Nach NS-Vorwürfen: Stadt entlässt Mitarbeiter

Handel mit Nazidevotionalien

Nach NS-Vorwürfen: Stadt entlässt Mitarbeiter

Wels. Nach dem Bekanntwerden von Vorwürfen gegen einen Mitarbeiter der städtischen Ordnungswache, er habe in seiner Freizeit mit Nazidevotionalien auf einem Flohmarkt gehandelt, ist dieser entlassen worden. Das teilte die Stadt in einer Presseaussendung am Freitag mit. Die Auflösung der Ordnungswache lehnt Vizebürgermeister Gerhard Kroiß (FPÖ) als Sicherheitsreferent jedoch ab.

Die Vorwürfe gegen den Mitarbeiter, der auch für die freiheitliche Gewerkschaft AUF kandidiert haben soll, waren am Donnerstag bekannt geworden. Die Stadt leitete danach eine Prüfung ein. Dabei habe der Beschuldigte den Vorfall in einem persönlichen Gespräch mit den Vorgesetzten zugegeben. Danach habe die Stadt Wels umgehend die Entlassung ausgesprochen. Das Dienstverhältnis mit einer weiteren Mitarbeiterin der Ordnungswache, die in einem anonymen Schreiben an die Stadt Wels ebenfalls mit Vorwürfen konfrontiert wurde, werde aufgelöst, hieß es in der Presseaussendung. "Extremismus hat in Wels keinen Platz - schon gar nicht bei den städtischen Mitarbeitern", versicherte Kroiß.

Kritik an der Ordnungswache

Nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe war erneut Kritik an der Ordnungswache laut geworden. Die Grüne Gemeinderätin Stefanie Rumersdorfer wies darauf hin, dass nunmehr schon der dritte Mitarbeiter der Stadtwache in einen Rechtsextremismus-Zusammenhang geraten sei und forderte die Auflösung dieses Organs. Das wies Kroiß zurück: "Die Rückmeldungen der Bevölkerung zeigen uns, dass die vor zehn Jahren eingeführte Ordnungswache einen wichtigen Beitrag zu mehr Sicherheit, Ordnung, Ruhe und Sauberkeit leistet."

Er nahm auch Bezug auf die Kritik der stellvertretenden Vorsitzenden der Welser SPÖ Laurien Scheinecker, anscheinend sei der Welser Bürgermeister Andreas Rabl (FPÖ) bei Personalbesetzungen auf dem rechten Auge blind. Auch auf den Vorwurf des Vorsitzenden der Welser Initiative gegen Faschismus (Antifa) Werner Retzl, offenbar sei die Ordnungswache unter Rabl und Kroiß "zu einer Nazi-Zelle verkommen" ging er ein: Die betroffenen Mitarbeiter seien bereits unter dem früheren SP-Bürgermeister aufgenommen worden und das nunmehrige Stadtoberhaupt Rabl habe mit diesen Personalentscheidungen nichts zu tun gehabt.
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