Putzfrauen deckten Pflegeskandal auf

Justiz-Posse

Putzfrauen deckten Pflegeskandal auf

Obwohl bereits ein Jahr ermittelt wurde, arbeiteten zwei der Horror-Pfleger bis zuletzt in Wien.

Demente ältere Frauen wurden auf der St.-Anna-Station des Clementinums in Kirchstetten gequält, erniedrigt und sexuell missbraucht. Aufgedeckt wurde der Skandal bereits im Vorjahr durch zwei Putzfrauen, die die Zustände nicht ertrugen und sich an die Polizei wandten, obwohl der Druck auf die Whistleblower sehr groß war – eine von ihnen verließ daraufhin sogar das Land und lebt und arbeitet nun in Hamburg.

Für die mutmaßlichen Täter (und die Führungsriege) hatten die Vorwürfe nur dienstrechtlich Konsequenzen: Sie wurden gekündigt. Strafrechtlich unternahm die Staatsanwaltschaft nichts – obwohl sogar der Mordverdacht im Raum steht. Noch schlimmer: Der Hauptverdächtige G. und Pflegerin B. arbeiteten bis zuletzt weiter im Pflegebereich – und zwar in Wien im Pater-Jordan-Haus in Kaisermühlen.

Voll informiert

Peter Hacker vom zuständigen Fonds Soziales Wien sagt, man habe nichts von den Anschuldigen und den Ermittlungen gegen das Duo gewusst, doch der Anwalt der Pfleger, Stefan Gloß, entgegnet dem im ORF-Interview: „Kirchstetten hat angerufen und die Wiener voll informiert. Sie waren tauglich und brauchbar und weisen im Übrigen alle Vorwürfe zurück.“

Am Mittwoch wurden G. und B. festgenommen. Ob die U-Haft verhängt wird, ist noch nicht fix. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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