Sicherheit am Landesgericht Linz: Elektroschocker als Lippenstift

Besucher-Schmuggelware

Sicherheit am Landesgericht Linz: Elektroschocker als Lippenstift

Acht Faustfeuerwaffen, jeden Monat im Durchschnitt 160 Messer und sonstige gefährliche Sachen wie Schrauben, Scheren bis hin zu als Lippenstift und Taschenlampe getarnten Elektroschocker hat das Sicherheitspersonal den Besuchern des Landesgerichts Linz im vergangenen Jahr abgenommen. Bei den acht Pistolen hatten die Besitzer allerdings eine gültige Berechtigung zum Tragen der Waffe.
 

Durchschnittlich 15.000 Besucher pro Monat

Die Sicherheit aller Personen, die sich im Gebäude befinden, nimmt höchste Priorität ein, betonte Vizepräsidentin Amalia Berger-Lehner in einem Pressegespräch am Dienstag in Linz. Durchschnittlich betraten im Vorjahr 15.000 Personen pro Monat das Gericht - 1.000 mehr als 2017 -, am meisten im Oktober mit 22.000. Präsident Andre Starlinger sagte, dass man auf immer dem gleichen Personal an der Eingangsschleuse bestehe. "Die Leute entwickeln ein Gespür für gewisse Dinge." Auch die derzeit bestehenden zwölf Hausverbote - Lichtbilder hängen am Eingang - sollen beständig überwacht werden können.
 

Verbotene Gegenstände werden eingezogen

Monatlich wurden außerdem 37 Abwehrsprays sichergestellt sowie 270 sonstige gefährliche Sachen. Verbotene Gegenstände werden eingezogen, anderes wird wieder zurückgegeben. Ein 14-Jähriger hatte eine Softgun in der Schultasche, bei einer anderen Kontrolle wurden mehrere Nazi-Symbole auf einer Bauchtasche entdeckt. Die Anzahl der Drogenfunde stagnierte 2018 bei 30. Es dürfte hier eine Sensibilisierung stattgefunden haben, denn bei Drogenfunden werde sofort die Polizei gerufen.
 

Exekutive wurde 41 Mal gerufen 

Insgesamt wurde die Exekutive voriges Jahr 41 Mal gerufen - wegen Drogenfunden, verbotener Waffen und wegen aggressiven Verhaltens. Wobei es oft dem Sicherheitspersonal allein gelinge, angespannte Situationen zu deeskalieren. Neunmal ersuchte das Gericht um Polizeiassistenz bei schwierigen Verhandlungen, bei denen großes Aggressionspotenzial zu befürchten war. Zehn Rettungseinsätze galten 2018 Vorfällen wie Ohnmachten sowie Migräneanfällen und waren auf Erste-Hilfe-Leistungen beschränkt.
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