3-Jähriger geriet in Getreide-Mühle

Drama um Bub: Nach Unfall Arm vor Ort amputiert

Er musste mitansehen, wie seinem Sohn der Arm amputiert wurde. Wie kann man das verkraften?
OÖ. Auf Facebook schreibt der Vater des dreijährigen Pauls: „Ich habe den schlimmsten Tag meines Lebens durchgemacht. Vor meinen Augen hat mein Kleiner einen Arm verloren. Es gibt Dinge, die der Mensch nur ändern könnte, wenn er in der Zeit zurückreisen würde. Ich wünschte, ich hätte eine Zeitmaschine. Sei stark, mein kleiner Paul!“
 
Wie ÖSTERREICH berichtete, war es am Samstag in einer bekannten Biogetreidemühle in Perg, wo der 34-jährige Vater auch arbeitet, zu der Tragödie gekommen: Gegen Mittag griff der Bub am Zuschneid­boden im zweiten Stock trotz eines vorhandenen Schutzblechs mit der rechten Hand in eine Förderschnecke, die knapp über dem Boden montiert ist und Mohn zu einer zweiten Wirbelschichtmaschine befördert.
 

© APA/FOTOKERSCHI.AT / BRANDSTÄTTER & KERSCHBAUMMAYR

 

Hand mit in Spital gebracht: Bub auf der Intensivstation

 
Obwohl der Vater sofort den Notstoppschalter betätigte, wurden die Hand und der Arm so weit hineingezogen, dass es der Feuerwehr nicht und nicht gelingen wollte, das Kind aus seiner misslichen und schmerzhaften Lage zu befreien. In äußerster Lebensgefahr entschied der Notarzt schließlich, den Arm knapp unterhalb der Schulter zu amputieren und gesondert ins Spital nach Linz zu bringen.
 

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Der Bub wurde narkotisiert, noch vor Ort intubiert und ihm wurde der Arm abgenommen. Alle Anwesenden – der Arzt, die jungen Sanitäter, die Feuerwehrleute, die Werksangestellten sowie der Vaters des Buben – benötigten nachher psychologische Hilfe. Vergessen wird die Bilder des entsetzlichen Einsatzes wohl niemand. Ob der Arm gerettet und wieder angenäht werden konnte, ist unklar. Der Bub ist auf der Intensivstation. Vater, Mutter und die kleine Schwester bangen um Paul.(kor)
 

Rettungspilot: "Notarzt musste eine dramatische Entscheidung treffen"

© Rudolf Laresser

 
oe24: Sie flogen den ÖAMTC-Heli, der den Dreijährigen in die Klinik brachte.
 
Robert Gallmayer: Ja, der Bub war unter Narkose und intubiert, als sie ihn an Bord hoben. Er war stabil. Die Feuerwehr hat zuletzt auch den abgetrennten Arm des Kleinen gebracht: Er war, was ich gesehen hab’, sehr in Mitleidenschaft gezogen.
 
oe24: Wie war die Ausgangslage für den Arzt?
 
Gallmayer: Der Bub steckte mit dem Arm in einer Förderschnecke der Mühle, eine extrem dramatische Situation. Der Arzt musste rasch entscheiden und intensivme­dizinisch eingreifen. Er gab den Feuerwehrmännern fünf Minuten, um das Kind aus der schlimmen Lage zu befreien, aber das ist trotz Bergegeräts nicht gelungen. Es blieb somit nur die Amputation, um das Leben des Kindes zu retten. Der Arm wurde im Bereich des Oberarmes abgetrennt, unter Vollnarkose.
 
oe24: Und dann?
 
Gallmayer: Der Kleine wurde stabilisiert, und wir flogen ihn nach Linz. Bevor ich startete, haben die Feuerwehrleute auch den Arm gebracht. Sie konnten ihn mit einer Flex herausschneiden.
 
oe24: Konnte der Arm wieder angenäht werden?
 
Gallmayer: Das weiß ich nicht. Ich kann nur sagen, dass der Notarzt und seine Helfer einen unglaublichen Job gemacht haben. So einen Einsatz hab’ ich vorher noch nie erlebt. Karl Wendl

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