den vergangenen 24 Stunden acht weitere Todesfälle gemeldet. Zudem seien 143 neue Ansteckungsfälle festgestellt worden, erklärte der Ministeriumssprecher Kianusch Dschahanpur.
 
Damit seien mittlerweile 388 Menschen mit dem Erreger der Lungenkrankheit Covid-19 infiziert. Am Donnerstag hatte das iranische Gesundheitsministerium noch 245 Infizierte und 26 Tote vermeldet. In keinem anderen Land außerhalb Chinas sind bisher so viele Menschen gestorben. Sollten die offiziellen Zahlen zutreffen, wäre die Sterblichkeitsrate im Iran extrem hoch. Befürchtet wird daher eine hohe Dunkelziffer an Ansteckungen.
 
Ausgangspunkt für die Verbreitung der Krankheit war die zentraliranische Stadt Kom. Inzwischen hat sich das Virus auf alle Landesteile ausgebreitet. Von den 143 neuen Fällen wurden nach Angaben des Ministeriums 64 aus der Hauptstadtregion Teheran, 25 aus der Provinz Gilan, 16 aus Kom und zehn aus Isfahan gemeldet. Damit sind nun 24 iranische Provinzen von der Epidemie betroffen.
 
Die 143 neuen Ansteckungsfälle waren der mit Abstand stärkste Anstieg der Infektionsfälle im Iran innerhalb eines Tages seit der Bekanntgabe des ersten Falls am 19. Februar. Der Anstieg werde noch "einige Tage oder sogar Wochen" anhalten, sagte der Ministeriumssprecher Dschahanpur.
 
Gesundheitsminister Said Namaki gab am Freitag die Schließung aller Schulen von Samstag bis Dienstag bekannt. "Uns steht eine sehr schwierige Woche bevor", sagte er im Staatsfernsehen.
 

BBC: 210 Tote im Iran - Teheran dementiert

Im Iran sind nach einem Bericht der BBC mindestens 210 Menschen durch die Coronavirus-Epidemie gestorben. Der persische Dienst der britischen Rundfunkgesellschaft bezog sich am Freitagabend auf Krankenhauskreise. Demnach starben die meisten Menschen in der Hauptstadt Teheran und in der zentraliranischen Stadt Kom. Die Behörden wiesen den Bericht empört zurück; es gebe lediglich 34 Tote.
 
Wie das Gesundheitsministerium in Teheran am Freitag mitteilte, wurden in den vergangenen 24 Stunden acht weitere Todesfälle gemeldet. Zudem seien 143 neue Ansteckungsfälle festgestellt worden, erklärte Ministeriumssprecher Kianush Jahanpur. Damit seien mittlerweile 388 Menschen mit dem Erreger der Lungenkrankheit Covid-19 infiziert.
 
Am Donnerstag hatte das iranische Gesundheitsministerium noch 245 Infizierte und 26 Tote vermeldet. In keinem anderen Land außerhalb Chinas sind bisher so viele Menschen gestorben. Sollten die offiziellen Zahlen zutreffen, wäre die Sterblichkeitsrate im Iran extrem hoch. Befürchtet wird daher eine hohe Dunkelziffer an Ansteckungen.
 
Unterdessen bot die US-Regierung dem Iran Hilfe bei der Bekämpfung des Coronavirus an. US-Außenminister Mike Pompeo teilte am Freitag mit, die USA stünden dem iranischen Volk in der durch das neuartige Coronavirus verursachten Gesundheitskrise zur Seite. Die US-Regierung habe das Angebot zur Unterstützung den iranischen Behörden formell über die Schweizer Regierung zukommen lassen.
 
Washington und Teheran unterhalten keine diplomatischen Beziehungen. Nach der gezielten Tötung des iranischen Top-Generals Qassem Soleimani bei einem US-Raketenangriff im Irak hatte Anfang des Jahres weltweit Sorge geherrscht, dass es zu einem Krieg zwischen den USA und dem Iran kommen könnte. Die USA haben scharfe Wirtschaftssanktionen gegen den Iran verhängt.
 
Pompeo rief den Iran dazu auf, "vollständig und transparent" mit internationalen Hilfs- und Gesundheitsorganisationen zusammenzuarbeiten. Er verwies zugleich darauf, dass gewisse Spenden für den Iran etwa in Form von Medikamenten von den US-Sanktionen ausgenommen seien. Auf Twitter teilte Pompeo mit, er sei zutiefst besorgt über die Ausbreitung des Virus im Iran.

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