Bischofs-Skandal vor Weihnachten

Finanzaffäre

Bischofs-Skandal vor Weihnachten

 

Affären, Machtmissbrauch und am Ende Millionenschulden: Schon als Bischof Alois Schwarz am 1. Juli 2018 von der Diözese Gurk-Klagenfurt nach St. Pölten versetzt wurde, brodelte die Gerüchteküche. Jetzt liegt der Prüfbericht des Bistums vor. Diözesanadministrator Engelbert Guggenberger, der den Fall aufarbeiten muss, spricht sogar von einem „System Schwarz“. Der Report ­listet eine ganze Reihe von schweren Mängeln auf. Der Schlüssel für den Skandal liegt im privaten Umfeld des Bischofs: aufwendiger Lebens­stil, „Abhängigkeitsverhältnis zu einer Frau, die seine engste Mitarbeiterin war“, und ein daraus resultierendes Finanzfiasko.

  • Bis 2015 war der Rechnungsabschluss des Bistums Gurk noch positiv.
  • 2016 drehte das Ergebnis auf minus 0,7 Millionen Euro, im vergangenen Jahr waren es bereits 1,9 Millionen.

Grund für den Absturz laut Prüfbericht: heftige Verluste im Hotel- und Bildungsbereich des Bistums Gurk. Das Bistum betreibt im Stift Sankt Georgen am Längsee ein Hotel und ein Bildungshaus. Leiterin war bis zum Sommer Andrea Enzinger, die engste Vertraute des Bischofs. In den Ausbau des Saunabereiches des Hotels am Längsee sollten ursprünglich sogar 2,5 Mil­lionen investiert werden. Die „abgespeckte Version des Badehauses“ kostet immerhin noch eine Million.

Mitarbeiter nannten die Freundin "die Bischöfin"

Millionen. Ausgeglichen wurden die Verluste aus Hotel- und Bildungsbereich jeweils durch die Einnahmen des Bistums. Auch bauten der Bischof und seine Vertraute ein Forstanwesen des Bistums auf der Flattnitz in Kärnten zu einer „Erholungsoase“ aus. Hier soll der Bischof, schreibt News, gemeinsam mit seiner Vertrauten immer wieder „Hof gehalten und Gäste empfangen haben, auch Damen“.

Im Prüfungsbericht heißt es dazu über die Vertraute des Bischofs: „Enzinger agierte (…) inkompetent, willkürlich und sehr oft auf den Bischof verweisend (‚Der Herr Bischof wünscht das.‘)“.

Intern hieß Andrea Enzinger deshalb auch „die Bischöfin“. Ihr Agieren wird als „unberechenbar“, „nicht kommunikativ“ und „unprofessionell“ bezeichnet: „Angst, Intrige und Mobbing“ herrschten vor.

Letztlich sei das Arbeits­klima im Bistum so schrecklich gewesen, dass sich Mitarbeiter in anonymen Briefen an Medien wandten. Bischof Schwarz engagierte darauf den Ex-Chef des österreichischen Verfassungsschutzes als Detektiv, um den Maulwurf zu finden.

Im Sommer zog der Vatikan den Schlussstrich. Der Bischof wurde nach St. Pölten versetzt, seine Vertraute abgelöst. Nun die harte Abrechnung mit dem System des Bischofs. Der schweigt zu allen Vorwürfen.

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