Fatale Liebe

9. Frauen-Mord

Fatale Liebe bis in den Tod

Der Schlüssel zum Motiv für den Mord scheint in der unseligen Beziehung zu liegen. 

Wien. Während „Bierwirt“ Albert L. nach dem Mord an seiner langjährigen Geliebten Marija M. eisern zum tödlichen Kopfschuss vom Donnerstag schweigt, zeichnet sich immer deutlicher das Bild ­einer fatalen Beziehung zwischen mutmaßlichem Täter und Opfer ab.


16 Jahre im On-Off-Modus, die bestimmt waren von Liebe, Verzweiflung, Trennung, Eifersucht, von Abhängigkeit und pathologischer Hilfsbereitschaft.
Die beiden lernten sich über die Schwester des „Bierwirts“ kennen, die mit Marija M. in die Schule ging. Das serbisch-stämmige Mädchen lernte gut, machte zunächst eine Ausbildung zur Zahnarzthelferin. Zuletzt arbeitete die Mutter einer Tochter (12) und eines Buben (3) als Kinderkrankenschwester in der Klinik Floridsdorf.
Die 35-Jährige galt als aufopferungsvoll, neben dem aufreibenden Klinik-Job ging sie putzen, arbeitete in einer Impfstraße.

Schlussstrich wenige ­Tage vor dem Mord


Ihre beiden Kinder stammen von Albert L., einem Mann aus schwierigen Verhältnissen, sieben Jahre älter als sie. Eines von acht Kindern, das teilweise im Heim aufgewachsen war. Der seine liebenswerten Seiten hat, doch im Alkoholrausch immer wieder Probleme bekam: „Ohne mich ist er verloren“, sagte Marija, wenn sie auf die unselige Beziehung angesprochen wurde. Sie verzieh ihm alles, auch seine unberechenbare Eifersucht.

In seinem berühmt gewordenen Prozess wegen Beleidigung der Grünen-Politikerin Sigrid Maurer soll sie wahrheitswidrig für ihn ausgesagt haben.
Doch nur wenige Tage vor der Bluttat im Gemeindebau in der Winarskygasse soll die Krankenschwester laut Freunden endgültig ­einen Schlussstrich gezogen haben. Seitdem lungerte Albert L., für den die Unschuldsvermutung gilt, im Bereich des Gemeindebaus herum, soll Marija gestalkt und ihren Vater mit einer Waffe bedroht haben. Sie unternahm nichts, rief nicht die Polizei. Sie wollte ihm nicht schaden. 

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