Coronavirus: Bürgermeister von Kärntner Grenzort

Situation in Italien wird beobachtet

Coronavirus: Bürgermeister von Kärntner Grenzort "besorgt"

"Besorgt" hat Bürgermeister Erich Kessler (SPÖ) aus dem Kärntner Grenzort Arnoldstein (Bezirk Villach-Land) auf die Entwicklung beim Coronavirus im angrenzenden Italien reagiert.

Arnoldstein/Klagenfurt. "Man soll Ruhe bewahren, aber schauen, dass man die Situation im Griff hat und Gewehr bei Fuß ist", sagte er am Montag gegenüber der APA.

Panik gibt es keine

Fürs erste werde man nicht notwendige Kontakte einschränken. So sei angedacht, den Besuch einer Delegation aus der Partnergemeinde Tarcento bei Udine, der für kommenden Donnerstag geplant wäre, zu verschieben. Auspendler nach Italien gebe es in seiner Gemeinde nur wenige, aber einige ansässige Italiener und auch Einpendler aus der Nachbarregion. Panik oder Hamsterkäufe gebe es unter seinen Bürgern aber überhaupt nicht.

Kärntens Nachbarregion: Keine bestätigten Coronavirus-Fälle

In Kärntens Nachbarregion Friaul-Julisch Venetien gibt es aktuell keine bestätigten Coronavirus-Fälle. Es wurde aber vorsorglich der Notstand verhängt. Außerdem wurden laut Amedeo Aristei, dem dortigen Zivilschutzverbands-Direktor, in der Region alle Veranstaltungen bis 1. März abgesagt, um große Menschenansammlungen zu vermeiden, berichtete der Kärntner Landespressedienst.

Solche Präventivmaßnahmen sieht das österreichische Epidemiegesetz nicht vor, sagte Bernd Riepan, Bezirkshauptmann von Villach-Land, im APA-Gespräch. "Das gibt das Gesetz nicht her." Eine prophylaktische Absage von Veranstaltungen auf behördliche Anordnung sei nicht möglich, das könne nur der Veranstalter tun. Er könne erst reagieren, wenn Verdachtsfälle auftreten, so Riepan. Am Wochenende hatten in Villach Tausende den Fasching gefeiert, auch zahlreiche Gäste aus Italien waren da gewesen.

Wenn etwa ein Verdachtsfall in einem einreisenden Zug oder Bus auftauche, würde der Transport sofort nach der Grenze angehalten, so Riepan. Man müsste Abstriche machen und eine Umfeldanamnese, wie im Gesetz vorgeschrieben und in Absprache mit dem Ministerium. "Wie wir mit dem Personal zurande kommen, wenn da ein paar Hundert Leute drinnen sind, weiß ich nicht." Man versuche, mit allen Eventualitäten zu rechnen und vorbereitet zu sein.

Für behördliche Überlegungen sorgt auch der Sextourismus im Raum Villach. Zum Beispiel arbeiten im Großbordell Hohenthurn laut Riepan etwa 120 Prostituierte, an jedem Wochenende kommen 400 bis 500 Gäste, fast alle von ihnen Italiener. Angesichts der Situation mit dem Coronavirus im Nachbarland meint Riepan: "Das kann natürlich ein Problem werden." Die Prostituierten kommen auch jede Woche in die Bezirkshauptmannschaft zur Untersuchung. "Wir haben dazu eine Anfrage ans Ministerium gestellt."

Kärntner zeigen keine Symptome

Von zwei noch offenen Kärntner Verdachtsfällen wurden am Montag noch einmal letzte Abstriche gemacht. Die beiden Personen zeigen laut Landespressedienst keine Symptome, bleiben aber vorerst in Quarantäne.

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