Verrat: Deshalb musste Pizza-Chef sterben

Messer-Mord

Verrat: Deshalb musste Pizza-Chef sterben

Der Messer-Mord im türkischen Gastro-Milieu offenbart immer tiefere Abgründe.

NÖ/Bgld. Sie waren nicht nur Geschäftspartner, sondern einst die besten Freunde: Hasan Ö. (33) und Gökhan Y. (angeblich 31, er hatte sich aber in seiner Geburtsurkunde in der Heimat in Konya gleich um sieben Jahre jünger gemacht). Gemeinsam mit einem dritten Türken führten sie in Pitten im Bezirk Neunkirchen eine Pizzeria – und alles lief reibungslos. Bis im Vorjahr Gökhans Bruder bei einem Verkehrsunfall starb. Seitdem war der Vater zweier kleiner Töchter mit einem Schlag wie ausgewechselt.

Wie ÖSTERREICH aus dem engsten Umfeld der beiden Männer erfuhr, gab es mitnichten, wie andere Medien berichten, Streit ums Geld.

Vielmehr unterstellte der 38-Jährige dem Kompagnon, dass dieser seine Ehe hintertrieb und mit Gökhans Frau ein Verhältnis hatte bzw. der Gattin erzählte, dass Gökhan unzählige Affären habe.

Mit Sprachnachricht die Bluttat angekündigt

Letztlich war der Ältere der beiden überzeugt, dass der andere ihn ständig verriet und ihn in die Scheidung treiben wollte. Montag um 11.01 Uhr versendete Gökhan Y. plötzlich an alle seine WhatsApp-Freunde eine Sprachnachricht, dass er seinen Geschäftspartner töten würde: „Er hat mich dazu gezwungen, dieser Hurensohn. Ich bereue es nicht. Ich werde wie ein Löwe im Gefängnis meine Strafe absitzen. Ich vertraue nur meiner eigenen Gerechtigkeit.“

Da keiner glaubte, dass der Pizzeria-Kompagnon es ernst meinte, verständigte niemand die Polizei. Doch kurz darauf machte der Mann seine Drohung auf brutalste Weise wahr. Und metzelte den Widersacher mit mehreren Messerhieben in der Pizzeria in Pitten hin.

Ehefrau des Opfers sah Leiche auf WhatsApp

Danach wurde es noch irrer. Denn Y. postete – wiederum auf WhatsApp – ein Foto des am Boden in seinem Blut liegenden dreifachen Vaters Hasan Ö. Jeder, der die Handynummer des Mordverdächtigen eingespeichert hat, konnte das Grauen drei Stunden lang sehen. Die Ehefrau des Opfers aus dem Bezirk Eisenstadt fuhr mit mehreren Dutzend Verwandten zur Adresse der Familie Y. in Mattersburg und belagerte regelrecht die Wohnung, weil alle dachten, dass hier (und nicht in der Pizzeria) das Verbrechen ­geschehen sei. Der Ansturm konnte nur mit massiven Polizeikräften gebändigt werden.

Angst vor Blutrache – Angehörige untergetaucht

Wie ÖSTERREICH aus vertraulicher Quelle erfuhr, wurde die Familie von Gökhan Y. von der Exekutive weggebracht. Sie soll bis auf Weiteres an einem sicheren Ort und streng überwacht untergebracht sein, da es dem Vernehmen nach massive Drohungen und Angst vor Rache gibt.

Am tatsächlichen Tatort in Pitten indes gehen die Untersuchungen weiter. Was noch zu erfahren war: Y. hatte Hasan schon auf der Straße abgefangen und ins Lokal gedrängt – nachdem er einen dritten Kompagnon, der in die Türkei flog, zum Flughafen gebracht hatte. Dort und in der Nacht davor soll sich Gökhan möglicherweise Mut angetrunken haben. Es gilt die Unschuldsvermutung.

(sia, say, kor)

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