Messer-Mord an Rocker-Liebe

Biker richtet seine Ex hin

Messer-Mord an Rocker-Liebe

Mehr als ein Dutzend Mal stach der Koloss von einem Mann auf sein wehrloses Opfer ein.

Die Hintergründe zum 34. Frauenmord, demjenigen an der 48-jährigen Alexandra „Alexa“ K., führen offenbar tief ins Biker- und Rocker-­Milieu: Sonntagabend meldete ein Anrufer aus Deutschland – der Ex-Mann der Frau –, dass seine Verflossene mit ihrem aktuellen Freund in Niederösterreich in einer kleinen Ortschaft bei Mistelbach heftig streite, und dass er sich große Sorgen mache.

Als die Beamten nach Neudorf bei Staatz in eine Reihenhaussiedlung kamen, mussten sie durch das Balkonfenster in die Wohnung von K. eindringen. Aber sie kamen zu spät. Die blonde Tattoo-Frau und Mutter einer Teenager-Tochter lag in ihrem eigenen Blut am Boden. Der mutmaßliche ­Täter, der sich im Haus aufhielt, hatte sie mit mehr als 12 Messerstichen in den Bauch förmlich hingerichtet. Als die Ermittler Alexander C. verhaften wollten, wehrte sich der in Österreich geborene Staatenlose, der seinen Pass möglicherweise aufgrund seiner rechtsradikalen Gesinnung weggeworfen hatte, heftig. Der im Ort völlig isoliert lebende Hüne im Walhalla-Look, der stumm mit Alexandras Hund seine Runden zog, konnte nur mit Müh und Not überwältigt werden.

Video zum Thema: 48-jährige Frau mit Messer erstochen
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Verdächtiger geständig – er gibt nur "Eifersucht" an

Der alarmierte Notarzt konnte nur noch den Tod der Frau feststellen. Der beschuldigte 53-jährige Biker, dessen Maschine aussieht wie ein Chopper aus dem Katalog für Motorrad-Gangs, wurde festgenommen und am Montagvormittag einvernommen. Dabei zeigte sich der Mann grundsätzlich geständig.
Mehr als das Wort „Eifersucht“ als Motiv geben die Behörden nicht bekannt. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Trauer. ÖSTERREICH fand heraus, dass die 48-Jährige einen neuen Lover in Mannheim in Deutschland gefunden hatte und zu dem Rocker-Boss „Dakota“ ziehen wollte. Am 1. Dezember postete der Neue auf Facebook stolz seine Flamme aus Österreich, verkündete, dass er jetzt mit dieser Alexa in einer Beziehung sei und dass man „lange zusammen glücklich durchs Leben schreiten“ ­werde. Stunden nach der Bluttat teilt „Dakota“ auch seine Trauer online mit weinenden Emojis: „Mein Leben wurde aus der Bahn geworfen. Alexa, mein Schatz, meine Sissi, ­meine Königin, meine Traumfrau. Ich vermisse dich.“

© TZOE/Bruna; privat

Horror-Bilanz: Schon 
34 Morde an Frauen 2019

Die blutige Serie geht weiter: Zählt man den Messermord an Alexandra K. (48) dazu, sind es in diesem Jahr bereits 34 Frauen in Österreich, die getötet wurden. Laut Franz Lang, Chef des Bundeskriminalamtes, handelt es sich bei allen Opfern von Beziehungsdelikten um Frauen. Besonders tragisch ist, dass 47 Prozent der Frauen vor dem Mord bereits vom Täter getrennt waren.
Wie etwa im Fall von Kottingbrunn (NÖ). Samet A. (31), ein Österreicher mit türkischen Wurzeln: Er ermordete Ende Oktober seine Ehefrau Tugba (29). Mit einem Küchenmesser stach er zu, weil sie ihn verlassen wollte. Auch seine beiden Kinder, ein Bub (11 Monate) und ein Mädchen (2), brachte der Tobende um. Danach ließ er sich widerstandslos festnehmen.
„Trennung oder die Absicht sich zu trennen, gehören zu den größten Problemfeldern in Beziehungsdelikten“, sagt Kriminalist Lang.

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