Mord-Alarm an der Tankstelle: 
Freund hat "Filmriss"

Verdächtiger stellte sich

Mord-Alarm an der Tankstelle: 
Freund hat "Filmriss"

Seine Freundin soll ein 55-Jähriger mit seinem Protz-Pick-up angefahren und getötet haben: Mordverdacht!

. Sie kannten einander vom Reitstall. Eine 49-jährige Pharmareferentin und Mutter einer erwachsenen Tochter sowie ein Hufschmied mit Vorliebe für hubraumkräftige Fahrzeuge: diverse Geländeautos, Mercedes G, zuletzt ein Dodge Ram – ein Pick-up mit fetten Statusausmaßen.

Damit soll er in der Nacht auf Montag offenbar nach ­einem Streit und wie man ­erzählt nach Genuss von Alkohol, dem er längere Zeit abgeschworen haben soll, eine Stunde vor dem Lockdown die aparte Niederösterreicherin aus dem Bezirk Korneuburg niedergefahren haben. Die beiden machten nach einem Ausflug einen Stopp an einer Tankstelle in Eibesbrunn. Als Sonja K. niedergefahren wurde, war es 23 Uhr. Gleich darauf alarmierten Passanten die Polizei. Als eine Streife ankam, mimte der Verdächtige den Unbeteiligten und entfernte sich samt Fahrzeug heimlich vom Tatort.

Wie ÖSTERREICH erfuhr, parkte er seinen Monster-Pick-up in Gerasdorf auf dem Parkplatz vor einem Spiellokal, wo ihn eine andere Frau mit ihrem Auto abholte. Ob diese Beteiligte von den Vorkommnissen davor wusste und vielleicht sogar Komplizin ist, wird derzeit noch ermittelt.

Der gelernte Schlosser aus Wien-Floridsdorf wartete zunächst die Nacht ab und stellte sich am nächsten Tag auf Anraten eines Freundes bei der Kripo – nicht nur in Reiterkreisen hatten sich die Berichte über das mögliche Verbrechen herumgesprochen. Das Opfer war aufgrund schwerster Verletzungen am ganzen Körper vom Brustkorb bis zu den Beinen sowie multiplen Knochenbrüchen im Spital verstorben.

Zu Redaktionsschluss stand die Entscheidung aus, ob der von einem Anwalt beratene 55-Jährige – der keinerlei Erinnerungen an die Ereignisse an der Tankstelle bzw. einen blackoutmäßigen Filmriss haben will – an die Justiz überstellt wird. Neben einer Vorsatztat kann auch ein Unfall nicht ausgeschlossen werden. Es gilt die Unschuldsvermutung.

"Es war ein Unfall"

Farid Rifaat, der Verteidiger des 55-Jährigen, sah im Geschehenen einen "schrecklichen Autounfall" bzw. eine "unglückliche Verkettung". Der Vorfall lasse sich allerdings noch nicht ganz genau rekonstruieren, räumte der Jurist im Gespräch mit der APA ein. Sowohl der Wiener als auch die 49-Jährige sollen stark alkoholisiert gewesen sein.  "Das Opfer weit mehr", konstatierte Rifaat.

Die Frau sei nach einer Fahrt aus dem Dodge Ram gestiegen und habe sich von einer Tankstelle "Alkohol besorgen wollen". Dabei habe sein Mandant dessen Lebensgefährtin wohl übersehen

Gefunden worden war die Niederösterreicherin am Sonntag gegen 23.00 Uhr im Bereich der Zufahrt zu einer Tankstelle im Ortsgebiet von Eibesbrunn, einer Katastralgemeinde von Großebersdorf. Ein Passant setzte die Rettungskette in Gang. Die 49-Jährige wurde reanimiert und per Notarzthubschrauber in die Klinik Donaustadt geflogen, wo sie starb. Sie hatte laut Polizei massive Verletzungen im Bereich des Oberkörpers erlitten.
 



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