Drama am Golfplatz

Caddy-Unfall: 15-Jähriger verurteilt

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Bei der nächtlichen Spritztour starb ein Jugendlicher.

Ein 15 Jahre alter Lehrling aus Villach, der in der Nacht auf den 2. Mai dieses Jahres eine tödliche Spritztour mit einem Golfwagen in Köstenberg (Bez. Villach Land) unternommen hatte, ist am Mittwoch am Landesgericht Klagenfurt zu sechs Monaten bedingter Haft verurteilt worden. Bei der nächtlichen Fahrt über das Gelände eines Golfplatzes kam ein 15-jähriger Freund des Beschuldigten ums Leben, der Fahrer selbst und drei weitere Freunde wurden teils schwer verletzt.

"Es tut mir sehr leid"
"Es tut mir sehr leid", war der einzige Satz, den der Lehrling vor der Richterin Michaela Sanin loswurde. Er und vier seiner gleichaltrigen Freunde entwendeten am 2. Mai einen unversperrten Golfwagen der Golfanlage. Damit fuhren sie ohne Scheinwerferlicht auf der Anlage herum. Auf einer Böschung mit rund 70 Prozent Gefälle verlor der Jugendliche die Kontrolle über das Fahrzeug. Der Golfwagen kam ins Trudeln und überschlug sich. Dabei wurde der 15-Jährige getötet.

"Bubenstreich"
Verteidiger Hans Gradischnig ortete bei den Betreibern der Golfanlage eine Mitschuld, da sie es verabsäumt hätten, den Wagen ordnungsgemäß abzusperren und den Schlüssel im Fahrzeug stecken ließen. Dies habe die Jugendlichen zu diesem "Bubenstreich" mit fatalen Folgen verleitet. Die "schicksalhafte Verkettung unglücklicher Umstände" wäre laut Gradischnig zu verhindern gewesen.

Richterin Sanin folgte der Meinung des Verteidigers und anerkannte "die tragische Verkettung von Umständen" als Milderungsgrund. Der 15-Jährige und seine Familie nahmen das Urteil an, die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab, das Urteil ist damit nicht rechtskräftig.

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