Demo gegen Regierung &

Rund 400 Demonstranten

Demo gegen Regierung & "Burschenundball" legt City lahm

Rund 400 Personen sind laut Polizei Samstagabend dem Aufruf des Bündnisses "Linz gegen Rechts" gefolgt, um gegen den Burschenbundball im Palais Kaufmännischer Verein zu protestieren. Es waren damit deutlich weniger Teilnehmer als vergangenes Jahr, als 1.600 Menschen auf die Straße gegangen waren. Die lautstarke Gegenveranstaltung verlief ohne nennenswerte Zwischenfälle, so die Polizei OÖ.

demo.jpeg © APA/KERSCHI.AT/WERNER KERSCHBAUMMAYR Demonstrant mit Hundehaufen aus Plastik auf dem Kopf.

Mit dem Plakat "Eure Gesinnung ist ein Haufen Mist" äußerte ein Demonstrant, der zudem einen Hundehaufen aus Plastik auf dem Kopf trug, seinen Unmut über die "rechtsextreme Großveranstaltung". Andere hielten Transparente mit "Menschenrechte statt rechte Menschen" in die Höhe. Wie bereits das Motto des Bündnisses für die Kundgebung "Champagner für euch. 12-Stunden-Tag für uns?!" angekündigt hatte, machten die Teilnehmer aber auch ihrem Ärger über die Politik der Bundes- und Landesregierung mit deutlichen Worten Luft: "Sozialkürzungen und Schwarz-Blau unter aller Sau." Dennoch verlief die Kundgebung friedlich, die 200 Polizisten im Einsatz mussten während des einstündigen Protestmarsches durch die Innenstadt nicht einschreiten.

demo1.jpg © APA/KERSCHI.AT/WERNER KERSCHBAUMMAYR

 

Rektorat blieb dieses Mal fern

Anders als bisher üblich blieb das Rektorat der Linzer Johannes Kepler Uni dem Burschenbundball heuer aber fern. Ein Inserat des Alumniklubs Kepler Society im Heft des Burschenbundballs war Anlass für den Rückzug. Dort wurde mit den Worten "... und bleiben wir doch treu" um Mitglieder geworben. Die Zeile stammt aus einem deutschen Volks- und Studentenlied, das in der NS-Zeit "Treuelied" der SS wurde.

Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) hatte hingegen seine Teilnahme zugesagt. "In einer Zeit, wo OÖ österreichweiter Spitzenreiter bei rechtsextremen Straftaten ist, sollte er sich lieber auf andere Aufgaben konzentrieren!", mahnte das Bündnis. Auch Rot und Grün im Land hatten Stelzers Zusage scharf kritisiert.
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