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Heer überlegt Einschläferung

Soldat zerfleischt: Werden Hunde getötet?

31-Jähriger in Flugfeld-Kaserne von zwei Belgischen Schäferhunden angefallen – Bundesheer hat Untersuchungskommission eingerichtet.

Wiener Neustadt/Wien. In der Flugfeld-Kaserne in Wiener Neustadt ist ein Soldat von zwei Hunden angefallen und getötet worden. Der 31-Jährige wurde am Donnerstag kurz vor 2.00 Uhr vor dem Zwinger tot aufgefunden. Warum ihn die Belgischen Schäferhunde attackiert hatten, war unklar. Die Staatsanwaltschaft ordnete eine Obduktion an. Zeugen des Vorfalls gab es keine. Das Bundesheer überlegt nun die Einschläferung der beiden Hunde – noch steht eine Entscheidung aber aus. 

Tiere in Quarantäne

Die Erhebungen waren auch am Freitag weiter im Gange. Aufbauend auf den Ergebnissen der polizeilichen Ermittlungen "werden wir alle Maßnahmen setzen, um derartige Vorfälle in Zukunft zu vermeiden", betonte Dietmar Rust, Leiter der Medienarbeit des Verteidigungsministeriums, am Freitag.
 
Die beiden Tiere befinden sich in Quarantäne und werden von Hundeführern betreut - "das entspricht den gültigen Richtlinien bei Hundebissen", sagte Rust zur APA. Militärhunde werden einmal jährlich durch Mitarbeiter der Hundestaffel, einen Veterinärmediziner und einen für militärische Sicherheit zuständigen Offizier überprüft. Einer der beiden Belgischen Schäferhunde, ein fertig ausgebildeter Zugriffshund, sei erst im Oktober kontrolliert worden, sagte Rust: "Hier hat es keine Auffälligkeiten gegeben." Der zweite sei erst sechs Monate alt.
 
Der Unfallhergang wird von Staatsanwaltschaft und Polizei untersucht, auch die Arbeit der vom Bundesheer eingesetzten Untersuchungskommission war im Laufen. Diese Stelle wurde unter anderem mit einem Veterinärmediziner, einem Arzt und einem Juristen besetzt und soll "alles eruieren, was mit dem Vorfall in Zusammenhang stehen könnte", etwa was die Hunde oder die Ausbildung betreffe, sagte Rust. Dabei stütze sich die Kommission auf die Erkenntnisse der Polizei, mit der man eng zusammenarbeite. "Wir unterstützen die Exekutive bei der lückenlosen Aufklärung", betonte Rust.

Offizier fand totgebissenen Soldaten

Der 31-jährige Jagdkommando-Soldat aus dem Bezirk Mödling sollte Mittwochnachmittag fünf Zugriffshunde in der Flugfeldkaserne in Wiener Neustadt betreuen: Füttern, Auslauf, Zwinger säubern, mit den Tieren üben. Gegen 16 Uhr kam der Elitesoldat in die ­Kaserne. Er ist seit 2005 beim Heer, seit 2017 ausgebildeter Hundeführer: „Ein sehr erfahrener, besonnener Kollege“, so Bundesheersprecher Michael Bauer zu ÖSTERREICH. Seinen eigenen Hund ließ der Oberwachtmeister in seinem Wagen zurück, als er zum Zwinger der Hundestaffel ging.

Kampfhunde fügten Trainer massive Bisswunden zu

Die beiden Belgischen Schäfer dürften den Hundeführer direkt vor ihrem Zwinger attackiert haben. Die Tiere sind klassische Zugriffshunde. Ihre Aufgabe ist es, Angreifer unschädlich zu machen. Werden Häuser erstürmt, sollen sie Feinde ausschalten – sie sind Waffen.

Die Schäferhunde fügten dem 31-Jährigen massivste Bisswunden zu. Möglich ist auch, dass der Soldat zuvor einen Schwächeanfall gehabt hat und die Hunde erst danach über ihn hergefallen sind. Eine Obduktion soll das nun klären.

Erst um 2.00 Uhr früh wurde der tote Soldat gefunden. Zunächst bemerkte der diensthabende Offizier die beiden freilaufenden Hunde, dann den toten Soldaten, verblutet vor dem Zwinger.

Insgesamt hat das Militär 70 Hunde. Davon 41 Rottweiler, 15 Belgische und fünf Deutsche Schäferhunde sowie neun Labradore.

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